PRESSEMITTEILUNG der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen NR. 1270 Datum: 28. Oktober 2010

PRESSEMITTEILUNG der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen NR. 1270 Datum: 28. Oktober 2010

Bundesregierung bestätigt: MRSA-Übertragung ist vor allem ein Problem in Massentierhaltungsanlagen

Zur Antwort der parlamentarischen Staatssekretärin Annette Widmann-Mauz (CDU) auf eine mündliche Frage zur Ausbreitung des gegen viele Antibiotika resistente MRSA-Bakteriums (Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus) erklärt Friedrich Ostendorff, Sprecher für Agrarpolitik:

Die Bundesregierung teilt die Einschätzung des Robert-Koch-Instituts (RKI), dass sich das MRSA-Bakterium unter den Bedingungen von Massentierhaltung deutlich stärker ausbreitet, als bei artgerechter Haltung. Das bestätigte uns Frau Widmann-Mauz in ihrer Antwort. Wir teilen diese Einschätzung der Bundesregierung ausdrücklich.

Völlig unterschiedlich bewerten wir jedoch die politischen Konsequenzen. Während Frau Widmann-Mauz die „Verbreitung weiter beobachten“ möchte sehen wir dringenden Handlungsbedarf. Wir fordern die Bundesregierung auf, eine breit angelegte wissenschaftliche Studie in Auftrag zu geben, die die Übertragungswege des MRSA-Bakteriums in der Tierhaltung genau untersucht. Hierbei sind auch und gerade die Auswirkungen des massiven, permanenten Einsatzes von Antibiotika in Anlagen mit Intensivtierhaltung zu untersuchen.

Wenn MRSA beim Menschen zum Ausbruch kommt, kann der Krankheitsverlauf tödlich sein. Jährlich stirbt laut Medienberichten in Deutschland eine mittlere Kleinstadt an den Folgen dieser Krankheit. Noch sind Übertragungswege vom Tier zum Menschen nicht nachweisbar. Das Bakterium entwickelt sich jedoch zumal unter Bedingungen des massenhaften Antibiotika-Einsatzes ständig weiter und wird somit zunehmend zur Bedrohung für Menschen im Umfeld von Tierfabriken. Die Politik ist deshalb aufgefordert, diese Risiken umgehend und gründlich zu prüfen und dann die nötigen Konsequenzen zu ziehen. Wir gehen davon aus, dass Massentierhaltungsanlagen keine Zukunft haben. Die MRSA-Problematik ist da nur ein Beispiel für hohen gesellschaftlichen Kosten dieser unwürdigen Haltungsform.

© Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen

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