UPDATE: WIESENHOF-Anwalt droht BIM [BürgerInitiative Munzel] e.V. mit Gericht

Erster deutscher Handelskonzern ohne „Wiesenhof“-Artikel

Unter dem Eindruck des ARD-Reports zum „System Wiesenhof“ und der dabei gezeigten Bilder über die Qualhaltung von Tieren hat die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) an alle Verbraucherinnen und Verbraucher appelliert, vom Kauf agrarindustriell erzeugter Geflügelprodukte konsequent Abstand zu nehmen und deren Auslistung zu fordern.

Der niedersächsische AbL-Landesvorsitzende Martin Schulz rief dazu auf, möglichst direkt bei Bauern zu fairen Preisen einzukaufen und in den Supermärkten, Metzgereien, Restaurants und Kantinen sehr nachdrücklich nach Fleisch aus artgerechter Tierhaltung zu fragen. Genügend Platz und Auslauf für die Tiere gebe es z.B. auf Bio- oder Neulandhöfen oder auf „Label-Rouge“-Betrieben („Nature & Respect“). Als preisgünstiger Kompromiss akzeptabel seien auch die demnächst angebotenen Erzeugnisse mit dem silbernen Tierschutzsiegel, bei denen die Tiere zumindest mehr Platz und einen Kaltscharr-Raum angeboten werde.

„Die Handelsunternehmen haben bereits die Eier aus Käfighaltung aus ihren Regalen verbannt“, so AbL-Landwirt Schulz, „nun muss auch Geflügelfleisch aus Agrarfabriken raus aus den Kühltruhen!“ Die AbL begrüßte die Entscheidung großer Schweizer Handelskonzerne, alle „Wiesenhof“-Produkte auszulisten. *. Derzeit laufe eine Flut von E-Mails bei Edeka, Rewe, Aldi, Lidl, Real und anderen  Handelskonzernen ein – mit der dringlichen Aufforderung zur Auslistung von „Wiesenhof“-Artikeln.

(1.605 Zeichen)                                                                                      17.09.2011

 * Der hier bisher vorhandene Satz  ist auf Verlangen des Rechtsvertreters der Fa. WIESENHOF Geflügel-Kontor GmbH, Paul-Wesjohann-Str. 45, 49429 Visbek wegen einer angeblich nicht richtigen Aussage von der Internetseite der BIM  genommen worden.

Hierzu die Email des Anwalts der Firma WIESENHOF an die BIM [BürgerInitiative Munzel] e.V. (nachfolgenden Link bitte anklicken):

Unabhängig ob die Aussage der Fa. WIESENHOF richtig oder falsch ist, hat die BIM [BürgerInitiative Munzel] e.V. einen Satz aus der Pressemitteilung der AbL von ihrer Internetseite genommen, da die anderen Bestandteile dieser Pressemitteilung inhaltlich nicht zu beanstanden sind.

Die Albert-Schweitzer-Stiftung für unsere Umwelt hätte auf eine entsprechende Email des WIESENHOF-Advokaten so geantwortet: „Falsch ist demnach die Aussage, coop hätte kürzlich Wiesenhof-Produkte aus den Regalen genommen. Richtig ist vielmehr, dass coop sogar schon seit Anfang 2007 keine Produkte mehr von Wiesenhof führt, wozu wir coop herzlich gratulieren. Andere Supermarktketten fordern wir auf, diesem Beispiel zu folgen und nicht nur die Produkte von Wiesenhof, sondern auch vergleichbare Ware anderer Anbieter auszulisten, denn die gängige Hühner- und Putenmast ist unvereinbar mit dem Tierschutzgesetz.“

Dem hat die BIM nichts hinzuzufügen.

Nachfolgend die Internetseite der ASS (Albert Schweitzer Stiftung) zu diesem Vorgang (Link unten bitte anklicken):

Die BIM stellt zum Vorgehen der Fa. WIESENHOF fest:

Wenn WIESENHOF glaubt, kritische Menschen mit Hilfe von juristischem oder wirtschaftlichem Druck indirekt zum Schweigen zu bringen, wird  dies  in einem PR-Desaster erster Güte enden. 

Die Öffentlichkeit wird sicherlich mit großer Aufmerksamkeit verfolgen, wie ein Großkonzern mit untauglichen Mitteln (auch in juristischer Hinsicht) versucht, eine Bürgerinitiative einzuschüchtern. 

Dies wird der Fa. WIESENHOF  nicht gelingen. 

 

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2 Antworten auf UPDATE: WIESENHOF-Anwalt droht BIM [BürgerInitiative Munzel] e.V. mit Gericht

  1. Jörg-Peter Schweizer sagt:

    Wenn wir die Schreie der vom Menschen gequälten Tiere hören müßten, wir ertrügen sie nicht; wir verstopfen unsere Ohren.
    „Das Elend der Menschen wird solange dauern, wie der Jammer der Tiere zum Himmel schreit“
    Der Umgang des Menschen mit den Tieren gehört zu den fundamentalsten Prinzipien der Sittlichkeit.
    Der Tierschutz ist ein besonders deutlicher Bereich der menschlichen
    Verantwortung für die Schöpfung. Tiere sind lebende und fühlende
    Mitgeschöpfe des Menschen, die einen Eigenwert in Gottes guter Schöpfung
    haben. Deshalb wird Tierschutz heute immer mehr als eine sittliche
    Verpflichtung empfunden.
    Wir haben nicht das Recht die Tiere für unsere Interessen zu mißbrauchen, sie nur nach Leistung und Nutzen zu beurteilen.
    Gottes Auftrag lautete damals so wie heute genauso:
    „Geht liebevoll mit der Schöpfung mit den Tieren um und sorgt für sie in meinem Auftrag“

    Jörg-Peter Schweizer
    (Stuttgart / Germany)

  2. Pingback: Offener Brief an den deutschen Lebensmitteleinzelhandel: Schweizer Firmen folgen und WIESENHOF auslisten!

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