Pressemitteilung Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) vom 04.01.2011: Dioxin-Skandal – Spitze eines schmutzigen Futtermittel-Eisbergs


Dioxin-Skandal – Spitze eines schmutzigen Futtermittel-Eisbergs

Beim erneuten Dioxinskandal sieht die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) die betroffenen Landwirte abermals als „Opfer agrarindustrieller Strukturen in der Futtermittelindustrie“. Eine extrem kostenminimierendere Futter-Industrie mische eine Unzahl von oftmals zweifelhaften Kompenenten zusammen und sei wegen der verschlungenen Wege dieser chemischen Zutaten kaum noch kontrolliertbar. Insofern werde selbst durch die andauernden Futtermittel-Skandale lediglich die „Spitze eines schmutzigen Eisberges“ aufgedeckt. Offenbar würden manche chemische Reststoffe dem Futter beigemengt, um Entsorgungskosten zu sparen. Anhang III der EU-Futtermittel-Verordnung benenne als „verbotene Materialien“ lediglich: Fäkalien, gegerbte Häute, pestizidbelastetes Saatgut, holzschutzmittelbelastete Stoffe, Materialien aus Abwässern und festen Siedlungsmüll…

AbL-Sprecher Eckehard Niemann forderte im Interesse von Vervbrauchern und Landwirten eine klare und wesentlich enger gefasste Positivliste von Rohstoffen, die in Mischfutter Verwendung finden dürften. Diese Inhaltsstoffe müssten in einer „offenen Deklaration“ auch mengenmäßig wieder klar angegeben werden. Die Agrarpolitik müsse zudem endlich dafür sorgen, dass Futtermittel wieder hauptsächlich auf den eigenen Futterflächen der Landwirtschaftsbetriebe erzeugt würden. Durch ein Bauverbot müssten flächenunabhängige und damit total mischfuttermittelabhängige Tierhaltungsfabriken systematisch zurück gedrängt würden. Die AbL forderte die Politik auf, für einen vollständigen Schadenersatz der betroffenen Landwirte zu sorgen.

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