Landvolk: Eigennutz wieder einmal vor Allgemeinwohl – ein Kommentar von Michael Hettwer

Während der niedersächsische Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Bündnis 90 / Die Grünen) ein Verbot neuer Antibiotika in der Tiermast anstrebt, um die Menschen vor Antibiotika-Resitenzen (an denen in Europa Jahr für Jahr 25.000 Menschen sterben müssen) zu schützen und damit einer Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO – einer Einrichtung der Vereinten Nationen) nachkommt entblödet sich der Landvolkverband im Nordwesten Niedersachsens nicht, mit einer mehr als fragwürdigen Umfrage von etwa 200 Menschen (ob diese verschwindend kleine Zahl überhaupt repräsentativ ist und wissenschaftlichen Mindeststandards entspricht, bleibt noch zu prüfen) wieder einmal die Menschen zu täuschen, um angeblich zu belegen, dass die Mehrheit der Menschen in unserem Land für eine Antibiotikagabe in der Tiermast ist. Nicht nur, das die Methoden der Erhebung mehr als fragwürdig sind (denn es wurden nur Menschen in einigen der so genannten viehdichten Kreise befragt – was ist eigentlich mit den Großstädten? Da wollte man wohl nicht fragen, weil man sicher ist, dass das Ergebnis ein ganz anderes wäre), auch die Art und Weise wie der Landvolkverband mit den erheblichen Gefahren für die Gesundheit der Menschen in unserem Land umgeht, spricht Bände und zeigt zum wiederholten Male, um was es den Verbandsfürsten des Lobbyverbandes Landvolk geht: um die Absicherung der eigenen Pfründe. Denn wenn es um den Erhalt und Mehrung des eigenen Einkommens geht, scheint diesen Lobbyisten ja w´fast Mittel recht zu sein. Interessant übrigens, dass man vom Landvolk-Boss Hilse seit Wochen nichts hört. Gerade jetzt wäre er gefordert, klar Stellung zu beziehen.

Dies alles erinnert so fatal an Brechts Dreigroschenoper: „Erst komt das Fressen, dann kommt die Moral“.

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