Pressemitteilung AbL: Standorte und Fakten von Agrarfabriken nicht unter der Decke halten!

Pressemitteilung
AbL: Standorte und Fakten von Agrarfabriken nicht unter der Decke halten!
 

Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) kritisiert die Versuche einiger Vertreter von Tierhalterverbänden, die Fakten zu Betreibern, Tierzahlen und Standorten von Agrarfabriken nicht öffentlich werden zu lassen. Viel zu lange schon sei die fortschreitende Industrialisierung von der Agrarindustrie-Lobby sowie von agrarindustrie-geneigten Bundes- und Landespolitikern unter der Decke gehalten worden. Umso verdienstvoller sei es, wenn jetzt von Bürgerinitiativen und Verbänden des bundesweiten Netzwerks „Bauernhöfe statt Agrarfabriken“ sowie von Politikern der Grünen endlich Zahlen und Fakten ins Internet gestellt würden. Nur so könnten Bürger und Medien erkennen, welch erschreckendes Ausmaß die industrielle Tierhaltung in der Geflügelbranche und auch in der Schweinehaltung in bestimmten Regionen bereits erreicht habe. 

Die Haltung von Masthühnern, Puten und Legehennen geschehe längst  in Ställen mit mehreren Zehntausenden oder auch Hunderttausenden von Tieren unter direkter Kontrolle weniger Konzerne bzw. in abhängiger Vertragsmast. Auch in der Schweinehaltung würden immer mehr mittelständisch-bäuerliche Betriebe durch Anlagen mit Tausenden und Zehntausenden von Mastschweinen oder Sauen verdrängt.

Die hohe Konzentration solcher Tierzahlen führe zu massiven Immissions-Problemen für Lebensqualität und Gesundheit der Anwohner, für Umwelt, Regionen und Tourismus. Eine umweltverträgliche und artgerechte Tierhaltung mit Auslauf und Strohhaltung und ohne Verstümmelung der Tiere (oder zumindest die Möglichkeit des Rückbaus auf eine solche Tierhaltung) sei nur in Betrieben unterhalb der neuen gewerblichen Obergrenzen des Bundesbaugesetzbuchs möglich – nämlich unterhalb von 1.500 Mastschweine-, 560 Sauen-, 30.000 Masthühner-, 15.000 Legehennen-, 15.000 Puten- oder 600 Rinderplätzen.   

Die Veröffentlichung der Standorte beantragter Agrarfabriken, so die AbL-Agrarindustrie-Experte Eckehard Niemann, erfolge bisher schon – aber leider nur begrenzt in den Amtsblättern der jeweiligen Landkreise. Umso wichtiger seien deshalb Fakten und Landkarten, die einen Gesamtüberblick über neue und auch alte Tierfabriken ermöglichten. Dies sei nicht nur für eine Gesamteinschätzung wichtig, sondern auch für eine noch effektivere Bündelung des Widerstands in den Regionen und Bundesländern.

Statt die Veröffentlichungen solcher Fakten als Aufruf zur „Hexenjagd“ zu diffamieren und agrarindustrielle Betreiberfirmen mit Billig-Arbeitsplätzen gar als „Mehrfamilienbetriebe“ schönzufärben, sollten verantwortungsbewusste Vertreter von Tierhalterverbänden im Interesse ihrer bäuerlichen Mitglieder besser einen klaren Trennungsstrich gegenüber den Agrarfabriken ziehen.

Die AbL rief zur intensiven Nutzung z.B. folgender Internetseiten mit Fakten und Landkarten zu Agrarfabriken und Bürgerinitiativen auf:

3.350 Zeichen   –  06.07.2013

Zu der obigen Pressemitteilung nachfolgende Hintergrund- und Informationsmaterialien:

 

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