Pressemitteilung AbL: AbL-Landesverband unterstützt Ahlhorns Bürger gegen unsinnigen und schädlichen Masthühner-Großschlachthof

Pressemitteilung
AbL-Landesverband unterstützt Ahlhorns Bürger gegen unsinnigen und schädlichen Masthühner-Großschlachthof

Der Landesverband Niedersachsen/Bremen der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) nimmt die Demonstration vieler hunderter Menschen gegen den geplanten Masthühner-Schlachthof in Ahlhorn (Kreis Oldenburg) zum Anlass, vor einer weiteren Ausweitung der ruinösen Vertragsmast und agrarindustriellen Qualmast von Millionen von Masthühnern zu warnen. Die vom Investor Kreienborg direkt neben der Putenschlachterei des Geflügel-Konzerns „Heidemark“ geplante Anlage für (zunächst) 120.000 Schlachtungen täglich werde dies die strukturelle Überproduktions-Krise auf dem Hähnchenmarkt noch weiter verschärfen.

 

Die bisherigen Marktführer Wesjohann („Wiesenhof“), Sprehe und Stolle seien ohnehin seit einigen Jahren unter massivem Druck, weil der Rothkötter-Konzern mit seinem hochsubventionierten Mega-Schlachthof in Wietze (bei Celle) und der von Finanzinvestoren dominierte Plukon-Konzern („Friki“) mit zusätzlichen Kapazitäten und Überschuss-Mengen in diesen Markt drängten. Eine absehbar auf viele Jahre ruinöse „Hähnchenblase“ sei die Folge dieses Verdrängungskampfs um die Marktherrschaft, wobei Stolle bereits mit Plukon fusioniert habe und der global aktive Doux-Gefügel-Konzern sogar Konkurs anmelden musste. Es sei offen, welcher Schlachtkonzern als nächster auf der Strecke bleibe.

 

Nachdem nun der Plukon-Konzern die bisherige Stolle-Schlachterei in Visbek schließe, habe der Rothkötter-Konzern einen Teil der bisherigen Stolle-Vertragsmäster aus dem Raum Oldenburg übernommen (anscheinend um einen Teil der bisher transportaufwendig aus Dänemark bezogenen Masthühner zu ersetzen). Deshalb sei es umso unverständlicher, dass sich Bauernverbands-Vertreter mit Verweis auf angeblich fehlende Schlachtkapazitäten für die Agrarindustriellen des neuen Schlachthofs in Ahlhorn einspannen ließen. Dies gehe auch zu Lasten bisheriger und eventuell neuer Vertragsmäster.
Die AbL warnte erneut alle Landwirte nachdrücklich davor, sich durch Versprechen der Geflügel-Konzerne zu ruinösen Investitionen in agrarindustrielle Mastanlagen verleiten zu lassen. Die allermeisten Landwirte nähmen davon bereits jetzt Abstand, weil die Konzerne die Küken-, Futtermittel- und Hähnchenpreise bestimmten und das Risiko von Bau und Betrieb bei den Vertragsmästern verbleibe. Derzeit und auf Jahre hinaus machten fast alle Hähnchenmäster wegen der Überschuss-Situation deutliche Verluste. Selbst der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft habe nach jahrelanger Schönfärberei nunmehr eingestehen müssen, dass die Mäster am „wirtschaftlichen Limit“ arbeiteten und Probleme bei der Erwirtschaftung der getätigten Stallinvestitionen hätten. Es sei, so die AbL,  bezeichnend, dass gerade am Tag der Ahlhorner Demonstration im Immobilienteil der Nordwest-Zeitung ein bisheriger Hähnchenmäster seinen Betrieb zum Verkauf habe anbieten müssen.   

 

AbL-Agrarindustrie-Experte Eckehard Niemann bedankte sich beim regionalen „Bündnis MUT – Mensch-Umwelt-Tier“ für dessen beharrlichen und erfolgreichen Einsatz für die Region, gegen die Qualmast in den Agrarfabriken und gegen die bedrohlichen Keim- und Geruchs-Immissionen. Hierbei habe das Bündnis auch die Unterstützung des bundesweiten Netzwerks „Bauernhöfe statt Agrarfabriken“.  Die AbL kritisierte die anhaltende Bürgerferne der örtlichen CDU-Fraktion und der Ex-Agrarministerin Grotelüschen und wünschte den Ahlhorner Bürgerinnen und Bürger umso mehr viel Erfolg bei der anstehenden Bürgerabstimmung über den „unsinnigen und schädlichen Schlachthof“.                

 

3.620 Zeichen  –  19.10.2018  

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