Pressemitteilung 11-10 der BIM vom 19.10.2010

BI Munzel entschieden gegen Bau einer Mastanlage in Dedensen

Die BIM [BürgerInitiative Munzel] stellt sich entschieden gegen den in Teilen der Presse bekanntgewordenen Plan des Landwirts Kokemüller in der Nähe von Holtensen einen Hähnchenmaststall  für knapp 40.000 Tiere zu errichten.

BI-Sprecher Hettwer dazu: „Die Chuzpe des Landwirts Kokemüller ist fast unschlagbar: erst führt er wochenlang Gespräche mit den Gegnern des von ihm geplanten Massenmaststalls und hält sie so hin. Diese verhalten sich wochenlang sehr ruhig, um die Gespräche nicht zu stören, und dann verkündet Herr Kokemüller, dass er den Maststall nun doch baut. Fair und honorig ist dieses Verhalten sicherlich nicht. „

Herr Kokemüller will in der Kenntnis bauen, dass er sich in große Abhängigkeit gegenüber einem der Multis der Geflügelkonzerne begibt. „Ja, wie blauäugig muss man denn sein, um zu glauben, dass der Agrarkonzern, dem sich der Landwirt Kokemüller nun auf Gedeih und Verderben ausliefern will, ihn vor Verlusten schützt, wenn etwas schief geht.“ fragt die BI den Landwirt. Herrn Kokemüller könne man nur raten, sich seine Verträge von einem sehr guten Rechtsanwalt erklären zu lassen.“

Dass der Dedensener Landwirt noch dazu glauben machen will, dass die Bürgerinitiative Dedensen durch ein früheres Aufbegehren gegen seine Pläne und durch die Teilnahme am Besuch der Versuchsanlage in Ruthe es erreicht hätte, ihn von seinem Plan zur Errichtung einer Agrarfabrik abzubringen bzw. auch nur über den Standort der Abluftanlagen zu sprechen, „schlägt dem Fass wirklich den Boden aus“, macht Hettwer deutlich und fährt fort „Für wie dumm hält dieser Mann eigentlich seine Mitbewohner in Dedensen und die Leser in der Region? Wie will er den Mitbewohnern in Dedensen noch ins Auge schauen, wenn sein Stall erst Gestank, Keime, Bakterien und Feinstäube und die damit verbundenen Gesundheitsrisiken absondert? Warum plant Herr Kokemüller nicht Filtertechnik ein, um die Nachbarschaft wenigstens einigermaßen vor den gefährlichen zu schützen?“

Dass Herr Kokemüller wirklich glaube, dass beim Auftreten von Salmonellen vollkommen klar sei, wer dafür die Verantwortung zu tragen habe, zeugt nach Ansicht des BI-Sprechers von einer gewissen Unerfahrenheit mit kommerziellen Abläufen. „Man mag es ihm wirklich nicht wünschen, dass so ein „Supergau“ eintritt. Aber sicherlich muss der Landwirt dann seinem wesentlich größeren und stärkeren Geschäftspartner beweisen, dass der Fehler nicht bei ihm zu suchen ist“, unterstreicht man in der Erklärung der Bürgerinitiative.

Hettwer fragt weiter: „Und was passiert, wenn sein Abnehmer ihm die Preise – wegen des in Kürze zu erwartenden Überangebotes an Hähnchenfleisch – kürzt, wie es ein Professor der Universität in Vechta für 2011 vorhersagt?  Ein Experte übrigens, der die großen Geflügelkonzerne bislang mit beraten hat. Ob Herrn Kokemüller dies die Vertreter der Fa. Rothkötter auch gesagt haben? Und hat er sich einmal kundig gemacht, wie es um die wirtschaftliche Lage seines Geschäftspartners aussieht? Weiß Herr Kokemüller, dass in der Branche gemunkelt wird, dass zumindest ein Unternehmen den Wettbewerb u.U. nicht überstehen wird?“

Herr Kokemüller müsse sich darüber hinaus fragen lassen, was die Fa. Rothkötter eigentlich unternimmt, wenn der Geflügelschlachthof in Wietze nicht an den Start gehen sollte. Und was macht Herr Kokemüller dann?

Der Hausbank von Herr Kokemüller, die ja wohl einen Teil der Investitionssumme von 550.000 € finanzieren soll, könne man nur raten, sich gute Sicherheiten geben zu lassen. Denn aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit mit der Produktion von Hähnchenfleisch werden sich Tilgung und Zinsen in den nächsten Jahren – bei fallenden Preisen – kaum erzielen lassen.

Die Angaben von Herrn Kokemüller zum Verkehrsaufkommen entsprechen übrigens in keiner Weise den Erfahrungen mit ähnlichen Tierproduktionsstätten gleicher Größenordnung.

Über die tierquälerischen und ethischen Aspekte die mit der der industriellen Tierproduktion verbunden sind scheinte der Landwirt überhaupt nicht nachgedacht zu haben. Dabei hat Tierschutz in Deutschland Verfassungsrang und Tierquälerei sei strafbar.

Es sei Herrn Kokemüller empfohlen sich mit einem Berufskollegen, z. Bsp. Herrn Carsten Bauck aus Klein-Süstedt bei Uelzen, in Verbindung zu setzen, damit dieser ihm die Vorteile biologischer Landwirtschaft näher bringt. Auch in wirtschaftlicher Hinsicht.

Der BI-Sprecher Hettwer wörtlich: “ Herr Kokemüller wird mit seinem Bauvorhaben das Bild seines Heimatortes verschandeln. Allein die zehn Abluftkamine – jeder zehn bis zwölf Meter hoch – werden das Ortsbild prägen wenn man von Holtensen kommt. Den Gestank werden seine Nachbarn und auch die Einwohner benachbarter Orte, wie zum Beispiel Holtensen, ebenfalls als sehr störend wahrnehmen. Die durch den geplanten Agrarbetrieb hervorgerufenen sinkenden Immobilienpreise werden auch nicht gerade dazu beitragen die Stimmung in Dedensen aufzuheitern.

Dass dies der Ortsbürgermeister Borges für seinen Ort so einfach widerspruchslos hinnimmt, mag man eigentlich gar nicht glauben. Hoffentlich erinnern sich die Wähler bei der nächsten Kommunalwahl daran.

Und dass Herr Kokemüller gegen die deutliche Mehrheit der wahlberechtigten Einwohner von Dedensen seinen Plan durchsetzen will, zeugt nicht gerade von einem gesteigerten Interesse an guter Nachbarschaft.““

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, BIM - Munzel, Pressemitteilungen BIM abgelegt und mit , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.