Landvolk-Chef Hilse: doppelzüngig, unredlich, unverschämt und egoistisch – ein Kommentar von Michael Hettwer

Die jüngsten verbalen Ausbrüche des Präsidenten des Niedersächsichen Landvolk Landesbauernverband e.V. Hilse gegenüber dem Landwirtschaftsminister Niedersachsens und auch gegenüber dem Niedersächsischen Ministerpräsidenten belegt wieder einmal, mit welchen Mitteln der  Agrarlobbyist Hilse agiert: mit doppelzüngigen Aussagen und unredlichem Argumentieren gepaart mit unverschämten Stil und egoistischem Handeln.

Die jüngsten Äusserungen von Hilse lassen nicht nur einen Mangel an Demokratieverständnis erkennen, sondern sie zeichnen auch ein Bild eines Mannes, dem man durchaus reaktionäres Gebaren zutrauen könnte (und es gibt durchaus Beobachter die ihm noch Schlimmeres zutrauten, als sie ihn 2011 auf den „Unternehmertagen“ der Volks- und Raiffeisenbanken in Oldenburg erlebt haben. Dort sprach Prof. Radermacher, bekannter Globalisierungskritiker, Gründungsmitglied des Club of Rome, über die Zukunft der Weltwirtschaft. Er stellte im Wesentlichen zwei alternativen vor: „Balanced world“ mit Ausgleich zwischen armen und reichen Ländern, Ökologisierung der (Land-)wirtschaft, Ressourcenschonung etc einerseits oder „Brasilianisierung“, d.h. Auseinanderdriften der Gesellschaft, kleine superreiche Oberschicht, verarmte Unterschicht, rücksichtslose Ausbeutung der Natur andererseits. Nach ihm sprach Hilse und sagte, er glaube nicht an Utopien, er stelle sich auf die Brasilianisierung ein, „man muss dann aber auch bereit sein, sein Eigentum mit der Waffe in der Hand gegen die Unterschicht zu verteidigen!“. – Totenstille im Saal, keiner klatschte, obwohl es mehrheitlich Bauernverbandsleute waren, selbst diese waren entsetzt von so einer Aussage).

Dieses Welt- und Menschenbild vom höchsten Repräsentanten der nieder-sächsischen Landwirte! Damit führt er den ganzen „Berufsstand“ –  ein Wort mit Beigeschmack – in die gesellschaftliche Isolation.

Seine neuesten zum Teil pöbelnden und unverschämten Angriffe

belegen eindeutig mit welchen Tricks und fragwürdigen Mittel Hilse arbeitet:

Er fordert angeblich mangelnden Respekt von Minister Meyer ein, dabei sind es Hilse und die weiteren Scharfmacher in seinem Verband, die nicht nur respektlos gegen den demokratisch legetimierten Minister vorgeht. Man muss nur einmal in den Versammlungen des Landvolks dabei sein, wenn man versucht den Minister zu „grillen“. Hilse sollte sich merken, dass wenn man mit einem Zeigefinger auf andere zeigt, mindestens drei Finger auf einen selbst zeigen.

Dann kündigt Hilse Widerstand an, den er seit dem von ihm wohl nicht erwarteten Regierungswechsel m 19.02.2013 massiv betreibt. Dass er dabei vor fragwürdigen Mitteln, die ja u.U. auch strafrechtlich relevant sein können, nicht zurückschreckt, zeigt welch geistes Kind der Mann ist.

Und der bisherige Höhepunkt an Doppelzüngigkeit ist der Angriff auf die Landesregierung mit der Hilse sich in „einem geheim gehaltenen Spitzen-gespräch“ zuerst auf ein gemeinsames Papier verständigt hatte und es dann zurückzog. Übrigens: in diesem Papier ist ausdrücklich enthalten, dass das Landvolk seine „Parteipolitsche Neutralität unterstreicht“ und sich beide Seiten zu einem „konsruktiven und respektvollen Umgang“ und „persönliche Angriffe“ anstreben zu vermeiden. Was Hilse jedoch in dieser Woche ge- startet hat, ist genau das Gegenteil von dem, auf das er sich mit der Landesregierung geeinigt hat.

Da verbleibt es nur, dem ehrenwerten Herrn Hilse auf die Worte des römischen spätantiken Gelehrten, Politker, Philosophen und Theologen Anicius Manlius Severinus Boethius hinzuweisen: Si tacuisses, philosophus mansisses – Wenn du geschwiegen hättest, so wärest du ein Philosoph geblieben.

Auf den Philosophen Werner Hilse wird man aber sicherlich vergeblich warten…

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