Mehr zum Thema Massentierhaltung finden Sie auf http://www.tierschutz-landwirtschaft.de/Massentierhaltung.pdf. Von Gewinn kann bei der Hähnchenmast nicht die Rede sein. Bei einer Investitionssumme von über 1.000.000,– € und (wirklich gut gerechnet) einem Gewinn vor Steuern von 50.000,– € pro Jahr ist erst nach weit über 20 Jahren ein Rückfluss des eingesetzten Kapitals rechnerisch gegeben. Kein ordentlicher Kaufmann und logisch denkender Mensch wird ein so ein unsicheres Geschäft investieren. Dass dazu noch von so unsicheren Variablen wie die nur kurzfristige (max. 3 Jahren) Preisbindung der Schlachthofbetreiber und Vermarkter (wie Wiesenhof, Rothkötter usw.), dem Risiko das die bisherigen EU-Exportsubventionen für Geflügel für Lieferungen in Nicht-EU-Ländern in Zukunft wegfallen (und die Geflügelkonzerne ihr Engagement in Ländern wie Ukraine, Russland und China weiter ausbauen – auch mit der Errichtung von Riesenmastanlagen) und auch die gesetzlichen Anforderungen an den Schutz der Umwelt und Anwohner durch sehr teure Filtertechnik verändert werden. Herr Meier, es gibt eindeutig Gutachten, die belegen, dass Massentierhaltung die Gesundheit der Menschen, aber auch die Umwelt schädigt. Das von Ihnen erwähnte Vorfeld ist schlicht nicht vorhanden und die Gutachten ebenso, oder mittlerweile veraltet und überholt. Das mit dem Preis als Kaufentscheidung ist richtig. Hier ist Aufklärungsarbeit zu leisten (was wir auf unserer Internetseite auch machen) und eine Veränderung der Konsumverhaltens notwendig (was mittlerweile deutlich festzustellen ist) Und, in Deutschland produzieren wir heute schon mehr Geflügelfleisch als hier verbraucht (konsumiert) wird. Durch den geplanten Schlachthof (Fa. Rothkötter) in Wietze bei Celle allein wird weitere mehr als 400 Mastställe mit 40.000 Tieren notwendig sein, um die geplante Schlachthofkapazität von fast 135.000.000 Tieren mit „Material“ zu versorgen. Und die Fa. Wiesenhof will einen ihrer existierenden Schlachthöfe kapazitätsmäßig knapp verdoppeln. Das bedeutet, noch mehr Mastställe und Geflügelfleisch – aber nicht für Deutschland oder EU-Länder. Nein, nur für Exportmärkte, in denen jetzt schon erste Megamastanlagen am Entstehen sind. Der Dumme wird – leider wieder einmal – der Landwirt sein. Ich bestreite übrigens, dass die Geflügelfleischprodukte allesamt gesund sind: denken Sie bitte nur an die massive Verabreichung von Antibiotika. Und zum Thema billige Preise: beim Weinpanschskandal vor etlichen Jahren hat man gelernt dass billiger Wein einfach nicht gut sein kann. Ähnlich verhält es sich mit dem billigen Geflügelfleisch (das zudem – wie auch die Errichtung der Mastställe – aus Steuergeldern subventioniert wird). Und, muss man täglich Fleisch essen? Ist es nicht gesunder, mal den einen oder anderen Tag „ohne“ auszukommen? Ich (und meine Mitstreiter ebenso) haben nichts gegen Landwirte (im Gegenteil). „Unser“ Landwirt, der einen Hähnchenmaststall mit knapp 85.000 Hähnchen plant, hat mit uns auf einer Podiumsdiskussion im Podium gesessen und diskutiert. Wir gehen da nicht „von hinten herum“ an das Thema heran, sondern haben mit mittlerweile über 150 Mitgliedern in der BIM – [BürgerInitiative Munzel] e.V. sehr deutlich gemacht, dass wir mit sehr guten Gründen gegen Massentierhaltung und den in unserem Ort geplanten Maststall sind. Der geplante Maststall wird – wenn er denn errichtet wird – wird die Umwelt (Luft, Grundwasser, Boden) und die Gesundheit der Anwohner schädigen. Insofern stört der planende Landwirt den nachbarschaftlichen Frieden. Vielen Dank für Ihre aufmunternden Worte – ich bleibe gern mit Ihnen im Dialog Ihr Michael Hettwer
]]>