NDR Internetseite vom 13.12.2010: Schlechte Noten für Geflügelmastbetriebe

Schlechte Noten für Geflügelmastbetriebe

Hohe Sterblichkeit, schlechte Einstreu und entzündete Fußballen – das Ergebnis der aktuellen Untersuchung. Eine Untersuchung im Auftrag des niedersächsischen Agrarministeriums zeigt Missstände in der Geflügelmast auf. Der Bericht des Wissenschaftlers Prof. Jörg Hartung aus Hannover zu Masthühnern nennt erhebliche Mängel: Fußballen-Entzündungen, eine hohe Sterblichkeit und schlechte Einstreu-Qualität.

Kritik an CDU-Agrarministerin Grotelüschen

Die Studie heizt die Debatte um den Tierschutz erneut an. Tierschützer melden sich zu Wort und fordern neue Regelungen für eine bessere Hühnerhaltung. Seit langem steht Agrarministerin Astrid Grotelüschen (CDU) bei Tierschützern und der Opposition in der Kritik. Sie werfen ihr vor, sie verharmlose Mängel in der industriellen Geflügelhaltung.

Unterschiedliche Reaktionen auf neue Studie

Niedersachsens Agrarministerin Grotelüschen hat angesichts der Kritik am Tierschutz in der Geflügelindustrie die Einrichtung einer Arbeitsgruppe angekündigt. Es werde eine Arbeitsgruppe „mit der Überschrift Tierwohl“ geben, sagte sie am Montag beim niedersächsischen Landvolk in Hannover.

Geflügelbranche zu Unrecht in Verruf?

Der niedersächsische Landvolk-Präsident Werner Hilse rief dazu auf, die aufgeheizte Debatte zu versachlichen. Er sieht die Geflügelbranche angesichts der anhaltenden Tierschutz-Debatte zu Unrecht in Verruf gebracht. Es werde der Eindruck vermittelt, als gehe es in den Ställen nur noch um „Tierquälerei“.

Kritische Studie bisher nicht vom Ministerium veröffentlicht

Weniger ist mehr? Fleischqualität und Haltungsbedingungen der Tiere hängen vom Preis ab, den der Konsument für sein Geflügel zahlt. Die „Tageszeitung“ hatte zuvor über die Ergebnisse der Untersuchung berichtet, die das Ministerium bislang nicht veröffentlicht hatte und am Montag erst auf Anfrage verbreitete. Untersucht wurden die Haltungsbedingungen auf dem Lehrgut Ruthe der Tierärztlichen Hochschule Hannover.

Studienleiter mahnt besserer Haltungsbedingungen an

Der Direktor des Instituts für Tierhygiene an der Tierärztlichen Hochschule Hannover, Prof. Jörg Hartung, hatte zusammen mit einer Mitarbeiterin im Auftrag des Ministeriums die Haltung von Masthühnern untersucht. Er mahnt Verbesserungen vor allem bei der Qualität des Einstreus an. Es komme häufig zu Druckstellen und Fußballen-Entzündungen, weil die Tiere auf feuchter und mit Kot versetzter Einstreu laufen müssten, sagte er. „Im Winter stehen die Tiere in der Matsche.“ Hartung plädiert auch dafür, die Zahl der Hühner in den Ställen zu verringern.

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