Pressemitteilung AbL: „Moderne Tierhaltung“ als „Dummwort des Jahres 2012“?

Pressemitteilung

 „Moderne Tierhaltung“ als „Dummwort des Jahres 2012“?

Der Begriff „Moderne Tierhaltung“ als agrarindustrie-beschönigendes Schlagwort der Agrarindustrie und des Bauernverbands wurde von Bäuerinnen und Bauern offenbar zum „Dummwort des Jahres“ gewählt.

Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) hat die bauernverbands-dominierte Monatszeitung „dlz-agrarmagazin“ aufgefordert, endlich das Ergebnis ihrer Leser-Umfrage zur Wahl des „Dummworts des Jahres 2012“ zu veröffentlichen. Die Umfrage nach dem Vorbild des „Unworts des Jahres“, bei der die Teilnehmer von März 2012 bis zum 30.8.2012 ihre Vorschläge „für das dümmste Wort des Jahres aus dem landwirtschaftlichen Sektor“ einreichen konnten, sei offenbar nicht nach Wunsch der Bauernverbands-Spitze verlaufen: Die Redaktion hatte den dlz-Lesern vor allem „so unfassbare Wortschaffungen wie Massentierhaltung, Vermaisung oder Schweinegrippe“ nahegelegt, um so die gesellschaftliche Kritik an der Agrarindustrialisierung als „dumm“ abzuqualifizieren.

Nach Informationen der AbL hätten die meisten Umfrage-Teilnehmer als „Dummwort“ demgegenüber aber den Begriff „Moderne Tierhaltung“ gewählt, mit welchem Geflügel- und Schlachtkonzerne, Investoren von Agrarfabriken sowie die Bauernverbandsspitze gemeinhin ihre agrarindustriellen Ziele zu beschönigen und bemänteln suchten.

AbL-Agrarindustrie-Experte Eckehard Niemann wies darauf hin, dass die für September angekündigte Veröffentlichung des Umfrage-Ergebnisses unterblieben sei, ebenso gebe es nun selbst im Dezember-Heft keine Bekanntgabe. Die AbL forderte den Bauernverband, der die deutsche Agrarpresse weitgehend dominiere oder kontrolliere, zur raschen Information der Landwirte und Leser über dieses agrarindustrie-kritische Umfrage-Ergebnis auf.

Die AbL bedankte sich bei allen Bäuerinnen und Bauern für das klare Votum gegen den agrarindustriellen Lobbyismus des Bauernverbands und damit für ihre eigenen bäuerlichen Interessen.

1.960 Zeichen – 03.12.2012

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