Berlin prüft Dispensierrecht der Tierärzte abzuschaffen

Wie der NDR am 07.10.2014 berichtet, prüft das Bundeslandwirtschafts-ministerium in Berlin, das sogenannte Dispensierrecht – also das Recht er Tiermediziner Tierarzneimittel nicht zu verschreiben sondern auch gleich-zeitig zu verkaufen – einzuschränken bzw. aufzuheben.

Hintergrund für diese Überlegung sind die ganz erheblichen Mengen an Antibiotika, die über die Veterinäre vor allem in der industriellen Tiermast / Massentierhaltung eingesetzt worden sind und heute noch werden.

Unter anderem auch dadurch sind widerum die Resistenzen gegen Antibiotika stark angestiegen, durch die allein in Europa Jahr für Jahr mindestens 25.000 Menschen zu Tode kommen.

Dass sich der Tierärzteverband gegen eine Änderung des Dispensierrechts ausspricht, mag verständlich sein, weil man dort natürlich die Pfründe sichern will. Aber es gibt auch verantwortungsbewußte Tiermediziner, die sich ganz ausdrücklich für eine Abschaffung des Dispensierrechts ausprechen.

Kritische Tierärzte haben sich zusammengefunden und äußern  sich kritisch u.a. zu der Massentierhaltung und ihrer Standesvertretung:

Dass sich das Bundeslandwirtschaftsministerium jetzt (nach vielen Jahren) mit dieser Thematik befasst, scheint zu belegen, dass die Situation mit dem Antibiotika-Missbrauch sehr Besorgnis erregend ist. Man darf abwarten, was (und wann) denn die Prüfungen an konkreten Schritten ergeben. Oder sollte es wieder nur darum gehen, den Bürgern durch vorgeschobenen Aktionismus in Sicherheit zu wiegen und dann in der Sache durch den Einfluß der Lobbyisten der Agrarindustrie alles wieder zu verwässern?

Die Bewegung gegen Massentierhaltung fordert schon seit langer Zeit die Abschaffung des Dispensierrechts.

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