Überproduktion von Milch! Milcherzeugung drosseln. Superabgabe dafür nutzen

Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) fordert Bundesminister Christian Schmidt und die Landwirtschaftsminister der Bundesländer auf, sich umgehend auf EU-Ebene für eine kurzfristige und abgestimmte Drosselung der Milcherzeugung einzusetzen.

Der Milchmarkt steckt in einer tiefen Krise. Die Marktpreise für Standardprodukte wie Milchpulver und sogar für Käse sind bereits unter das Niveau des letzten Krisenjahres 2012 gefallen.

Laut EU-Kommission lag die Milcherzeugung EU-weit in den Monaten April-Mai 2015 um 2,1 Prozent über dem Rekordwert des Vorjahres (Deutschland + 2,3 Prozent).
Viele Milcherzeuger versuchen deshalb bei fallenden Auszahlungspreisen der Molkereien durch mehr Menge die Verluste etwas zu verringern.

Die AbL schlägt vor, für eine solche koordinierte und zeitlich befristete Drosselung der Milcherzeugung die nun fälligen so genannten Superabgaben einzusetzen.
Diese Superabgaben werden von den landwirtschaftlichen Betrieben erhoben, die im letzten Milchquotenjahr 2014/15 zum Teil deutlich mehr Milch abgeliefert haben als ihrer Quote entsprach.
Nach Schätzungen müssen in diesem Jahr rund 800 Millionen Euro an solchen Abgaben an die EU abgeführt werden. „Mit diesem Geld sollte den aktiven Betrieben ein Anreiz gezahlt werden, ihre Milcherzeugung befristet um einige Prozent zu reduzieren“, fordert der stellvertretende AbL-Vorsitzende.

Forderungen, mit den Superabgaben eine Ausdehnung der staatlichen Lagerhaltung (Intervention) oder eine weitere Exportoffensive der Molkereien zu bezahlen, lehnt die AbL ab.
Billigexporte gehen außerdem nicht nur auf Kosten der Milchviehhalter in Europa, sondern zerstören auch in den Zielländern bäuerliche Existenzen.

Abl Pressemitteilung mit Vorschlag zur Drosselung der Überproduktion von Milch

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