Offener Brief der CI {CalenbergerInitativen} an die Regionsabgeordneten der Regionsversammlung der Region Hannover

CI {CalenbergerInitiativen}   

Netzwerk gegen Massentierhaltung

Bad Münder, Barsinghausen, Diekholzen, Garbsen, Gehrden, Hannover,

Neustadt, Nordstemmen, Pattensen, Seelze, Springe, Wennigsen, Wunstorf

 

Offener Brief als Email

 

Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete der Regionsversammlung der Region Hannover,

bitte gestatten Sie mir, Sie vor der morgigen Abstimmung über die „Resolution gegen Tierfabriken“ (Antrag der Fraktionen von SPD und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) auf folgende Punkte hinzuweisen:

 Die Massentierhaltung in Agrarfabriken

  •  stellt für Menschen eine Gefahr für ihre Gesundheit dar (vergl. Studie der Universität Utrecht vom 07.06.201).


  • bedeutet eine Vergeudung wertvollster landwirtschaftlicher Flächen in unserer Region und dies angesichts immer knapper werdender Flächen für die Landwirtschaft weltweit. Die Pacht- bzw. Kaufpreise steigen, wie selbst der CDU nahe stehende Landwirte bemängeln (vergl. heutiger Artikel der HAZ, Seite 3 „Euro-Kämpferin Merkel – Allein gegen die Basis“).

 

  • ist verantwortlich für die Verschlechterung unseres Grundwassers (u.a. Nitrateintrag), was dazu führt, dass Deutschland wegen Überschreitung von EU-Vorgaben ein Vertragsverletzungsverfahren zu gegenwärtigen hat.

 

  • ist eine ethisch nicht verantwortbare Qual für die Tiere (vergl. Bericht der TIHO Hannover – Prof. Hartung). Und wer die Bilder des ARD-TV-Beitrags „Das System Wiesenhof“ noch in Erinnerung hat, weiß was gemeint ist.

 

  • hat definitiv nichts mit „bäuerlich strukturierte Landwirtschaft“ zu tun. Und dieser Begriff war der Ursprung für die so genannte Privilegierung im Baugesetzbuch (BauGB). Nur durch massiven und erfolgreichen Einsatz der Agrarlobby konnten hier Interessen von Wenigen  zu Lasten (und zum Schaden) der überwiegenden Mehrheit durchgesetzt werden. Gegen die Privilegierung im BauGB gibt es Anträge von SPD und BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN im Bundestag und auch die Fachleute (das Landvolk natürlich ausgenommen) fordern eine Veränderung (Abschaffung) dieses Privilegs.

 

  • bedeutet ein großes wirtschaftliches Risiko für die Landwirte u.a. angesichts der Tatsache, dass allein in diesem Jahr nur in Russland (einer der großen Abnehmer von Geflügelfleisch aus Deutschland) für 1 Milliarde € (1.000.000.000,– €) Hähnchenmastställe im großen Stil errichtet werden und damit Russland ab 2012 als Kunde ausfällt. Es ist eher damit zu rechnen, dass Russland in Kürze selbst exportieren wird. (vergl. Internetseite der Exportagentur der Bundesrepublik Deutschland – von der Bundesregierung kontrolliert).Bei 10 Cent Marge bliebe bei knapp 85.000 Hähnchen im Jahr ein Nettogewinn von 50.000 € übrig. Dafür muss der Landwirt aber etwa 1 Million € (1.000.000 €) investieren, ohne dass ihm jemand Preisgarantien gibt (verkaufs- und einkaufsseitig übrigens). Zurzeit schätzt Dr. Sürie (Forschungs- und Versuchsanstalt der TIHO Hannover in Ruthe/Sarstedt) die Marge nur bei 2-3 Cent pro Tier, was bedeutet, dass dann nur noch 10-15.000 € pro Jahr (!) an gewinn. Diese Risiken würde ein ordentlicher Kaufmann niemals akzeptieren.

 

Und wenn morgen das Landvolk Hannover – das übrigens nicht für alle Landwirte spricht – mit Treckern (deren Dieseltreibstoff alle Steuerzahler ordentlich subventionieren) und durch ihre Anwesenheit für ihre Meinung vor dem Haus der Region demonstrieren (was ihr gutes Recht ist) sei darauf hingewiesen, dass wir als CI – {CALENBERGERINITIATIVEN}  dem Landvolk Hannover vor knapp 6 Wochen (14.08.2011) in einem ausführlichen Schreiben (das dieser Email als Anlage beigefügt ist) einen Dialog vorgeschlagen haben um u.a. über mögliche Zukunftslösungen für viele – vor allem auch kleinere – Landwirte zu sprechen. Wir haben darauf nie eine Antwort erhalten und rechnen auch nicht mehr damit.

 

Zu den Verflechtungen der Agroindustrie und des Bauernverbandes (hier in Niedersachsen: Landvolk Niedersachsen e.V.) können Sie auf folgendem Link mehr erfahren: 

 

Ich möchte Sie abschließend bitten, den von SPD und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN eingebrachten Antrag in der Version vom 02.09.2011 Ihre Zustimmung zu geben.

 

Für Rückfragen und auch Gespräche stehe ich Ihnen sehr gern zur Verfügung.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihre

CI – {CalenbergerInitiativen}

Netzwerk gegen Massentierhaltung

 

Michael Hettwer

Sprecher

 

Durch Anklicken des nachfolgenden Links gelangt man zum Breif der CI vom 14.08.2011 an das Landvolk Hannover:

 

 

 

 

 

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