Pressemitteilung SPD-Landtagsfraktion 25.10.2010

Hähnchenmast: Massiver Antibiotika-Einsatz widerspricht Verbraucherschutz

Die SPD-Fraktion im Niedersächsischen Landtag nimmt Medienberichte über die zunehmende Antibiotika-Gabe in der Geflügelmast zum Anlass, von Landwirtschaftsministerin Astrid Grotelüschen Aufklärung zu fordern. „Das Haus von Frau Grotelüschen hat gegenüber dem Norddeutschen Rundfunk bestätigt, dass sich der Einsatz von Antibiotika in der konventionellen Hähnchenhaltung in den vergangenen zehn Jahren nahezu verdoppelt hat. Es heißt, ohne den massiven Einsatz von Antibiotika würden es die Tiere in den Mastställen oft nicht schaffen, die gut vier Wochen Mastzeit mit rund 24 Tieren pro Quadratmeter zu überleben. Das ist sowohl unter Tierschutz- als auch unter Verbraucherschutzaspekten nicht hinnehmbar“, sagte Andrea Schröder-Ehlers, agrarpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, am Montag in Hannover. Sie kündigte eine Kleine Anfrage der SPD-Fraktion an.

„Wir wollen von der Ministerin wissen, wie sich der Einsatz von Medikamenten in der Intensivtierhaltung in den vergangenen 20 Jahren entwickelt hat. Dabei geht es um die Häufigkeit, die Dauer sowie die gegebene Gesamtmengen. Und wenn diese Zahlen vorliegen, könnte es sich lohnen, sie mit der Entwicklung der Antibiotikaresistenz von Krankheitskeimen zu vergleichen, die den Menschen gefährlich werden und in den Kliniken für zunehmende Probleme sorgen“, so Schröder-Ehlers. Die SPD-Politikerin fordert die Landwirtschaftsministerin zudem auf, sich gegen Sonderrechte für die Geflügelwirtschaft auszusprechen, die das Ausmaß des dortigen Einsatzes von Medikamenten verschleiern sollen.

„Auch die wirtschaftliche Vernunft gebietet es, einem weiteren Wuchern der Intensivtierhaltung in einigen Regionen Niedersachsens einen Riegel vorzuschieben. Die mutmaßlichen betriebswirtschaftlichen Vorzüge solcher Mastanlagen, die nur wenigen zugutekommen, wiegen die Nachteile für viele durch höhere Keimbelastungen der Luft, Geruchs- und Fäkalemissionen, Belastungen der Nahrungskette durch Medikamentenrückstände sowie millionenfaches Keulen im Seuchenfall nicht auf“, so Schröder-Ehlers.

Quelle: Internetseite SPD-Landtagsfraktion 25.10.2010

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