Pressemitteilung der BIM vom 13.09.2011: BIM – [BürgerInitiative Munzel] e.V. vehement gegen Mega-Agrogasanlage in Wunstorf-Kolenfeld

BIM – [BürgerInitiative Munzel] e.V. vehement gegen Mega-Agrogasanlage in Wunstorf-Kolenfeld

Mit großem Unverständnis hat die BIM das Wiederaufleben der geplanten Agrogasanlage (fälschlicherweise immer wieder als Biogasanlage bezeichnet) nahe der Mülldeponie im Wunstorfer Ortsteil Kolenfeld zur Kenntnis nehmen müssen. Diese Anlage soll etwa 4 x so groß ausgelegt werden, wie die erst kürzlich in Kolenfeld in Betrieb genommene Anlage nahe der Autobahn.

Dabei ist die bürgerunfreundliche Vorgehensweise der Verwaltung der Stadt Wunstorf für die BIM, deren Mitglieder zu einem sehr großen Teil aus Wunstorf-Kolenfeld stammen, nicht akzeptabel.

„Warum werden die Bürger hier nicht angemessen und offen beteiligt?“, fragt BIM-Vorsitzender Michael Hettwer, dem die Eile, mit der die Anlage durch die Gremien gewunken werden soll,  merkwürdig und unangemessen erscheint. Insbesondere auch durch die Tatsache, dass die alten Ratsmitglieder und nicht die gerade am vergangen Sonntag neu gewählten Repräsentanten der Bürgerinnen und Bürger hier entscheiden sollen, verstärkt sich der Eindruck, dass hier ohne öffentliche Kontrolle schnell Fakten geschaffen werden sollen.

Hettwer erklärt, dass hier das Unternehmen „Windwärts“ nur am schnellen Profit seiner Gesellschafter interessiert ist und die Belastungen für die Bürgerinnen und Bürger der benachbarten Orte Kolenfeld, Holtensen und Groß Munzel vollkommen außer Acht lässt.

„Eine abgewogene und sorgfältige  Prüfung aller Fakten die für und gegen diese Anlage sprechen ist das mindeste was die Einwohner erwarten dürfen“, fordert Hettwer.

Er weist darauf hin dass die geplante Anlage 800-900 Hektar Maisanbaufläche erfordert. Dies würde eine weitere Vermaisung um Kolenfeld, neben einer erheblichen Zunahme der Fahrten schwerer LKW zur Maisernte, nach sich ziehen. Dazu kommen Gefahren für die Menschen , die Böden, das Grundwasser und das Klima.

Auch die Ökobilanz ist einfach nur negativ bei solchen Anlagen und ist wirtschaftlich nur durch Subventionen aus Steuergeldern darstellbar. Die negativen Auswirkungen durch den Landverbrauch und  die Verschandelung des Landschaftsbildes verbleiben bei den Anwohnern von Kolenfeld und Umgebung.

„Dies alles können doch verantwortungsbewusste Politiker nicht wirklich wollen“, so Hettwer, der darauf verweist, dass die Orte Kolenfeld und Groß Munzel bereits heute schon durch die nahe Mülldeponie, die Autobahn A2, die Flugzeuge, die bereits vorhandene Agrogasanlage mehr als genug belastet ist. Hettwer weiter: „Und die geplanten Hähnchenmastanlagen in Seelze-Dedensen und Barsinghausen-Groß Munzel kämen im schlimmsten Fall noch hinzu. Was will man den Menschen und der Umwelt  hier denn noch zumuten?“

Die BIM möchte zuerst erreichen, dass die geplante Agrogasanlage nach den Bestimmung des Bundesimmissionsschutzgesetzes (BImSchG) öffentlich ausgelegt wird, die Bürger die

Möglichkeit zu Einwendungen erhalten, die dann auch in einem Erörterungstermin mit der Genehmigungsbehörde zu besprechen und zu erörtern sind. Endziel ist die Verhinderung der Anlage.

Gleichzeitig ist laut BIM zu prüfen ob bei der Größe der geplanten Anlage u.U. nicht sogar eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) oder sogar ein Raumordnungsverfahren anzuwenden ist.

Die BIM hat mit mehreren Ratsmitgliedern verschiedener Parteien in Wunstorf und Kolenfeld, aber auch der benachbarten Stadt Barsinghausen, Kontakt aufgenommen und versucht bei der anstehenden Sitzung des Umwelt- und  Bauausschusses der Stadt Wunstorf im Rahmen der Bürgerfragestunde am kommenden Donnerstag, 15.09.2011 ab 18:00 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses Wunstorf mehr Informationen von der Verwaltung und Politik zu erhalten.

 

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