Pressemitteilung BUND Region Hannover vom 15.11.2011: Breites Gesellschaftsbündnis fordert Änderung der Landwirtschaftspolitik

PRESSEmitteilung    

Bund für Umwelt
und Naturschutz
Deutschland

Kreisgruppe Region Hannover

Hannover, den 15.11.2011

Breites Gesellschaftsbündnis fordert Änderung der Landwirtschaftspolitik

 

Die neuesten Skandale über Dioxin im Viehfutter und Antibiotika in der Nutztier-haltung zeigen wieder, dass sich die derzeitige konventionelle Landwirtschaft  auf einem Irrweg befindet. Das Netzwerk Meine Landwirtschaft, ein Zusammenschluss von 40 Organisationen, stellte im Rahmen der Aktion „Bauer hält Hof“ seine Forderungen an die Agrarförderperiode der EU für 2014 –  2020 vor und eröffnete den Dialog zwischen Bauern und Bürgern.

Fast 100 Interessierte besuchten den Eschenhof von Marit und Friedrich Bartels in Springe. Sie sahen einen Betrieb mit Pferden, Hühnern und Schottischen Hochlandrindern. Das Landwirtspaar hat sich bewusst für die Erzeugung gesunder Lebensmittel im Einklang mit Natur und Umwelt entschieden. Die durch den 2. Vorsitzenden des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter (BDM), Martin Morisse, vorgetragenen Forderungen des Bündnisses machten den Besuchern allerdings schnell klar, dass sie sich auf einem Betrieb der ökologischen Landwirtschaft befanden. Die Mehrzahl der europäischen Landwirte arbeitet unter anderen Bedingungen. Dort gilt das Motto „Geiz ist geil“. Nahrungsmittelindustrie und Politik zwingen sie, ihre Erzeugnisse immer billiger zu verkaufen. Die Verbraucher sparen zwar beim Einkauf der Produkte, zahlen aber hinterher die Zeche für die Natur- und Umweltschäden und letztendlich u.U. die Beeinträchtigung ihrer Gesundheit,.

Gesunde Tiere für gesunde Nahrung war daher die Forderung der Vorsitzenden des Deutschen Tierschutzbundes Niedersachsen. Vera Steder verlangte die Beendigung der Subventionierung der industriellen Tierhaltung und ein Verbot der quälerischen Haltung und Zucht. Uwe Becker verwies als Vertreter des Diakonischen Werks „Brot für die Welt“ auf die Folgen der massiven Fleischerzeugung mit Futtermitteln aus anderen Erdteilen. Er forderte das Menschenrecht auf gesunde Nahrung weltweit nicht nur zu propagieren, sondern auch durchzusetzen und dies auch innerhalb seiner Kirche.

Der Vertreter der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), Hans-Jürgen Pein, verlangte den Erhalt der bäuerlichen Landwirtschaft durch kostendeckende Preise. Eine regionale und bedarfsorientierte Erzeugung und Direktzahlungen für Umwelt- und soziale Leistungen, gekoppelt an die Zahl der Beschäftigten ermöglicht den Erhalt unserer Lebensgrundlagen. Auch das Vorstandsmitglied des Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) Niedersachsen, Thomas Horlitz, unterstützte die durch Martin Morisse vorgetragenen Forderungen. Er verwies u.a. darauf, dass das Artensterben dringend gestoppt werden muss. Der Einsatz synthetischer Dünge- und Pflanzenschutzmittel muss reduziert und die ökologische Landwirtschaft gezielt gefördert werden. Auch die Klimagas-Emmissionen sind um 80 % zu vermindern. Der Vertreter des Naturschutzbundes (Nabu) Springe, Rudi Krause, schloss sich diesen Forderungen auch im Namen der ebenfalls erschienenen Ortsgruppen aus Barsinghausen,  Burgwedel und Wennigsen an. Als von den Bauplänen für einen großen Maststall betroffene Ortsgruppe lag ihm diese Veranstaltung besonders am Herzen.

Alle diese Forderungen waren auch das Anliegen von Frank Buchholz vom Convivium Hannover der Organisation Slow Food. Er unterstützte insbesondere das Erfordernis gesunder, hochwertiger Produkte, die ohne Risikotechnologien wie die Agro-Gentechnik erzeugt werden.

Die Forderungen dieses breiten Spektrums der Organisationen traf auf sehr interessierte Verbraucherinnen und Verbraucher, wie die sich anschließende lebhafte Diskussion mit dem Landwirt und den Netzwerkvertretern zeigte. Der gewünschte Dialog hat jetzt begonnen. Uwe Becker machte dann deutlich, dass sich jeder Einzelne täglich in seinem Lebensumfeld für die Durchsetzung dieser Forderungen einsetzen kann. Er verwies darauf, dass die Kampagne „Wir haben es satt“ am 21. Januar 2012 viele Unterstützer der dringend erforderlichen Agrarreform in Berlin erwartet. Es werden dann wieder Busfahrten angeboten. Nähere Informationen dazu und über weitere Aktionen des Bündnisses bat er der Homepage unter www.meine-landwirtschaft.de zu entnehmen.

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