NDR-Info: „Tierschutzverstöße in Schlachthöfen oft ungeahndet“

Wie der Radio-Sender NDR-Info auf Grund eigener Recherchen berichtet, werden Verstöße gegen den Tierschutz und entsprechende gesetzliche Bestimmung und Verordnungen in Schlachthöfen oft nicht geahndet.

Es scheint eine Art „Kumpanei“ zwischen der staatlichen Aufsicht -den staatlichen Veterinärämtern (die in der Regel bei den Landkreisen angesiedelt sind) bzw. den amtlichen Tierärzten – und der Agrarindustrie entstanden zu sein.

Dass die bestehenden Zwangsmaßnahmen nur sehr selten – wenn überhaupt – zur Anwendung kamen, ist ein Skandal an sich und dokumentiert, dass die staatlichen Stellen Recht anscheinend mit zweierlei Maß messen: da wo man starken Firmen gegenübersteht wird augenscheinlich eher ein Auge zugedrückt und bei den so genannten Kleinen, wird das Recht mit voller Härte angewendet (frei nach dem Motto, „die Kleinen hängt man, die Großen lässt man laufen“).

Wie die Ämter mit berechtigten Fragen umgehen, kann man hier nachlesen (bitte anklicken):

Hier gelangt man zu den Berichten von NDR-Info und dem NDR-Fernsehen:

Nachfolgend eine Pressemitteilung der Landtagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Niedersächsischen Landtag zum selben Thema:

Grausame Tierquälereien in Schlachthöfen werden in Niedersachsen kaum geahndet

Tiergerechte Schlachtung, verbesserte Arbeitsbedingungen und Mindestlohn gefordert

Die Landtagsgrünen haben der Landesregierung vorgeworfen, Verstöße gegen den Tierschutz in Schlachthöfen weitgehend zu ignorieren. „Während die Bundesregierung über Raten von bis zu 10 Prozent Fehlern bei Betäubungen informiert, verweigert Niedersachsen ähnliche Erhebungen und verfolgt Tierschutzverstöße nur mangelhaft“, sagte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Christian Meyer am Donnerstag (heute) in Hannover. Wenn unzureichend betäubte Rinder, Hühner und Schweine bei lebendigem Leib mit heißem Wasser verbrüht oder elendig am Schlachthaken verbluten, dann sei das keine Bagatelle sondern strafbewehrte Tierquälerei. Der Grünen-Politiker forderte, die Zahl der Kontrollen zu erhöhen und die Amtsveterinäre mehr als bisher in wechselnden Bezirken einzusetzen. „Es muss verhindert werden, dass bei Tierquälerei ein Auge zugedrückt wird, weil der Schlachthof vor Ort ein großer Arbeitgeber ist“, sagte Meyer. Neben der Jobrotation sollte auch geprüft werden, ob das Veterinärwesen nicht generell auf das Land übertragen wird, um kommunale Mauscheleien und falsche Rücksichtnahmen zu unterbinden.

Die Grünen fordern auch die Verbesserung der Arbeitsbedingungen in Schlachthöfen. Das Personal müsse entsprechend ausgebildet werden; außerdem seien ein Mindestlohn und das Verbot von Akkordarbeit oder Prämien für die Tötung von möglichst vielen Tieren in möglichst kurzer Zeit überfällig.

Hintergrund sind Medieninformationen, nach denen in Niedersachsen gravierende Verstöße nur in Ausnahmefällen sanktioniert werden. Trotz millionenfacher Schlachtvorgänge im ganzen Land, habe letztes Jahr lediglich die Region Hannover fünfmal Geldbußen verfügt; in Oldenburg wurde ein Betriebsstopp verhängt. Meyer: „Die Antworten und das Desinteresse der Landesregierung auf unsere kleine Anfrage zu diesem Thema zeigt, dass Tierschutz bei Schwarz-Gelb nicht in guten Händen ist“.

Eine Anfrage mit der Antwort der Landesregierung finde Sie unter:

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