Deister-Aktuell 08.12.2012:
„Eine gesunde Ernährung ist eine Frage der Haltung“
Grüne und Bürgerinitiativen wenden sich gegen den Bau weiterer Mastanlagen
GROSS MUNZEL (ta). Nachdem die Errichtung der Hähnchenmastanlage des Landwirts, Arnd v. Hugo, mit maximal 84.400 Tieren rechtlich genehmigt worden ist, haben die Bürgerinitiative Munzel (BIM), der Verein „Zukunft -Leben – Dedensen“ und die Bündnisgrünen die Befürchtung, dass weitere große Ställe folgen könnten. Im Zuge einer Ortsbegehung sagte der Landtagskandidat der Grünen, Thomas Lux, mit der im Bau befindlichen Anlage nördlich von Groß Munzel und den geplanten Logistikflächen an der Autobahn 2 würden Menschen und Umwelt schon außergewöhnlich stark belastet, ein weiteres derartiges Großprojekt sei für die Anwohner einfach nicht hinnehmbar. Vielmehr sollten künftig eine bäuerlich-nachhaltige Landwirtschaft und die artgerechte Tierhaltung gefördert werden. Um dies zu erreichen, sollten die gesetzlichen Rahmenbedingungen beim Baurecht geändert und den Tierschutzverbänden ein Verbandsklagerecht eingeräumt werden, forderte Lux. Demgegenüber stehe die Haltung der schwarz-gelben Landesregierung, die den Ökolandbau im Bundesvergleich nur unterdurchschnittlich befördere. Darüber hinaus sollten betroffene Kommunen die Möglichkeit erhalten, bereits bestehende Anlagen zu überwachen, denn was der Barsinghäuser Lokalpolitik jetzt fehle, so Lux weiter, sei eine genaue Kenntnis über die aktuellen Baumaßnahmen. Auch der Grünen-Bundestagsabgeordnete, Christian Kindler, meinte, Tiere quälen für den Export gehe nicht an. „Wir wollen die regionale Landwirtschaft und keine Industrien.“ Grundsätzlich müsse eine neue Agrarpolitik ohne Subventionen für Massentierhaltungen her, ansonsten werde das Höfesterben weitergehen, befürchtete Kindler. BIM-Vertreterin Karin Hettwer bemängelte, dass die Anlage V. Hugos über keine Luftfilteranlage verfüge. „Wir wissen nicht, ob der Landwirt den Bau von zusätzlichen Gebäuden plant oder vorhat, den Großschlachthof bei Wietze zu beliefern. Aber V. Hugo weiß, dass wir ihn weiterhin beobachten werden“, so Hettwer. Foto: ta
vom 08.12.2012 | Ausgabe-Nr. 49B
