Lesenswerte Email-Antwort von Prof. Dr. Klaus Hamper an den Hauptgeschäftsführer des Landvolks Niedersachsen Landesbauernverband e. V., Jörn Dwehus

Von: Klaus Hamper [mailto:k.hamper@t-online.de]
Gesendet: Dienstag, 19. Juli 2011 21:22
An: Joern.Dwehus@landvolk.org
Betreff: AW: Antwort: AW:

 

Ach, Herr Dwehus,

halten Sie mich doch nicht für so doof, dass ich Ihre reduzierten und ewig gebetsmühlenartig repetierten Glaubenssätze nicht schon über Gebühr – und keinesfalls einseitig – hinterfragt hätte. Was in den deutschen, europäischen und globalen Intensivställen passiert, hat mit „Tierwohl“ rein gar nichts zu tun. Das ist jämmerlich und schändlich. Sie und Ihre Spießgesellen sind zwar – lediglich aufgrund des massiv erhöhten öffentlichen Drucks – derzeit dabei, sich dem Unvermeidlichen ein wenig zu beugen, aber Sie sollten es schneller und aus Überzeugung tun. Die Intensivtierhaltung ist ein Auslaufmodell, auch wenn sich damit schön Profit für Großkonzerne und Investoren machen lässt. Da müssen wir noch nicht einmal die Tierquälerei bemühen (listen and repeat!: lebendiges Kükenschreddern, Schnäbelkürzen, Qualzucht auf massives Übergewicht, Brustblasenbildung, Gelenkdeformitäten und Fußballenentzündung bei Hühnern und Puten, betäubungsloses Kastrieren, Schwanzabschneiden und Eckzahnabkneifen bei Ferkeln, totale Immobilisierung im Kastenstand und Abferkelkäfig bei Muttersauen, Legehennenkäfig, betäubungslose Kälber-Enthornung und so vieles Widerliche mehr). Der Intensivtierhaltung wird der Garaus viel schneller und von ganz anderer Seite als von den Tierschützern gemacht werden. Zu eindeutig sind die Zusammenhänge, was den Hunger in der Welt, die Zerstörung kleinbäuerlicher Strukturen in Afrika, das Klima, die Multiresistenzentwicklung auch humanrelevanter pathogener Bakterien und anderes betrifft. Das sollten Sie nun wirklich langsam begreifen. Und da können Herr Sonnleitner und Frau Aigner noch so verliebt tun, dieser Entwicklung werden auch die beiden (und all die anderen) politisch nicht entkommen können.

Und was mein bisschen Intellekt beleidigt, das sind lediglich Ihre und die krampfhaften Versuche Ihrer Funktionärskollegen, immer wieder glauben machen zu wollen, dass sie an etwas anderem als der Wertschöpfung durch industrielle Tierproduktion interessiert wären. Zum Durchschauen der diesbezüglichen komplexen Zusammenhänge muss man kein Akademiker oder Wissenschaftler sein. Man muss nur ein bisschen gesunden Menschenverstand haben und vor allem ehrlich sein.

Sie vergeuden meine Zeit keinesfalls. Es ist mir ein sportliches Vergnügen, die Lüge auch Lüge nennen zu dürfen. Und das wird auch weiterhin so bleiben.

In diesem Sinne – auf das baldige, vollständige und unausweichliche Ende der Intensivtierhaltung!

Mit freundlichen Grüßen

Prof. Dr. Klaus Hamper – Am Schützenplatz 6 – D-21261 Welle – k.hamper@t-online.de

Von: Joern.Dwehus@landvolk.org [mailto:Joern.Dwehus@landvolk.org]
Gesendet: Montag, 18. Juli 2011 10:40
An: Klaus Hamper
Betreff: Antwort: AW:

 

Sehr geehrter Herr Professor Hamper,

die große Mehrheit aller Tierhalter in der Landwirtschaft behandelt, die in ihrer Verantwortung gehaltenen Tierbestände mit Respekt und im Sinne des Tierwohls. Ihre einseitige Betrachtungsweise hierzu trägt nicht zu einer sachgerechten Diskussion bei.

Der mir von Ihnen zugeschriebene verengte Horizont beleidigt Ihren Intellekt. Komplexe Zusammenhänge können offensichtlich nur von Wissenschaftlern durchdrungen werden. Ich möchte daher Ihre kostbare Zeit nicht weiter vergeuden.

Mit freundlichen Grüßen

Jörn Dwehus

 

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