Pressemitteilung der AbL (Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft) vom 24.07.2011: AbL warnt Landvolk-Spitze vor Diffamierungs-Strategie

Pressemitteilung
AbL warnt Landvolk-Spitze vor Diffamierungs-Strategie

Vor dem Hintergrund jüngster Brände von Großmastanlagen hat die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) den Präsidenten des Niedersächsischen Landvolks (Landesbauernverband) Werner Hilse aufgefordert, in der ohnehin angespannten Situation nicht noch durch aggressive Diffamierung der Bürgerinitiativen gegen Agrarfabriken weiter Öl ins Feuer zu gießen. Ein Kommentar des Landvolk-Wochenblatts „Land & Forst“ verunglimpfe die Bürgerinitiativen als „biedermännische“ Wegbereiter für Brandstifter und für „das Klima, das diese tageslichtscheuen Gestalten aus den Löchern kriechen“ lasse. Hilse selber versuche sogar, jene zu kriminalisieren, die anlässlich der noch ungeklärten Brandursache mehr Brandschutz für neue Mastanlagen gefordert hatten: Laut Hilse würden diese „den demokratischen Weg verlassen“ und sich „mit den Brandstiftern auf eine Stufe“ stellen.

In diesem Zusammenhang ist es laut AbL nicht verwunderlich, wenn jetzt in Hilses Nachbarschaft in Lüchow am Rande einer Kundgebung gegen Agrarfabriken anonyme Flugblätter aufgetaucht seien, in denen ein Sprecher des Bürgerinitiativen-Netzwerks sogar namentlich danach gefragt wurde, wo denn der nächste Brandort sein werde. Die örtliche Elbe-Jeetzel-Zeitung zitierte in diesem Zusammenhang auch den diffamierenden Begriff „Aufhetzer“ durch einige Gegendemonstranten.

AbL-Sprecher Eckehard Niemann kündigte an, dass man all diese Äußerungen auch juristisch prüfen werde. Hilse wisse ganz genau, dass sich AbL, andere Verbände und Bürgerinitiativen mehrfach für eine faire und legale Auseinandersetzung und eindeutig auch gegen Brandstiftungen ausgesprochen hätten. Offenbar schlage die Agrarindustrie-Lobby angesichts der Wirkungslosigkeit ihrer Agrarfabriken-Schönfärberei nunmehr hilflos und aggressiv um sich. Dieser Versuch, jegliche Kritik an der Qualhaltung in Agrarfabriken mit Hinweis auf angebliche Begünstigung etwaiger Brandstifter abzuwürgen, sei zum Scheitern verdammt und schade der Akzeptanz der gesamten Landwirtschaft.

Niemann forderte Hilse auf, im Interesse der Mehrheit der Bauern die gesellschaftliche Entwicklung hin zu einer artgerechten Tierhaltung in bäuerlich-mittelständischen Strukturen nicht länger zu bekämpfen. Es gelte, die mit dieser Entwicklung verbundene Akzeptanz und Mengenreduzierung aktiv für die politische Durchsetzung höherer Erzeugerpreise zu nutzen. Die Genehmigungsstopps niedersächsischer Landkreise für gewerbliche Agrarfabriken, die Debatte um Stall-Höchstgrenzen im Bundesbaurecht, der Neue Niedersächsische Tierschutzplan und die absehbaren europaweiten Tierschutz-Vorschriften im Rahmen der EU-Agrarreform seien überdeutliche Signale.

Die AbL begrüßte es, dass neben der AbL auch die örtlichen Bürgerinitiaven, der Bund Deutscher Milchviehhalter und die Bäuerliche Notgemeinschaft zu einer sachlichen und fairen Diskussion aufgerufen hätten. Am Rande der Kundgebung in Lüchow sei zwischen Vertretern des regionalen Landvolk-Bezirksverbands und der AbL eine baldiger interner Meinungsaustausch vereinbart worden. Dies sei der richtige Weg für die dringend notwendige Auseinandersetzung um die Zukunftswege der Landwirtschaft.
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