Presseerklärung der BIM zum Ratsherrn Klockow – 12.10.2010

„Bürgerinitiative wehrt sich gegen Angriffe auf ihren Sprecher“

Die BIM (Bürger-Initiative Munzel) verurteilt auf das Schärfste die ins Persönliche gehenden Angriffe des Vorsitzenden der FDP-Fraktion im Rat der Stadt Barsinghausen, Bernhard Klockow.

Der Initiator und Sprecher der Bürgerinitiative Munzel, Michael Hettwer, hatte u.a. alle Fraktionsvorsitzenden angeschrieben und auf die drohenden Gefahren, die von der geplanten Hähnchenmastanlage ausgehen, ausführlich hingewiesen. Daran anschließend hatte er sechs klar formulierte Fragen gestellt. Nachdem Herr Klockow in einem Telefonat mit BI-Sprecher Hettwer vor zwei Wochen sich selbst als bezahlter Vermittler zwischen der BIM und dem Antragsteller, Herrn von Hugo, ins Spiel zu bringen versuchte, war vereinbart worden, dass nach Rückfrage bei den BI-Mitgliedern dem FPD-Fraktionschef eine Antwort zu seinem Angebot zugehen würde. Diese erfolgte am 09.10.2010 und noch am gleichen Tage erhielt Michael Hettwer eine Email mit falschen und verdrehten Fakten, die man nur als unfairer Angriff werten kann.

Dazu stellen alle stellvertretenden Sprecher der BIM, Mike Baade aus Kolenfeld, Sylvia Quirico aus Holtensen, Peter Heise aus Barrigsen und Axel Oskar Gehrmann aus Dedensen einmütig fest:

„Herr Klockow versucht unsere junge Bürgerinitiative zu spalten. Michael Hettwer, der sich mit sehr viel Engagement und Herzblut für die Interessen der BI und der gesamten Bevölkerung in den betroffenen Dörfern einsetzt, hat es nicht verdient, dass er von Herrn Klockow so herabgesetzt und in äußerst unfairer Art und Weise angegriffen wird.

Wenn Herr Klockow oder auch der FDP-Fraktionsvorsitzende in der Regionsversammlung Region Hannover, Herr Dieter Lüddecke, nicht auf unsere eindeutig formulierten Fragen antworten wollen oder können, ist das sehr bedauerlich. Dies müssen und werden wir natürlich akzeptieren daraus unsere Schlüsse ziehen. Obwohl die Fraktionsgeschäftsführerin der FDP-Fraktion, Sabine Pauli, mit Email vom 23.09.2010 im Auftrag vom FDP-Fraktionsvorsitzenden in der Regionsversammlung Region Hannover, Herrn Dieter Lüddecke, eine „schnellstmögliche“ Beantwortung der BIM-Fragen zugesagt hatte.

Wenn Herr Klockow jedoch zu nicht akzeptablen Mitteln im Umgang miteinander greift, wirft das ein schlechtes Bild auf ihn als selbsternannter Schlichter und auf die FDP in Barsinghausen sowie in der Region. So sehe ich das jedenfalls als stellvertretender Sprecher der BI im Namen aller anderen Vorstandsmitglieder und der gesamten Mitgliedschaft der BI.

Herr Klockow muss sich vielmehr fragen lassen, welche Interessen er vertritt: die der besorgten Bürgerinnen und Bürger, oder die des planenden Landwirts?

Unsere BI Munzel jedenfalls sieht sich durch die Vorgehensweise der FDP Barsinghausen eindeutig bestärkt in ihren Aktivitäten. Die Reaktionen von Bernhard Klockow zeigen uns, dass wir die richtigen Fragen stellen, auf die zumindest die FDP keine Antworten zu haben scheint. Unsere BI wird weiter an einem sachlichen und freundlichen Umgang festhalten. Auseinandersetzungen unterhalb der Gürtellinie gehören nicht zu unserem Stil.

