Die Folgen aus der Verhinderung des Schlachthofs in Ahlhorn – Ein Kommentar von Michael Hettwer

So etwas gab es bisher noch nicht: Menschen aus allen Teilen der Gesell-schaft und allen Generationen haben sich gegen die Ansiedlung eines Ge-flügelschlachthofs erfolgreich zur Wehr gesetzt.  –> http://landesnetzwerk-niedersachsen.net/?p=2114

In der Bürgerbefragung der Gemeinde Großenkneten (Landkreis Oldenburg) haben sich über 56 % der Bürgerinnen und Bürger, die an der Bürgerbe-fragung teilgenommen hatten (über 63% der an der Befragung berechtigten Menschen haben sich beteiligt), gegen die Errichtung der Schlachtfabrik ausgesprochen. Viel eindeutiger geht es nicht.

Mit sehr viel persönlichem Einsatz, Engagement und Beharrlichkeit haben die Menschen vor Ort es gegen die geballte Kraft der

  • Agrarindustrie (an erster Stelle natürlich der angebliche Investor und seine Hintermänner)
  • Lobbyisten um die ehemalige Landwirtschaftsministerin Niedersachsens
  • Teilen der örtlichen Presse
  • und von der Agrarindustrie instrumentalisierten ausländischen Billiglohnarbeiter

geschafft, das Projekt in Großenkneten-Ahlhorn zu Fall zu bringen.

Das nötigt zum einen Respekt ab und zeigt darüberhinaus, dass immer mehr Menschen in diesem Land die existierende Agrarindustrie ablehnen und auch bereit sind, sich dagegen zu engagieren. Auch über längere Zeit.

Dies ist bemerkenswert und es wird der Bürgerbewegung gegen Agrarfabriken und Agrar-/Lebensmittelindustrie noch weiteren Aufschwung geben.

Im nur etwa 80 Kilometer von Ahlhorn entfernten Wietzen-Holte (Landkreis Nienburg) ist der Neubau eines Hühnerschlachthofs mit einer Schlachtkapa-zität von ca. 250.000 Tieren / Tag seit über einem Jahr quasi auf Eis gelegt. Hatte das für die immissionsschutzrechlichte Genehmigung zuständige Ge-werbeaufsichtsamt (GAA) Hannover  noch im Frühsommer vollmündig öffentlich erklärt, dass man noch vor den Schulsommerferien in Nieder-sachsen (2013) eine Entscheidung (sprich Genehmigung) treffen werde, gibt es dazu nun vom GAA Aussagen, dass die immissionsschutzrechtliche Genehmigung z. Z. noch nicht erteilt werden kann, weil das wasserrechtliche Erlaubnisverfahren (beim Landkreis Nienburg in einem zweiten Verfahren anhängig) zur Entnahme des erforderlichen Grundwassers noch nicht sehr weit fortgeschritten ist. Zum jetzigen Zeitpunkt liegt kein Erlaubnisantrag bei der Unteren Wasserbehörde des Landkreises Nienburg vor. Dass GAA kann nicht abschätzen, wie sich das wasserrechtliche Verfahren gestaltet. Daher ist auch keine Aussage hinsichtlich der weiteren Zeitplanung zur Erteilung der immissionsschutzrechtlichen Genehmigung möglich.

Auch hier zeigt sich, dass gesellschaftlicher Widerstand durchaus sehr erfolgreich sein kann.

Die Agrarindustrie und der sie unterstützende Bauernverband (Landvolk Niedersachsen) muss endlich einsehen, dass  gegen den Willen der Menschen nicht länger agiert werden kann und dass man sich dem Wandel und einer von der Mehrheit der Menschen gewünschten Wende im Agrarbereich  nicht länger verschließen darf. Und dazu gehört eben auch Dialogbereitschaft und nicht das gebetsmühlenartige Aufsagen von unsinnigen Parolen, die kaum die eigenen Leute noch wirklich ernst nehmen.

Die Menschen wollen mitentscheiden was mit ihrer Umwelt, was mit ihren Steuermitteln und nicht zuletzt was mit ihrer Gesundheit passiert.

Die Politik ist gut beraten sich hierauf einzustellen – denn „Wir haben es satt“ ist der Slogan einer immer mehr Menschen umfassenden Bewegung geworden.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Bauernhöfe statt Agrarfabriken - Landesnetzwerk Niedersachsen (BsA LN NDS), BIM - Munzel, Bürgerinitiativen, CI – {CALENBERGERINITIATIVEN} Netzwerk gegen Massentierhaltung, Gefahren, Gesundheit, Keime / Bioaerosole / Antibiotika, Lebensqualität, Naturschutz, Politik abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.