NDR-Internetseite vom 20.04.2011: 38 Schritte zu mehr Tierschutz – „Tierschutzplan reicht nicht aus“

Wie der NDR auf seiner Internetseite berichtet, hat der neue Agrarminister Niedersachsens, Gerd Lindemann, heute – natürlich sehr medienwirksam – auf einer Pressekonferenz „38 Schritte zu mehr Tierschutz“mit angeblich neuen Vorgaben an den Tierschutz, „Tierschutzplan“ genannt, in Niedersachsen vorgestellt.

Dabei sind Änderungen vorgesehen, die erst in einigen Jahren und in einem Fall sogar erst ab 2018, in also 7 Jahren (!!!), gelten sollen.

Ob der Minister wirklich daran glaubt, dass  er 2018 noch im Amt ist, wenn er verlautbaren lässt: „Ich werde den jetzt begonnenen Weg in jedem Fall mit einer deutlichen Verbesserung im Tierschutz beenden“, ist ja wohl eher zweifelhaft.

Wer sich das Papier vom Minister anschaut, erkennt sehr schnell, dass hier sehr bürokratisch agiert wird und vieles erst einmal zeitlich nach hinten verschoben ist.

In keinem einzigen Punkt ist eine verantwortliche Beteiligung der Tier- und Verbraucherschützer vorgesehen – im gesamten Tierschutzplan sind Tier- und Verbraucherschützer nicht ein einziges Mal erwähnt.

Und, am Ende jeder Seite ist der Hinweis zu finden, dass es sich um einen Plan handelt, der verändert werden kann.

Dass ganze Procedere mutet eher nach einer für manche Politiker typischen Aktion der Beschwichtigung und Wählerverdummung an.

Wäre Agrarminister Lindemann noch Schüler müsste im der Lehrer eigentlich ein „Lindemann: Thema verfehlt, sechs, setzen!“ zurufen.

Der Agrarlobby kann man nur gratulieren: dort hat man es augenscheinlich sehr gut verstanden, sich wieder einmal nur für die Profitinteressen einiger weniger Agrarindustrieller einzusetzen und den Minister, der anscheinend als Tiger gestartet zu sein schien, als Bettvorleger landen zu lassen. Chapeau!

Und das ach so große Aufschreien von Landvolkchef Hilse scheint reflexartig zu sein. Hilse muss endlich einmal zur Kenntnis nehmen, dass alle Skandale im Tierbereich von Landwirten – also Leuten, die sein Verband glaubt zu repräsentieren – verursacht bzw. zumindest mit verursacht worden sind.

Durch Anklicken des nachfolgenden Links gelangt man zum Bericht des NDR:

Und hier ist durch Anklicken des Links der so genannte Tierschutzplan nachzulesen:

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