taz-Kommentar Benno Schirrmeister 08.06.2012: AGRAR- UND UMWELTMINISTERIUM HABEN GEWÄSSERVERSCHMUTZUNG BEFÖRDERT

Die taz berichtet in ihrer Ausgabe vom 08.062012 über das Symposium „Nährstoffmanagement und Grundwasserschutz“, dass vom den Ministerien für Umwelt, Landwirtschaft und Soziales, zusammen mit dem Wasserverbandstag, dem Niedersächsischen Landkreistag und dem Landvolk (!!!) veranstaltet worden ist.

Sicherlich nicht uninteressant ist die Einladung zum Vorgespräch für die Presse und der Flyer mit der Einladung zu dieser Veranstaltung (beide auf den nachfolgenden Links nachlesbar):

Ob mit dem Eintrittsgeld für die Veranstaltung das Pressefrühstück finanziert wird, ist fraglich.

Auf folgendem Link (bitte anklicken) ein Artikel aus der Unabhängigen Bauernstimme (04/2012) unter dem Titel „Gülle-Freibriefe für Agrarfabriken“:

Dem nachfolgenden Kommentar von Benno Schirrmeister, taz, ist nichts hinzuzufügen:

AGRAR- UND UMWELTMINISTERIUM HABEN GEWÄSSERVERSCHMUTZUNG BEFÖRDERT

Im Augias-Stall

KOMMENTAR VON BENNO SCHIRRMEISTER

Völlig jenseits von Gut und Böse bewegt sich Niedersachsens Agrarlobby: Da treten die ihr wirklich wohlgesinnten Landesminister für Landwirtschaft, Gert Lindemann (CDU), und für Umwelt, Stefan Birkner (FDP), an die Öffentlichkeit – und geben bekannt, dass etwas falsch läuft.

Die beiden räumen ein, dass die Kritiker ihres Agrarindustrialisierungs-Kurses Recht haben. Sie bestätigen, dass der systemische Kreislauf Landwirtschaft zerbrochen ist, dass die Abfälle der Tierproduktion die Böden vernichten und die Gewässer verseuchen. Und der Agrar-Lobbyvertreter Heinz Korte, Vizepräsident des Landvolks – so heißt in Niedersachsen der Bauernverband -, was tut der? Der fordert mehr Geld für die Verursacher. Schrill.

In diesem Selbstverständnis spiegelt sich indes nur die lange eingenommene devote Haltung des Landes gegenüber dieser Lobby: Niedersachsens Regierung hat unter Agrarpolitik seit Jahrzehnten nichts anderes verstanden, als die gesellschaftlichen Lasten dieser Industrie so vollständig wie nur möglich auf die Gesellschaft abzuwälzen. Groß ist die daraus erwachsende technische Folge-Aufgabe der Sanierung von Luft, Böden und Gewässern. Doch ungleich größer ist die politische: Es geht darum, die Agrarindustrie wenigstens teilweise an den Kosten zu beteiligen. Nur dann fängt sie an, umzudenken. Das hinzukriegen ist ein wahrhaft herkuleischer Job.

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