Deister Aktuell vom 17.12.2011:
Grünes Licht für Hähnchenmastanlage
Unter strengen Brandschutzauflagen darf die umstrittene Anlage mit über 84.800 Tieren gebaut werden
REGION HANNOVER/GROSS MUNZEL (mh). Die Entscheidung ist gefallen: Die nicht unumstrittenen Hähnchenmastställe in Groß Munzel dürfen gebaut werden. Das hat die Region Hannover am Donnerstag bekannt gegeben. Insgesamt 84.800 Tiere sollen in der Anlage des Landwirtes Arnd von Hugo untergebracht werden. Die Region hat die erteilte Genehmigung mit strengen Auflagen an den Brandschutz verbunden. „Wir denken, dass es die richtige Entscheidung ist“, sagte Umweltdezernent Axel Priebs, der mit weiteren Experten den Antrag geprüft hatte. Gegen das Vorhaben hatte es über 460 Einwendungen von Bürgern gegeben. Diese befürchteten unter anderem Luftverschmutzungen und damit einhergehend Gesundheitsgefährdungen durch Keime aus der Abluft des Mastbetriebes. Für die Installation einer Filteranlage gebe es keine rechtliche Handhabe, erklärte Priebs. Er verwies darauf, dass es derzeit keinen eindeutig nachgewiesenen Bezug zwischen Keimen und einer Gefährdung der Bevölkerung gebe. Weiter auf Seite 6
vom 17.12.2011 | Ausgabe-Nr. 50B
Region erteilt Hähnchenmastanlage grünes Licht
Bau der geplanten Ställe in Groß Munzel für über 84.000 Hähnchen wird unter einigen Auflagen genehmigt
REGION HANNOVER / GROSS MUNZEL (mh). Die Region Hannover hat entschieden: Für die geplanten Hähnchenmastställe in Groß Munzel gibt sie grünes Licht. Das gab Axel Priebs, Umweltdezernent der Region, am Donnerstag in Hannover öffentlich bekannt. Der Weg ist damit offiziell frei für den Bau von zwei Stallanlagen mit rund 2500 Quadratmetern Gesamtfläche. In beiden Ställen werden dann zusammen 84.800 Tiere untergebracht.
„Wir haben die Entscheidung nach Recht und Gesetz getroffen und denken, dass es die richtige Entscheidung ist“, sagte Priebs. Für den Bau der Anlage legte die Region strenge Auflagen hinsichtlich des Brandschutzes fest: Unter anderem sind eine Brandmeldeanlage sowie ein Rauchabzug vorgeschreiben. Daneben soll die Stahlkonstruktion aus brandfesterem Material als üblich bestehen. „Viele der Auflagen sind ein absolutes Novum in diesem Bereich“, erklärte Peter Hansen von der Bauaufsicht der Region. Gegen das Vorhaben vor Ort gab es über 460 Einwendungen von Bürgern aus der Region und auch darüber hinaus. Sie befürchten unter anderem Lärmbelästigungen und Luftverschmutzungen, und daraus resultierend auch Gesundheitsgefährdungen durch Keime in der Abluft aus dem Mastbetrieb.
Derzeit gebe es keine rechtlichen Grundlagen, die eine Installation einer Filteranlage für ein solches Projekt vorschreiben, erklärte Axel Priebs, auch nach Rücksprache mit dem Landesgesundheitsamt. Zudem wurde in diesem Punkt bei der Landesregierung angefragt, die Antwort ist bisher allerdings ausgeblieben, sagte Priebs. Sollte sich das Gesetz ändern oder es neue wissenschaftliche Erkenntnisse geben, müsste dann eine entsprechende Nachrüstung mit Filtern erfolgen. Die geplante Hähnchenmastanlage liegt in 700 Meter Entfernung zu Wunstorf-Kolenfeld und 1100 Meter von Groß Munzel entfernt. „Es ist schwer vermittelbar, aber wir sind der Sache gründlich nachgegangen“, erklärte Axel Priebs, der in diesem Punkt auch auf die DIN-Norm 4250 verweist, die zu dem Ergebnis komme, dass es keinen eindeutig nachgewiesenen Bezug zwischen Keimen und einer Gefährdung der Bevölkerung gebe. Antragsteller, der Landwirt Arnd von Hugo begrüßte die Entscheidung der Region. Auf Seiten der Gegner gegen den geplanten Bau zeigte sich der Sprecher der Bürgerinitiative „Calenberger Initiativen“, Michael Hettwer, nicht überrascht über die erteilte Genehmigung: „Ich bedauere, dass die Region nicht den Mut gehabt hat, ihre Ermessensspielräume zu nutzen“, sagte er. In der Region Hannover sind derzeit weitere Großanlagen in Planung: In Wennigsen, Seelze und Springe laufen derzeit noch die Genehmigungsverfahren. Einen sofortigen Beginn der Baumaßnahmen in Groß Munzel hat die Region allerdings abgelehnt. Die erteilte Genehmigung wird nun voraussichtlich am kommenden Donnerstag, dem 22. Dezember, öffentlich für zwei Wochen ausgelegt. Danach besteht einen Monat lang die Möglichkeit des Widerspruchs. Auch die Bürgerinitiative wird die Unterlagen prüfen, erklärte Michael Hettwer. Die Widersprüche haben aufschiebende Wirkung, das heißt mit einem Baubeginn ist frühestens im April zu rechnen. Hinzukommt noch die Möglichkeit des Klageweges bei Ablehnung der Widersprüche. Damit würde sich dann der Baubeginn und der damit einhergehende Einzug der über 84.000 Hähnchen noch weiter nach hinten verschieben. Foto: mh / Archiv
vom 17.12.2011 | Ausgabe-Nr. 50B




