Pressemitteilung AbL: Bauernverband will Bauern zu Agrarindustrie-Propagandisten schulen

Pressemitteilung

Bauernverband will Bauern zu Agrarindustrie-Propagandisten schulen   

Als „vergebliche Mühe“ bezeichnet die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) die Flut von sogenannten „Kommunikations-Seminaren“, in denen der Bauernverband die Teilnehmer für die Verteidigung der agrarindustriellen Tierhaltung im „Umgang mit Medien und Öffentlichkeit“ schulen will. Ein solches „Kommunikationstraining“, so die AbL, bräuchten eigentlich nur die wenigen Investoren von großen Schweine- und Geflügel-Agrarfabriken, die wirklich mit dem Widerstand von Bürgerinitiativen rechnen müssten. Die allermeisten Landwirte könnten dagegen sowieso mit der gesellschaftlichen Unterstützung ihrer Bauernhöfe rechnen, zum Beispiel durch das bundesweite Netzwerk „Bauernhöfe statt Agrarfabriken“ von mehr als 200 Bürgerinitiativen und Verbänden. Die meisten Bauern fragten sich, weshalb sie sich denn schulen lassen sollten für die argumentative Verteidigung von Agrarindustriellen, die sie verdrängten und zu Vertrags- und Lohnmästern machten.

Offenbar, so der niedersächsiche AbL-Vorsitzende Martin Schulz, hätten die Verantwortlichen in Agrarindustrie und Bauernverband selbst gemerkt, dass ihre massive und teure Werbung und ihre Großveranstaltungen für eine angeblich „moderne Tierhaltung“ wirkungslos blieben und von vielen Menschen sogar als abstrus empfunden würden. Stattdessen wollten die Schlachtkonzerne und Agrarindustriellen jetzt „normale Bauern“ mit ihrem nach wie vor guten Ansehen als stellvertretende Progagandisten für ihre Zwecke einspannen. „Das machen aber kaum Bauern mit“, so Schulz, „das zeigt sich auch an der geringen Zahl von nur 6 bis 12 Teilnehmern an derzeit geplanten Seminaren.“ Die Bauernverbands-Behauptung, die Bauern säßen in einem Boot mit Agrarindustrie und Schlachtkonzernen, ziehe immer weniger. 

Als besonders entlarvend bewertet die AbL die Einladung des Kreisverbands Mittelweser des Landvolk-Landesbauernverbands zu den Seminaren „Um Akzeptanz werben – wie Sie Ihr Stallbauvorhaben erfolgreich kommunizieren“ am 29.11. und am 5.12. in Bruchhausen-Vilsen bzw. in Marklohe. Schon das Fax an die Mitglieder enthalte die Aufforderung, diese Einladung unbedingt vertraulich zu behandeln, weil das Seminar „unter Ausschluss der (kritischen) Öffentlichkeit“ stattfinden solle – laut AbL also „quasi als rhetorische Trockenübung ohne eine wirkliche Diskussion mit wirklichen Kritikern“. Besser könne man nicht zeigen, so AbL-Sprecher Schulz, wie sehr sich der Bauernverband mit seiner „Wagenburg-Mentalität“ schon im gesellschaftlichen Abseits einrichte und wie sehr man eine wirklich offene Auseinandersetzung und Diskussion fürchte.

 „Gesellschaftlich inakzeptable Agrarfabriken mit nicht artgerechter Tierhaltung wird man den Bürgern auch mit noch so ausgefeilten Kommunikationstechniken und Sprachregelungen nicht näher bringen“, so AbL-Sprecher Schulz. Der Bauernverband müsse sich endlich öffnen für die aktive Teilnahme an einer gesellschaftlichen Bewegung, die sich europaweit einsetze für mittelständisch-bäuerliche Strukturen mit einer flächengebundenen Landwirtschaft mit artgerechter Tierhaltung und fairen Erzeugerpreisen für „Klasse statt Masse“.                  3.190 Zeichen  –  19.11.2012

 

Es ist schon erstaunlich und bemerkenswert, dass das Landvolk unter „Ausschluss der (kritischen) Öffentlichkeit“ tagen will. Da muss ja einiges im Argen liegen wenn man die Öffentlichkeit ausschließt.

In diesem Zusammenhang hierzu der Beitrag der vom Mai 2012 in der unter dem Titel „Die Verbraucher mitnehmen zur modernen Tierhaltung…“ – in dem über die „perspektivlose Kommunik-kationstrategie von Agrarindustrie und Bauernverband“ berichtet wird.

 

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