Wie sich ein Verbandspräsident im Ton vergreift und seinem Verein schadet – ein Kommentar von Michael Hettwer

„Verunglimpfung“ – „Schuldzuweisungen“?

So kritisiert Landvolkchef Werner Hilse in einer Meldung seines Landvolk Presse Dienst (LPD) die Ankündigung des Niedersächsischen Landwirtschaftsministers Christian Meyer ein Güllekataster einzurichten.

Man mag Hilse, der sich ja sonst selbst rühmt viele Tausendene Schweinen  per Hand kastriert zu haben, sonst ein dickes Fell unterstellen, auch wenn an die an den Tag gelegte Dickfälligkeit hinsichtlich seiner vielen bezahlten Posten und Pöstchen oder um die mannigfaltigen Verflechtungen seiner Standesvertretung mit der Agrarindustrie denkt.

Doch beim Thema Güllekataster ist er auf einem Mal so weinerlich und dünnhäutig.

Hier wird die Eindämmung von Gefährdungspotential – dessen Vorhandensein von der Wissenschaft bestätigt wird – gleichgesetzt mit Beleidigungen an allen Bauern.

Dies ist natürlich hanebüchener Unsinn, aber so von Hilse beabsichtigt, weil er offensichtlich versucht, seine Mitglieder – die immer kritischer  das Gebahren ihres Präsidenten hinterfragen – mit emotionalen Begriffen wieder fester an sich zu binden.

Obwohl  die Gefahren der Nitrateintragung – hervorgerufen u.a. durch Massentierhaltung und Biogasanlagen – eindeutig belegt und bestätigt ist und der Grenzwert in der EU  50 mg/l erlaubt (aber in vielen Teilen Niedersachsen mittlerweile deutlich überschreitet, während die Schweiz max. 25 mg/l zulässt.

Na klar, Gülle und Hühnertrockenkot kommen massenhaft aus den Massentierhaltungs-ställen (auch so ein Begriff den der Bauernverband als „Kampfbegriff“ am liebsten ausmerzen möchte).  Und mit den Exkrementen gelangt u.a. Nitrat ins Grundwasser, das die Gesundheit und das Leben der Menschen gefährdet.

Da soll nicht kontrolliert werden, wo der Dreck bleibt?

Nur damit einige Großagrarier noch Kasse machen können? Ihm, Hilse, geht es offensichtlich doch nur um den finanziellen Vorteil einer kleinen Zahl von Großagrarieren, die vielen kleinen und mittleren landwirtschaftlichen Betrieben lässt er augenscheinlich im Regen stehen.

Nein, der Landvolkpräsident muss endlich begreifen, dass die Gesellschaft sein System und das seiner Kumpane mehrheitlich ablehnen und satt haben.

Und Hilse vergreift sich übrigens mächtig im Ton, wenn er meint, den demokratisch legitimierten Landwirtschaftsminister quasi Anweisungen geben zu können.

Ein unmögliches und respektloses Vorgehen (ob hier der Frust zu Tage tritt, dass ein Gespräch mit Herrn Weil nicht das gewünschte Ergebnis hatte?)!

Man sollte ihm aus den eigenen Reihen den Rücktritt nahelegen, da er mit seiner Vorgehensweise seinem Verein und dessen Mitglieder Schaden zufügt.

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