Pressemitteilung AbL 09.11.2012: Landvolk-Mitglieder sollen Kritik von Pastoren an Agrarindustrie melden

Pressemitteilung

Landvolk-Mitglieder sollen Kritik von Pastoren an Agrarindustrie melden   

Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) hat einen Aufruf des niedersächsischen „Landvolk“-Landesbauernverbands scharf kritisiert, in dem dieser seine  Mitglieder zur Meldung von „unsachlicher, teilweise harscher Kritik“ an der „modernen Tierhaltung“ von Pastoren bei Erntedank-Gottesdiensten auffordert. Bei einem Gespräch zu Jahresbeginn 2013 wolle man dies dann bei einem Treffen des Landvolk-Präsidiums mit Landesbischof Meister zur Sprache bringen.

 

Der niedersächsische AbL-Vorsitzende Martin Schulz bezeichnete es als Armutszeugnis, wenn Landvolk-Funktionäre sich offenbar nicht mehr zutrauten, diese Debatte um die gesellschaftlich höchst umstrittene Industrialisierung der Tierhaltung und um Agrarfabriken direkt vor Ort zu führen. Die Sammlung von Beschwerden über Pastoren und deren Weiterleitung an die Kirchenspitze würden viele Menschen eher mit Denunziation und Einschüchterungsmethoden verbinden. Die AbL sei sicher, dass sich nur wenige Landwirte sich an einer solchen Kampagne beteiligen würden, weil sie dem Ansehen der Landwirtschaft weiter schade.  

 

Die AbL forderte den Landesbischof auf, bei seinem Gespräch nicht auf derart fragwürdig gesammelte Informationen einzugehen und stattdessen in den Kirchengemeinden einen breit angelegten Diskussionsprozess zum Thema „Artgerechte Haltung“ und „Bauernhöfe statt Agrarfabriken“ zu initiieren – selbstverständlich auch mit dem Landvolk, aber auch mit weiteren Vertretungen von Bauern und Bürgern. Das gute Positionspapier der Synode der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers mit ihren deutlichen Ausführungen zur landwirtschaftlichen Nutztierhaltung sei dafür eine gute Grundlage – schließlich sei es ja genau hierfür gedacht.

1.795 Zeichen, 09.11.2012

Nachfolgend das entsprechende Dokument des Landvolks, in der zu einer Art Denunziation aufgerufen wird. Interessant auch der Hinweis auf das Seminar „Konfliktvermeidung bei Stallbauten“ (nachfolgenden Link bitte anklicken):

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