Pressemitteilung NABU Landesverband Niedersachsen 26.10.2010

25.10.2010

Vermaisung der Landschaft und kein Ende?

NABU Niedersachsen fordert Vorranggebiete

Hannover – In Niedersachsen die Reißleine ziehen, das hatte der NABU Niedersachsen Ende 2009 mit einem Baustopp für Biogasanlagen gefordert. Jetzt erkannten auch die Landesregierung und die Emsland-CDU Fehlentwicklungen beim Wildwuchs von Biogasanlagen und Hähnchenmastställen an. So viel Übereinstimmung mache Mut, jetzt müssen zügig Maßnahmen folgen und Handeln für eine intakte Landschaft und bäuerliche Landwirtschaft seien gefordert, erklärte der NABU. Biogasanlagen und Ställe für die Massentierhaltung müssen im Zuge einer Regionalplanung geplant und ihre Errichtung mit Vorranggebieten gesteuert werden, forderte der NABU Niedersachsen.

„Vielfalt statt Einfalt auf den Acker“ hatte schon im Jahr 2005 der NABU-Bioenergieexperte Uwe Baumert sofortige Forschungsprojekte zur Biomasseproduktion angemahnt. Statt der problematischen Monokultur Mais schlug Baumert alternativ einen Energiepflanzenmix mit zusätzlich Sonnenblumen und Wild- sowie Blühpflanzen in dreigliedriger Fruchtfolge vor. Mit gewisser Genugtuung zitierte Uwe Baumert aus einer aktuellen Unterlage der Landesregierung in der es heißt: „Beim Maisanbau kann es zur erhöhten Belastung des Grundwassers kommen. Vor diesem Hintergrund wird derzeitig in verschiedenen von der Landesregierung geförderten Projekten an der Einführung alternativer Energiepflanzen beziehungsweise alternativer Fruchtfolgen oder Anbauverfahren gearbeitet.“

Sehr interessante Aussagen trifft die Niedersächsische Landesregierung auch zu den Problemen der Raumordnung und der NABU-Forderung nach einer Regionalplanung für Biogasanlagen mit Hinweisen auf die Planungshoheit der Kommunen: „Größere Biogasanlagen unterliegen wie alle Bauvorhaben der Bauleitplanung, die den Kommunen die Möglichkeiten zur Steuerung von Baummaßnahmen gibt. Die Träger der Regionalplanung können für raumbedeutsame Biogasanlagen außerdem das Instrument der Festlegung von Vorranggebieten für Energieerzeugung durch Biogasanlagen in den Regionalen Raumordnungsprogrammen nutzen.“

NABU-Bioenergieexperte Uwe Baumert unterstrich: „Dann muss man eben die Möglichkeiten nutzen und auch umsetzen.“ Baumert unterstützt die Emsland-CDU mit ihrer Forderung nach höherer Planungshoheit für die Kommunen und schließt dabei ausdrücklich die ausufernden Stallbauten für Massentierhaltung mit ein.

„Kein weiteres Zögern sondern gemeinsames Handeln. Auch der Verbraucher kann helfen und handeln durch weniger Konsum von Hähnchenfleisch und Energiesparen“, Betont Uwe Baumert und verweist auf das NABU-Zehn-Punkte-Papier Bioenergie und die NABU-Resolution „Stopp der Massentierhaltung“ als Gesprächsgrundlagen zum Wohle der betroffenen Landwirte und Bürger; für Mensch, Natur und Umwelt.

Für Rückfragen:
Uwe Baumert
NABU-Bioenergieexperte
Tel. 04284-8102

Quelle: Internetseite NABU Landesverband Niedersachsen 26.10.2010

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