Muss man sich um die Gesundheit von Landvolk-Boss Hilse Sorgen machen?

Laut Kurt Tucholsky darf Satire alles.

Im Gegensatz darf der Präsident des Landvolk Niedersachsen Niedersächsischer Bauernverband e.V., Werner Hilse, eben nicht alles; schon gar nicht zur Selbstjustiz aufrufen. Ihm, Hilse, würde es viel besser anstehen, wenn er sich endlich einer vorbehaltlosen gesellschaftlichen Diskussion über die notwendigen und längst überfälligen Reformen im Agrarbereich stellen würde, als immer nur mit häufig falschen und  oder fadenscheinigen Argumenten sich weiterhin als oberster Lobbyist der Agrar- und Ernährungsindustrie zu gerieren.

Unter diesem Vorzeichen von Kurt Tucholskys Aussage zur Satire ist die E-Mail von Wilfried Papenhusen, Vorstands-vorsitzender von Bündnis MUT aus Großenkneten und Mitsprecher im Landesnetzerk Niedersachsen Bauernhöfe statt Agrarfabriken zu sehen, die hier nachfolgend wiedergegeben wird:

Herr Präsident, ich mache mir Sorgen um Ihre Gesundheit.

Sehr geehrter, lieber Herr Werner Hilse,

weniger Ihre körperliche Vitalität, sondern vielmehr Ihre geistige und seelische Verfassung wirft bei mir Fragen auf und bereitet mir Sorge.

Immer häufiger und in immer kürzeren Abständen legen Sie sich mit, Verzeihung, Gott und der Welt an und senden  nun auch noch dem Ministerpräsidenten einen verzweifelten Hilferuf.

Was mag danach kommen?

Vorsorglich gebe ich Ihnen, vertraulich natürlich, die EMail vom Papst, die da lautet: Franziskus@vatikan.it. Er ist übrigens ein ganz Netter.

Bitte, verwenden Sie diese nur im allergrößten Notfall und nicht so freizügig, wie viele Ihrer Verbandsmitglieder mittlerweile Reserveantibiotika in der Massentierhaltung.

2011 auf den Unternehmertagen der Volks- und Raiffeisenbanken in Oldenburg nehmen Sie einen Beitrag Ihres Vorredners Prof. Rademacher, bekannter Globalisierungskritiker und Gründungsmitglied des Club of Rome, auf und bekennen sich dazu: “…man muß dann aber auch bereit sein, sein Eigentum mit der Waffe in der Hand gegen die Unterschicht zu verteidigen.”

Sehr geehrter Herr Werner Hilse, bitte, rechnen Sie mich auch zu dieser “Unterschicht” und die Ärzte, die auf “irgendeiner Pressekonferenz fachlichen Nonsens verbreiten” und gleichzeitig Alarm schlagen wegen mittlerweile jährlich über 20.000 Toten durch MRSA, nach Ihrer Klassifizierung der Menschen in Ober- und Unterschicht, am Besten auch gleich mit.

Sollte auch nur eine Ihrer unzähligen Drohungen eintreten, nämlich, daß die “unerfüllbaren Forderungen des Landwirtschaftsministers jeglichen Zubau an Ställen stoppen”, finde ich allerdings diese Entwicklung ausnahmslos zielführend und ganz im Sinne der täglich größer werdenden Bürger- bzw. Volksbewegung gegen Massentierhaltung.

Sie reklamieren Polemik beim Landwirtschaftsminister, den ich persönlich bislang stets als sachlich und kompetent orientierten Gesprächspartner erlebt habe.

Umso ungenierter greifen Sie, Herr Werner Hilse, gleich mit beiden Händen in die Wühlkiste unfeiner und teilweise volksverhetzender Worthilsen, Entschuldigung Worthülsen.

Diesen Eindruck haben mir Ihre unzähligen Äußerungen in den Medien, die ich seit Jahren zur Kenntnis nehme, vermittelt.

Doch die Sendesignale, die Sie sozusagen “zwischen den Zeilen” auf den Weg bringen, geben mir die Gewißheit, daß Sie sich im aussichtslosen Rückzugsgefecht mit einer schwindenden Zahl vermeintlich treuer Anhänger, befinden.

Daher nehme ich mir die Zeit, die eingeläutete Agrarwende Stück für Stück mit zu erleben und wünsche Ihnen, bei besserer Gesundheit, das selbe.

Sonnige Grüße an Ihren Heimatort.

Wilfried Papenhusen

Hier der Link zum Artikel auf den sich Wilfried Papenhusen u.a. bezieht:

 

Und hier geht es zur Internetseite der Ärzteinitiative gegen Massentierhaltung (nebst sehr umfangreichen Dokumenten):

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