Pressemitteilung der AbL (Arbeitsgemeinschaft bäuerlicher Landwirtschaft): „AbL gegen Planungen für weiteren Hähnchen-Großschlachthof in Ahlhorn“

Pressemitteilung
AbL gegen Planungen für weiteren Hähnchen-Großschlachthof in Ahlhorn

Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) warnt angesichts der Baupläne für einen weiteren Hähnchen-Großschlachthof in Ahlhorn (Landkreis Oldenburg) durch die Firmengruppe Kreienborg vor einer weiteren Ausweitung der ruinösen Vertragsmast und agrarindustriellen Qualmast von Millionen von Masthühnern.

Berichten in der Regionalpresse zufolge soll die „Kreienkamp“-Schlachterei unter der Geschäftsführung von Walter Kreienborg, der bisher in Wildes-hausen eine Geflügelschlachterei betreibt, im Ahlhorner Gewerbegebiet entstehen – direkt neben der Putenschlachterei des Geflügel-Konzerns „Heidemark“ mit dem Ziel der gemeinsamen Nutzung des Tiefkühl-Lagers und der neuen „Heidemark“-Kläranlage.

Brancheninsider schätzen Kreienborgs bisherige Schlachtzahlen auf etwa 30.000 täglich, die nun auf 250.000 pro Tag erhöht werden sollten.

Nach Einschätzung der AbL würde dies die strukturelle Überproduktions-Krise auf dem Hähnchenmarkt noch weiter verschärfen. Die bisherigen Marktführer Wesjohann („Wiesenhof“), Sprehe und Stolle seien ohnehin seit einigen Jahren unter massivem Druck, weil der Rothkötter-Konzern mit seinem Mega-Schlachthof in Wietze (bei Celle) und der von Finanzinvestoren dominierte Plukon-Konzern („Friki“) mit zusätzlichen Kapazitäten und Überschuss-Mengen in diesen Markt drängten.

Eine absehbar auf viele Jahre ruinöse „Hähnchenblase“ sei die Folge dieses Verdrängungskampfs um die Marktherrschaft, wobei Stolle bereits mit Plukon fusioniert habe und der global aktive Doux-Konzern sogar Konkurs anmelden musste.

Die AbL warnte erneut alle Landwirte nachdrücklich davor, sich durch Versprechen der Geflügel-Konzerne zu ruinösen Investitionen in agrarindustrielle Mastanlagen verleiten zu lassen. Die allermeisten Landwirte nähmen davon bereits jetzt Abstand, weil die Konzerne die Küken-, Futtermittel- und Hähnchenpreise bestimmten und der riskante Bau und Betrieb solcher Agrarfabriken wegen der Qualmast und den bedrohlichen Keim- und Geruchs-Immissionen auf den massiven Widerstand von Bürgerinitiativen stoße.

Die neue Kooperation von Kreienborg und „Heidemark“ könnte nach Einschätzung der AbL auch zu einer weiteren Konkurrenz-Verschiebung zwischen den Geflügelkonzernen führen.

Bisher habe „Heidemark“ über die Vertriebsfirma „Geflügelpartner.eu GmbH“ mit Rothkötter kooperiert. Branchenkenner berichteten, dass diese Kooperation im nächsten Jahr auslaufen werde.

Dies könne die Rothkötter-Gruppe empfindlich treffen, die ohnehin für ihren neuen und hochsubventionierten Schlachthof in Wietze bei weitem nicht genügend Mäster anwerben konnte und deshalb zu hohen Kosten Masthühner aus Dänemark heranschaffen müsse.

Keine Belege gebe es bisher für Branchen-Gerüchte, wonach auch der Schweine- und Rinder-Schlachtkonzern Tönnies bzw. die frühere Brotfabrikanten-Familie Wendeln eine angebliche bisherige Verbindung mit Rothkötter abgebrochen und eine Kooperation mit „Heidemark“ bzw. „Kreienkamp“ verstärkt hätten.   

AbL-Agrarindustrie-Experte Eckehard Niemann rief das bundesweite Bürgerinitaitiven-Netzwerk „Bauernhöfe statt Agrarfabriken“ dazu auf, sich rasch in das laufende Genehmigungsverfahren für den neuen Ahlhorner Schlachthof einzumischen und sowohl dieses Projekt als auch den Bau weiterer Hähnchenmast-Agrarfabriken zu unterbinden.

Es gebe reale Chancen, durch die Novelle des Bundesbaugesetzbuchs weitere Agrarfabriken zu verhindern und über Tierschutzpläne und die EU-Agrarreform in der ganzen EU eine artgerechte Tierhaltung mit Futterflächen-Bindung in bäuerlichen Strukturen durchzusetzen – und wegen der damit verbundenen Mengenverringerung auch faire Erzeugerpreise für „Klasse statt Masse“.   

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