Wunstorfer Stadtanzeiger vom 18.12.2010:
Keine Mehrheit im Rat gegen Hähnchenmastanlagen
WUNSTORF (gi). Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen stellte einen Antrag zur Aufnahme für die Tagesordnung in der Sitzung des Rates am Mittwoch, über eine „Resolution anlässlich der geplanten Hähnchenmastanlage in Groß-Munzel, Dedensen und anderen Gemeinden in der Region Hannover“ einen Beschluss zu fassen. Über den Inhalt des Antrages haben wir bereits ausführlich berichtet. „In der Region sollen gleich reihenweise Mastställe zur Massentierhaltung entstehen“, sagte Albert Schott von Bündnis 90/Die Grünen. Vermutlich seien diese Bauvorhaben rechtmäßig und die Politik sowie die Bürger schlicht nur „Zaungäste“. Auch wenn in Wunstorf ein derartiger Maststall nicht zu erwarten sei, so hält Schott die Verabschiedung der Resolution für dringlich. Es sei nicht beabsichtigt, sich in die Zuständigkeiten von benachbarten Gemeinden einzumischen. Aber eine Basis für eine Diskussion sollte dennoch geschaffen werden, um zu souveränen Entscheidungen zu kommen. „Landtag und Bundestag müssen von uns hören, dass wir bestimmten Einfluss bei diesen Projekten wollen und nicht einem erschreckenden Zynismus und Fatalismus frönen wollen“, fuhr Schott fort. Er bat die Ratsmitglieder um Zustimmung zu der Resolution. „Es geht um ein Bundesgesetz, das können wir nicht kippen“, sagte Harald Brandes (SPD). Er sei kein Freund davon, in die Entscheidungen anderer Kommunen einzugreifen und findet es auch nicht förderlich, wenn die Wunstorfer schlauer seien. Brandes selbst sei allerdings auch nicht für Massentierhaltungen. Kirsten Riedel (SPD) machte es sich mit ihrer Entscheidung nicht leicht. Sie könne nur auf moralischer Ebene diskutieren. Mit dieser Sache müsse sich der Bundestag beschäftigen. Riedel findet die Resolution im Rat der Stadt nicht angebracht. „Wir können zwar nichts machen aber ein Zeichen setzen“, sagte Ratsherr Karsten Grobe (SPD). Der Kolenfelder kann sich Anlagen nur vorstellen, wo es keine Wohnbebauung gäbe. Manfred Wenzel (CDU) kann die Bedenken nachvollziehen, es gäbe aber in allen Branchen schwarze Schafe. Die Resolution sieht er als Angstmacherei, in Groß Munzel würde eine eher kleine Anlage entstehen. Wenn das verhindert werde, entstehe woanders eine noch viel größere, befürchtet Wenzel. Die Grünen sollten den Weg über ihre Fraktion im niedersächsischen Landtag wählen. Die Resolution wurde mit Mehrheit abgelehnt. Foto: gi
vom 18.12.2010





