Pressemitteilung der BI Pattensen vom 05.12.2010

Pressemitteilung der BI-Pattensen www.BI-Pattensen.de

Pattensen, 05.12.2010

Große Stimmung gegen Putenmastanlage

Hochrangige Besetzung bei Podiumsdiskussion

Am Freitag, den 03.12., fand vor ca. 300 Teilnehmern – voller Saal – die von der BI-Pattensen veranstaltete Diskussion statt.

Für die Landtagsfraktionen nahmen teil: Otto Deppmeyer (CDU), Dr. Silke Lesemann (SPD) und Christian Meyer (Grüne). Von der Genehmigungsbehörde (Region Hannover)  war Prof. Dr. Axel Priebs anwesend. Die Interessen der befürwortenden Landwirte nahm Dr. Carl Dohme (Landvolk Hannover) wahr  und für die BI-Pattensen war Wighard Dreesmann auf dem Podium.

Die  sachkundige Moderation lag in der Hand von Carola Böse-Fischer, stv. Wirtschaftsredakteurin bei der HAZ . Ihre  straffe Führung sollte sich in der teilweise hitzigen Diskussion als notwendig erweisen.

Zunächst  machte Dreesmann die ablehnende Haltung der BI bezüglich der Pattenser Situation deutlich: 1.) es werden nach der ersten Genehmigung weitere Landwirte folgen, 2.) alle  Anlagen werden ohne Filter betrieben, daher leidet 3.) die Bevölkerung  unter besonders aggressivem Geflügel-Gestank  und 4.) insbesondere durch die Gefahr von resistenten Keimen – hervorgerufen durch den Antibiotika-Einsatz in der Massentierhaltung – und 5.) führt der Einstieg in die Massentierhaltung zu Wertverlust der Pattenser Immobilien.

Herr Dr. Dohme verwies dagegen auf die Notwendigkeit eines zweiten wirtschaftlichen Standbeines für die Landwirte und darauf, dass die Bevölkerung billiges Fleisch verlange.

Für die Region stellte Prof. Dr. Priebs die  Verschärfung der Brandschutzauflagen in Aussicht; dadurch werden die geplanten Ställe sicherlich teurer (und unattraktiver ergänzte Herr Dr. Dohme).

Priebs warnte vor der Ausweisung von Vorrangflächen für Intensivtierhaltung; diese würden auch noch zusätzliche auswärtige Stallbetreiber anlocken.

SPD und Grüne forderten Gesetzesinitiativen für den Tierschutz und den Schutz der Bevölkerung. Politiker in Land, Region und Stadt Pattensen sollen diesbezüglich zusammen arbeiten.

Die CDU dagegen hält die vorhandenen Gesetze für ausreichend.  Insbesondere gäbe es keine Belastung der Bevölkerung durch Keime. Auf Nachfrage von Herrn Dreesmann für die Gründe des 3-Km-Sperrkreises für Mastanlagen um den Großschlachthof Wietze antwortete Dr. Dohme, „da sollte man die Firma Rothkötter selbst fragen, ich weiß es nicht“.  Des Weiteren führte Herr Deppmeyer aus, dass in der Region-Hannnover mehr Vieh gehalten werden könne und müsse, da das Emsland bereits überlastet sei.

Die sehr große Mehrheit des Publikums reagierte darauf mit Empörung.

Hr. Meyer von den Grünen verwies auf den Landtagsantrag seiner Fraktion für „mehr Tierschutz in der Putenhaltung“, Landtagsdrucksache 16/2875.

Ein im Publikum anwesender Landwirt wies auf die Unvereinbarkeit zwischen grundgesetzlichem Tierschutz und den Durchführungsbestimmungen für Massentierhaltung hin. Des Weiteren forderte Hr. Hettwer  von den Calenberger Initiativen den Rücktritt von Landwirtschaftsministerin Grotelüschen als vertrauensbildende Maßnahme.

In der Schlussrunde sprach Dr. Dohme nochmals die Bedeutung des zweiten wirtschaftlichen Standbeines an. Dreesmann erwiderte, es handele sich dabei nicht etwa um die Eröffnung eines Fahrradladens, sondern um die Errichtung von Industrieanlagen mit erheblichen Emissionen.

Abschließend sagte Dreesmann: „Die Bürgerinitiative Pattensen will den liebenswerten ländlichen Charakter von Pattensen erhalten.“

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