Agrarindustrie und ihre Lobby – wie ein aufgeschreckter Hühnerhaufen – ein Kommentar von Michael Hettwer

Das Resultat der Bürgerbefragung in Großenkneten scheint dem Chefredakteur der vom Landvolk Niedersachsen e.V. und der Landwirtschaftskammer Niedersachsen gemeinsam herausgegeben Zeitung „Land & Forst“ wohl doch gehörig auf den Magen geschlagen zu sein.

Dass Schriftleiter Ralf Stephan von „Land & Forst“ dabei die demokratischen Grundtugenden in Ansätzen vermissen lässt (denn wie sonst kann man es erklären, dass Stephan das so eindeutige Ergebnis zu einem Minderheitenvotum herabqualifiziert?), ist eine Unverschämtheit und darf durch staatliche Gelder – aus denen zumindest die Landwirtschaftskammer Niedersachsen sich auch finanziert (und damit indirekt auch „Land & Forst“) – nicht weiter gefördert werden.

Dass ein Chefredakteur nicht in der Lage ist zwischen „Bürgerentscheid“ (so die Überschrift des Kommentars)  und Bürgerbefragung zu unterscheiden, ist schon bedenklich. Und, die Entscheidung zur Ansiedlung der Firma Kreienkamp trifft der Rat der Gemeinde Großenkneten.

56,37% der Menschen die bei über 63% Wahlbeteiligung den Schlachthof ablehnten, dürften bei vielen Kommunalwahlen ein Traumergebniss  sein und nicht das „einer Minderheit“.

Und dass die Bürgerinnen und Bürger  den falschen Versprechungen des unseriös, unzuverlässig und unglaubwürdig anmutenden Investors nicht auf dem Leim gegangen sind, spricht für die Weitsicht der Menschen in Großenkneten. „Land & Forst“- Chef Stephan stellt sich mit seinem Kommentar – wieder einmal – ein Armutszeugnis aus.

Stephan und seinen Freunden auf Seiten der Agrarindustrie und ihren Lobbyisten sei angeraten, endlich den Willen der Mehrheit der Menschen in diesem Land zu akzeptieren, denen es nicht egal ist, dass einige wenige Agrarindustrielle und ihre Helfershelfer sich zig Milliarden Euro an Steuergeldern einverleiben und dafür auch noch die Gesundheit der Menschen, unsere Umwelt und das Tierwohl gefährden. 

Oder sollte der Kommentar etwa an anderen Stelle konzipiert worden sein?

Unabhängiger, fairer Journalismus oder Artikel bzw. Kommentare in „Land & Forst“ – das können  ganz verschiedene Dinge sein.

Ähnlich verhält es sich übrigens bei dem (von Stephan beschriebenen) „Sekt“ und dem tatsächlich ausgeschenkten Champagner.

 

Dazu folgende Dokumente:

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