AbL fordert Kirchen zur Zurückweisung der Landvolk-Ausspäh-Aktion auf

AbL – Pressemitteilung 13.11.2012

AbL fordert Kirchen zur Zurückweisung der Landvolk-Ausspäh-Aktion auf  

Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) hat die Verantwortlichen in den Kirchengremien aufgefordert, sich gegenüber den Ausspäh-Aufforderungen des niedersächsischen Landvolk-Verbands über missliebige Äußerungen von Pastoren und Pfarrern zur Agrarindustrie schützend vor ihre Mitarbeiter zu stellen. Zu Recht bezeichneten viele Bürger und Kirchenvertreter dies als Versuch, mit „Blockwart-Methoden und Denunziation“ die kritische Auseinandersetzung mit der agrarindustriellen Tierhaltung in der Kirche durch Einschüchterung zu unterbinden. Der „Landvolk“-Landesbauernverband müsse sich in aller Form entschuldigen und Abstand von seiner Aufforderung nehmen, dass seine Mitglieder ihm und den Kirchenspitzen Meldung über Äußerungen bei den Erntedankgottesdiensten machen sollten.

Bereits im Februar habe das Landvolk einen kirchlichen Mitarbeiter wegen seiner Organisation des „Ökumenischen Kreuzwegs für die Schöpfung“ und deren Aktion u.a. mit dem Landesbischof vor dem Mega-Schlachthof des Rothkötter-Konzerns in Wietze angegriffen. Die AbL hatte es zuvor bereits als „Armutszeugnis“ bezeichnet, dass Landvolk-Funktionäre sich offenbar nicht mehr zutrauten, die Debatte um die gesellschaftlich höchst umstrittene Industrialisierung der Tierhaltung und um Agrarfabriken direkt vor Ort zu führen. Die Landvolk-Spitze gerate mit ihrem Agrarindustrie-und Hinterzimmer-Lobbyismus nicht nur selbst immer mehr ins gesellschaftliche Abseits, sondern schade damit leider auch der wirtschaftlichen Lage und der Akzeptanz aller Landwirte.

Der niedersächsische AbL-Vorsitzende Martin Schulz verwies darauf, dass viele Massentierhaltungs-Gegner den Pastoren und Pfarrern aktuell bereits den Rücken dadurch gestärkt hätten, dass sie an die Adresse des Landvolks Hunderte von Mails mit Zitaten aus der Bibel über den Umgang mit Tieren sowie aus Kirchen-Positionierungen gegen die agrarindustrielle Konzern-Tierhaltung geschickt hätten.    

Die AbL forderte dazu auf, jetzt in allen Kirchenkreisen und -gemeinden einen breit angelegten Diskussionsprozess zum Thema „Artgerechte Nutztierhaltung“ und „Bauernhöfe statt Agrarfabriken“ zu initiieren. Beispielsweise das Positionspapier der Synode der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers mit ihren deutlichen Ausführungen zur landwirtschaftlichen Nutztierhaltung sei dafür eine gute Grundlage – schließlich sei es ja genau für diese Diskussion und nicht für die Schublade gedacht.  
2.570 Zeichen, 13.11.2012 

 

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