PRESSEMITTEILUNG von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Niedersächsischen Landtag: Lindemanns Antibiotika-Konzept „harmlos und wirkungslos“

PRESSEMITTEILUNG von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Niedersächsischen Landtag

NR. 356

Datum: 1. Oktober 2012

 

Lindemanns Antibiotika-Konzept „harmlos und wirkungslos“

Medikamenteneinsatz weiter Schmiermittel der industriellen Massentierhaltung

 

Die Landtagsgrünen haben die heute (Montag) von Agrarminister Lindemann präsentierten Vorschläge zur Minimierung des Antibiotika-Einsatzes in der Tierhaltung als „harmlos und wirkungslos“ kritisiert. „Solange Niedersachsen keine Zielgrößen festlegt, bleibt der Einsatz von Antibiotika weiterhin das Schmiermittel der industriellen Massentierhaltung“, sagte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Christian Meyer in Hannover. Nach den Plänen der Landesregierung müssten weiterhin lediglich die Betriebe, die wiederholt deutlich über dem Durchschnitt liegen, Maßnahmen ergreifen. „Obwohl sich der Antibiotika-Einsatz in der Tierhaltung in den letzten Jahren auf 1700 Tonnen verdoppelt hat und immer mehr Fachleute vor Superkeimen aus der Massentierhaltung warnen, betreibt Schwarz-Gelb nur Anscheinserweckung und will an den Ausmaßen nichts ändern“.

Der Grünen-Politiker kritisierte, dass der niedersächsische Landwirtschaftsminister noch  vor Wochen, die „Propaganda der Agrarlobby nachgebetet“ habe, wonach besonders Haustiere verantwortlich für den steigenden Arzneimitteleinsatz seien. Zahlen des Bundesagrarministeriums belegten, dass nur ein Prozent der Antibiotika an Haustiere und der überwiegende Rest in der Massentierhaltung verwendet werden.

Meyer: „CDU und FDP wollen das System der engen Besatzdichten, der krankmachenden Bedingungen in der industriellen  Massentierhaltung als Wurzel des Übels resistenter Keime nicht angehen. Sie ignorieren, dass zahlreiche Studien zum Beispiel des Robert-Koch-Instituts und der TiHo Hannover klare Zusammenhänge zwischen Haltungsform und Antibiotika-Einsatz aufgezeigt haben. Nur wer für eine tier- und umweltgerechte Tierhaltung eintritt, kann das Wachstumsdoping im Stall wirksam unterbinden.“

Bündnis90/DIE GRÜNEN

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