Pressemitteilung der BIM – [BürgerInitiative Munzel] e.V. vom 24.01.2012 – BIM – [BürgerInitiative Munzel] fordert generell Filteranlagen für Mastställe

BIM – [BürgerInitiative Munzel] fordert generell Filteranlagen für Mastställe

 

Die BIM – [BürgerInitiative Munzel] e.V. hat Recherchen und Unter-suchungen des ZDF in Zusammenarbeit mit dem BUND und der BI Metel (Neustadt/Rbge.) unterstützt. In unmittelbarer Nachbarschaft zu einem Hühnermaststall im Neustädter Ortsteil Metel wurden Keimproben genommen um zu untersuchen, ob die gefährlichen MRSA- und ESBL-Keime auf den angrenzenden Feldern nachzuweisen sind.

 Das ZDF berichtet hierzu am Mittwoch, 25.01.2012 ab 23:00 in der Sendung „zoom“ unter dem Titel „Tödliche Keime aus der Massentierhaltung“.

Das Ergebnis der von der BIM begleiteten Untersuchung zeigt auf, dass noch in 400 Metern Entfernung vom Maststall die gefährlichen Keime feststellbar waren.

Damit sind ernsthafte Indizien dafür vorhanden, die in  ausländischen Studien bereits wissenschaftlich belegt worden sind: Keime aus Massentierställen sind in weit aus größerer Entfernung nachweisbar, als bisher angenommen.

Dazu der Vorsitzende der BIM, Michael Hettwer: „Wir fordern  von den Genehmigungs- und Überwachungsbehörden im Interesse der Gesundheit der Menschen ganz entschieden, dass für bestehende und geplante Massentierställe nachträglich Filteranlagen zur Auflage gemacht werden und dass bei beantragten bzw. noch nicht erstellten Ställen von jedem potentiellen Betreiber eine belastbare Studie vorgelegt wird, die eine von den beantragten Ställen ausgehende Gesundheitsgefährdung  eindeutig ausschließt.“

Hettwer verweist insbesondere auf die Fürsorgepflicht der Genehmigungs- und Überwachungsbehörden – aber auch der Politiker –  hin, die Leben und Gesundheit der Menschen in erster Linie zu schützen haben. „Dass es – auch für Hühnermastställe – zertifizierte und zugelassene Filtertechnik gibt, die damit auch Stand der Technik sind, sollte zum Beispiel auch der Verwaltung der Region Hannover bekannt sein. Ich gebe den so genannten Fachleuten hierzu gern entsprechende Informationen“, bietet Hettwer der Region Hannover an, die noch im Rahmen der Genehmigung zum Maststall in Groß Munzel eine entsprechende Filtertechnik nicht kannte.

Nach dem Dioxin-Skandal Anfang 2011, dem Skandal um die Fa. Wiesenhof, den nachgewiesenen hohen Dosen an Antibiotika in der Tiermast und dem gerade vor gut zwei Wochen vom BUND aufgedeckten Skandal um MRSA- und ESBL-Keimen in Hühnerfleisch fordert der BIM – Vorsitzende die Verbraucher auf, bei ihren Einkäufen Fleisch aus Massentierhaltung gurndsätzlich vom Einkauszettel zu streichen und Ware aus tier- und artgerechter Haltung zu kaufen.

„So kann jeder etwas für seine Gesundheit tun und dem Umwelt- und Tierschutz dient es auch.“, so Hettwer.

 Hierzu nchfolgend auch die Pressemitteilung des BUND vom 24.01.2012:
Pressemitteilung vom 24. Januar 2012

Antibiotikaresistente Keime in Umgebung von Hähnchenmastanlage in Niedersachsen nachgewiesen

 

Berlin/Hannover: Im Abstand von bis zu 400 Metern von einer Geflügelmastanlage in Niedersachsen befinden sich am Boden und auf Pflanzen antibiotikaresistente Keime. Dies ergab die Analyse von Stichproben, die der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) gemeinsam mit der örtlichen Bürgerinitiative des Netzwerkes „Bauernhöfe statt Agrarfabriken“ und dem ZDF bei einer Hähnchenmastanlage bei Neustadt am Rübenberge genommen hatte. Mit dem Verfahren sogenannter „Sockentupferproben“ wurden in drei von zwölf Proben ESBL-bildende E.coli-Bakterien (Extended Spectrum Beta-Lactamase) nachgewiesen. Der BUND bewertet die Funde als besorgniserregend, da die Keime unter anderem auch in Gärten eingetragen werden und über Rohkost wie Karotten oder Salate in die Nahrungskette gelangen können.

Reinhild Benning, BUND-Agrarexpertin: „Unsere Ergebnisse zeigen ein Problem, das Agrarministerin Ilse Aigner seit langem bekannt ist. Über die Abluft von Intensivtierhaltungen gelangen antibiotikaresistente Keime in die Umwelt und können die Gesundheit von Anwohnern gefährden. Ministerin Aigner muss umgehend handeln und die Menschen in der Umgebung solcher Anlagen wirksam vor den gesundheitlichen Risiken der Massentierhaltung schützen.“

Eine Richtlinie des Verbands deutscher Ingenieure (VDI) für sogenannte Bioaerosole, also luftgetragene Erreger, liege Bund und Ländern bereits vor. Sie beinhalte Abstandsauflagen und Vorschriften für Luftfilter in Intensivtierhaltungen. Die Richtlinie sei jedoch bisher nicht in Kraft gesetzt worden. Dies müssten Ministerin Aigner und die Bundesländer umgehend nachholen. Antibiotikaresistente Keime dürften nicht weiter über die Stallabluft in Gärten und Lebensmittel gelangen.

Tilman Uhlenhaut, Agrarreferent BUND Niedersachsen: „Über die Hälfte des Geflügels in Deutschland steht in niedersächsischen Ställen. Aufgrund der hohen Stalldichte besteht in unserem Bundesland sofortiger Handlungsbedarf. Wie sich erneut zeigt, protestieren die Anwohner zu Recht gegen Massentierhaltungs-Anlagen vor ihrer Haustür. Wir rufen die niedersächsische Landesregierung auf, die Bevölkerung umgehend vor den Gefahren zu schützen.“

Pressekontakt:  Reinhild Benning BUND-Agrarexpertin, Tel.: 030-27586-481 bzw. Rüdiger Rosenthal, BUND-Pressesprecher, Tel. 030-27586-425/-464, E-Mail: presse@bund.net, www.bund.net; in Niedersachen: Tilman Uhlenhaut, BUND-Agrarreferent, Mobil: 01577-4499120 

 

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