Offener Brief von CI und BIM an NRW-Landwirtschaftsminister Remmel

CI {CalenbergerInitiativen}   

Netzwerk gegen Massentierhaltung

Bad Münder, Barsinghausen, Diekholzen, Garbsen, Gehrden, Hannover,

Neustadt, Nordstemmen, Pattensen, Seelze, Springe, Wennigsen, Wunstorf

BIM – [BürgerInitiative Munzel] e.V.

Die Bürgerinitiative für Barrigsen, Groß Munzel, Holtensen, Kolenfeld, Landringhausen und Ostermunzel

 

Offener Brief per Email

Herrn Minister für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen Johannes Remmel

Herrn Staatssekretär im Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen Udo Paschedag

 

Sehr geehrter Herr Minister Remmel,

sehr geehrter Herr Staatssekretär Paschedag,

 

ich nehme Bezug auf den heute an Sie gerichteten offenen Brief von Eckehard Niemann von der AbL (Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft).

 

Als der Sprecher der CI – {CalenbergerInitiativen} – dem Netzwerk gegen Massentierhaltung im Calenberger Land (Gebiet westlich und südlich  um die Landhauptstadt Hannover) – und Vorsitzender der BIM – [BürgerInitiative Munzel] e.V. gestatte ich mir, sie auf folgendes hinzuweisen:

  • Die durch Massentierhaltung hervorgerufenen negativen Erscheinungen (für die Gesundheit von Menschen und Tieren, die Belastungen der Umwelt sowie die wirtschaftliche Situation der Landwirtschaft hier aber auch in der Dritten Welt) setze ich bei Ihnen als bekannt voraus und gehe daher hier nicht mehr näher darauf ein.

 

  • Immer mehr Menschen in unserem Land wenden sich von Massentierhaltung und den dort erzeugten Produkten ab. Und immer mehr Menschen entdecken wie ihre Steuergelder zur Unterstützung der Agrarier ausgegeben werden. Dass es dabei zum Teil haarsträubende Subventionen – hervorgerufen durch die massive, permanente und erfolgreiche Lobbyarbeit der Agrarindustrie in engen Schulterschluss und Verflechtung mit dem DBV – wird peu á peu immer mehr Menschen bewußt. Und wir Bürgerinitiativen (bundesweit im Netzwerk BsA „Bauernhöfe statt Agrarfabriken“ mit Natur-, Umwelt- und Tierschutzverbänden zusammengeschlossen) werden noch intensiver auf diese Verquickung hinweisen. Und wir können mangels finanzieller Masse keinen Lobbyismus betreiben sondern können (und wollen bewusst) mit unseren Argumenten für unsere Positionen streiten und punkten.

 

  • Dass es auf politischer Ebene von fast allen Parteien Bestrebungen – zumindest aber Überlegungen gibt – das Bauprivileg im BauGB zu verändern bzw. abzuschaffen zeigt m.E. überdeutlich, wie stark diese vom Ursprung („bäuerliche strukturierte Landwirtschaft“ sinn- und nachvollziehbare Regelung im hohen Masse pervertiert worden ist. Die Anträge von BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN und der SPD im Bundestag sind Ihnen sicherlich bekannt und liegen hoffentlich auf „sofortige Wiedervorlage“ nach dem Regierungswechsel in Berlin in 2013 (oder eher?).

 

  • Jetzt erlebt sogar die christlich-liberale Regierung hier bei uns in Niedersachsen, dass die Bürger – gerade in den Stammlanden der CDU im katholischen Emsland – nicht mehr länger bereit sind, die massiven negativen Auswirkungen der agroindustriellen Tierproduktion hinzunehmen. Und wer die – bedächtigen, kaltblütigen aber auch sturen Emsländer kennt, weiß , was dies bedeutet. Herr Lindemann hat dies erkannt und seinen Tierschutzplan und die Veränderungen zur Privilegierung rechtzeitig vor der Kommunalwahl öffentlichkeitswirksam angekündigt.

 

  • Und die Ergebnisse der gerade vor gut zwei Wochen stattgefundenen Kommunalwahlen sind so eindeutig und glasklar: Überall dort wo Mastställe geplant oder bereits in Betrieb sind, wurden die Parteien (in der Regel CDU und FDP) mehr als abgestraft. Vor allem BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN konnten u.a. wegen ihrem deutlichen Standpunkt zur Massentierhaltung in diesen Wahlbezirken überdurchschnittlich hinzugewinnen. Hier ist also ein Vertrauensbonus im Voraus von den Wählerinnen und Wählern verteilt worden.

 

  • Wir hier in der Region Hannover versuchen seit vielen Wochen vergebens mit dem Landvolk (dem niedersächsischen Teil des DBV) in einen Dialog zur Problematik Massentierhaltung einzusteigen. In Podiumsdiskussionen oder Wahl wurden und werden wir eher in eine kriminelle Ecke (Thema Stallbrände) gestellt bzw. mit den gleichen – aus meiner Sicht äußerst dümmlichen – Fragen oder Argumenten abgespeist. Dies passt so genau zu dem was Herr Möller bei Ihnen in NRW von sich gibt. DBV (WLV/Landvolk) scheinen zu merken, dass ihre über Jahrzehnte verfehlte Klientelpolitik – speziell auf die Großagrarier ausgerichtet – durch den immer größer werdenden Missbrauch und den dadurch hervorgerufenen öffentlichen Protest zu einem Umdenken in der Öffentlichkeit und sogar in bestimmten politischen Parteien und Gremien führt. Und jetzt versucht man aufgeregt Schadensbegrenzung zu betreiben um nicht weiter Mitglieder und damit Geld und Einfluß zu verlieren.

 

  • Massentierhaltung ist gesellschaftlich nicht akzeptiert.

 

Als nicht parteigebundener – aber trotzdem politisch denkender – Mensch bitte ich Sie im Namen unserer Mitglieder und ihrer Familien nicht auf das so überaus durchsichtige Manöver und die so überaus schwache Argumentation des Herrn Möller einzugehen.

 

Zu Ihrer Information füge ich Ihnen die von maßgeblich von BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN initiierte „Resolution gegen Agrarfabriken“ die die Regionsversammlung der Region Hannover gestern (27.09.2011) auf Antrag der Fraktionen von SPD und BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN mehrheitlich gegen entschiedenen Protest des Landvolks beschlossen hat.

 

Ich bitte Sie, sehr geehrter Herr Remmel und sehr geehrter Herr Paschedag, um Standhaftigkeit gegen die Versuche des WLV/DBV die bisher verfehlte Agrarpolitik und die Privilegierung für Agrarindustrie zu zementieren.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Michael Hettwer

 

 

Von/from:

CI – {CalenbergerInitiativen}

Netzwerk gegen Massentierhaltung

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BIM – [BürgerInitiative Munzel] e.V.

(VR 201362 ▪ Amtsgericht Hannover)

Westerhagen 34

D-30890 Barsinghausen

Mobil (e): +49 171 5255645

Internet: www.buerger-massen.de

Email: michael.hettwer@t-online.de

–> Bankverbindung BIM – [BürgerInitiative Munzel] e.V.:

Hannoversche Volksbank (BLZ 251 900 01) ▪ Konto-Nummer: 633922000

 


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