Deister Aktuell (DA) und Wunstorfer Stadtanzeiger (WZA) vom 08.01.2011:
Gewichtige Argumente gegen geplante Hähnchenmastanlage
Bürgerinitiative Munzel gibt Einwendungen bei der Region ab/ Fachbereich Umwelt prüft das Material
HANNOVER/GROß MUNZEL (mh). Schwerwiegende Einwendungen haben Vertreter der Bürgerinitiative Munzel (BIM) am vergangenen Mittwoch der Region Hannover entgegen gebracht. Sechs Kilogramm wiegt das Papier auf dem die Einwendungen gegen den geplanten Bau einer Hähnchenmastanlage in Groß Munzel niedergeschrieben sind. Rolf Baumgarten (li.) und Michael Hettwer (re.) geben die gesammelten Einwendungen bei der Region Hannover im Alten Kreishaus in Hannover ab.
Jeder Bürger hatte Zeit seine Einwendungen bis zum 6. Januar der Stadt Barsinghausen oder der Region Hannover gegenüber vorzubringen, unabhängig vom Wohnort. „Wir haben Unterstützung aus ganz Deutschland erfahren“, sagt Michael Hettwer, Vorsitzender der Bürgerinitiative. Über 250 Personen haben zum Teil äußerst umfangreich ihre Bedenken und Einwände gegen die geplante Errichtung der Hähnchenmastanlage formuliert. Seit geraumer Zeit stellt sich die BIM gegen den Bau der Mastanlage für 84.000 Tiere. Mit den abgegebenen Einwendungen soll nun formell gegen die Errichtung der Anlage vorgegangen werden.
Der BIM-Vorsitzende Michael Hettwer hat persönlich auf über 100 Seiten seine Einwendungen vorgebracht. Detailliert formuliert er in seinem Schreiben die zahlreichen Bedenken gegen die Hähnchenmastanlage. Die Einwände reichen von Gesundheitsrisiken, die durch den Betreib der Anlage entstehen könnten, über Tierschutzaspekte, Brandschutz und Gewässerschutz. Auch sind seiner Einwendungen nach Fehler im Genehmigungsverfahren seitens der Region Hannover gemacht worden. Ebenso will der BIM-Vorsitzende Verstöße gegen geltendes Recht – Grundgesetz, Tierschutzgesetz, Bauordnung und Nutztierhaltungsverordnung – ausgemacht haben und zeigt diese in seinem Schreiben auf.
Alle Einwendungen müssen nun von der Region Hannover, insbesondere vom Team Anlagenüberwachung des Fachbereiches Umwelt, innerhalb von zwei Wochen nach Eingang geprüft werden, über die Anträge innerhalb der Einwendungen muss in dieser Zeit ebenfalls entschieden werden. „Ich denke nicht, dass es möglich ist, die gesamten schriftlichen Einwendungen in dieser Zeit zu prüfen“, so Michael Hettwer. Der nächste Termin in dem Streit um die Hähnchenmastanlage steht schon fest, für den 26. Januar ist ein Erörterungstermin zwischen den Parteien in der Waschkaue des Besucherbergwerks geplant. Dort werden noch einmal alle Argumente zusammen getragen, eine Entscheidung wird aber nicht gefällt.Foto: mh
vom 08.01.2011 | Ausgabe-Nr. 1B
Deister Aktuell vom 08.01.2011:
UWG reicht Einwendungen gegen Mastanlage ein
Plädoyer für eine überschaubare und ökologisch-biologische Tierhaltung in der Region / Weniger Neuansiedlungen befürchtet
BARSINGHAUSEN (ta). Kurz vor Ablauf der geltenden Frist hat die Unabhängige WählerGemeinschaft Barsinghausen/Freie Wähler am Dienstag eine Reihe von Einwendungen gegen die von Landwirt Arndt v. Hugo geplante Hähnchenmastanlage bei der Region Hannover eingereicht. Mit Blick auf das sich anschließende Genehmigungsverfahren begründet die UWG ihre ablehnende Haltung gegenüber dem umstrittenen Projekt bei Groß Munzel mit dem Bundes-Immissionsschutzgesetz sowie dem im Grundgesetz verankerten Recht auf körperliche Unversehrtheit. Bei einer Realisierung der Anlage seien in unmittelbarer Nähe von mehreren Wasserschutzgebieten eine Belastung und Verunreinigung des Grundwassers durch die Verteilung von Düngematerial aus der Tierhaltung nicht auszuschließen. Ferner kritisiert die UWG, dass der Landwirt auf den Einbau einer Filteranlage verzichten wolle. Daher bestehe die Gefahr, dass Ammoniak, Keime, Pilze, Bakterien und Viren freigesetzt werden könnten. Dies stelle ein gesundheitliches Risiko für die ortsansässigen Bürger dar. Die Haltung von cirka 84.000 Tieren auf engstem Raum müsse unter dem Gesichtpunkt des Tierschutzgesetzes (Artikel 20a des Grundgesetzes) betrachtet werden. Aufgrund der geringen Bewegungsmöglichkeiten sei nicht nur die Quälerei der Tiere zu befürchten, sondern auch der Einsatz von Medikamenten und Antibiotika vorprogrammiert. Desweiteren sei damit zu rechnen, dass die Lebens- und Freizeitqualität in den Bereichen Landringhausen, Groß Munzel und Kolenfeld Schaden nehmen werde, wodurch sich einerseits weniger Neubürger niederlassen könnten und andererseits eine Beeinträchtigung des hiesigen Tourismusstandortes einhergehen könnte. Als generelle Folge derartiger Massentieranlagen gelte es zu bedenken, dass diese den Fleischmarkt stark aushöhlten und ein Existenzrisiko für kleine Betriebe darstellten. Aus diesen Gründen plädiere die UWG für eine ökologische und überschaubare Tierhaltung in der Region, der die herkömmliche Landwirtschaft ihr Wachstum zu verdanken habe. Foto: ta
vom 08.01.2011 | Ausgabe-Nr. 1B

HAZ 08.01.2011 100 000 EIER NACH DIOXIN-SKANDAL VERNICHTET