Anmerken möchte ich noch, dass es uns hier nicht darum geht, irgendeine Partei schlecht zu machen. Als Bürgerinitiative sind wir überparteilich, fühlen uns nur dem Wohle der von den geplanten Anlagen betroffenen Menschen verpflichtet.“

Axel Oskar Gehrmann

Stellvertretender Sprecher der

Bürgerinitiative Munzel

Dazu nachfolgend der Schriftverkehr der BIM mit Ratsherrn Klockow:

Von: MICHAEL HETTWER PRIVAT (E) 1 [mailto:michael.hettwer@gmx.de]
Gesendet: Sonntag, 10. Oktober 2010 21:31
An: ‚Bernhard Klockow‘
Cc: alicegaertner@t-online.de; schasse-architekt@t-online.de; Dieter.Lueddecke@FDP-Fraktion.region-hannover.de
Betreff: AW: Unsere Fragen mit Email vom 18.09.2010

BIM – [BürgerInitiative Munzel]

Die Bürgerinitiative für Barrigsen, Groß Munzel, Holtensen, Kolenfeld, Landringhausen und Ostermunzel

Sehr geehrter Herr Klockow,

Ihre Email strotzt nur so von Unwahrheiten, Verdrehungen und Unverschämtheiten. Eigentlich nicht wert darauf zu antworten. Ich tue es trotzdem, weil ich Ihnen da nichts schuldig bleiben möchte.

1.       Sie hatten sich mir in einem sehr langen Monolog als Mediator – Sie sprachen auch explizit von Kosten – angedient. Ich habe daraus lediglich entnommen, dass es Ihnen wohl eher  um die Erlangung eines – wohl dotierten? – Auftrages ging.

2.       Ihre – wie auch immer gearteten – Aufzeichnungen sind entweder falsch oder Sie können Sie nicht richtig lesen. Ich habe Ihnen gegenüber nicht – auch nicht annähernd – geäußert, dass 1. die Mastanlage auf jeden Fall genehmigt werden wird und ich 2. auch kein gesteigertes Interesse habe, über weitere Anlagen zur Emissionsminderung zu streiten. Beide Punkte sind von Ihnen eine reine Erfindung, mögen Ihnen – aus Iher Sicht – eine Chance bieten, mich oder auch die BIM in ein falsches Licht zu stellen. Gegen diese infamen, falschen und frei erfundenen Behauptungen werde ich mich mit allen gebotenen Mitteln zur Wehr setzen. Die in Dedensen geplante Anlage allerdings ist rechtlich m.E. kaum zu verhindern. Daraus habe ich nie einen Hehl gemacht: weder in unserer BIM noch in der BI Dedensen, der ich auch als Mitglied angehöre.

Das ich Herrn von Hugo wirtschaftlich schaden wolle, ist schlicht unwahr. Vielmehr habe ich von einer m.E. nicht wirtschaftlich darstellbaren Investition gesprochen. Wer sich die Mühe macht, sich mit Aussagen von Experten, die von einem in einigen Monaten eintretenden Verfall der Preise für Hähnchenfleisch warnen,  zu beschäftigen, wird erkennen, wie unsinnig die Planungen von Mastanlagen erscheinen. Vom sich ergebenden  Verlust an Lebensqualität der betroffenen Bewohner, der Gesundheitsgefährdung und dem – dass sollte Sie doch zumindest ansprechen – Verfall der Immobilienwerte und dem drohenden Weggang bestehender Wirtschaftsunternehmen (es gibt mittlerweile Beispiele auch in der Region Hannover) wurde ebenfalls gesprochen. Die Vermarktung von Gewerbe- und/oder Industrieflächen wird in der Nähe von solchen Agrarfabriken nicht nur nicht erschwert. Für Bantorf sind Sie doch einer der Protagonisten der Kaufland-Ansiedlung. Was sagen Sie denn zum Gelände der ehemaligen Zuckerfabrik in Groß Munzel und dem zum Verkauf stehenden – 2 x durch EU-Fördermitteln anders subventionierten – Gebäude der Fa. Ardo? Was soll denn dort geschehen? Über das Logistikkonzept wäre dann auch noch zu reden. Und Sie schweigen und werden nicht antworten. Souveränität sieht  anders aus.

3.       Über Aktivitäten, Gespräche und auch eventuell erhaltene Geldbeträge – von wem auch immer – habe ich mit Ihnen nicht gesprochen. Warum sollte ich mit Ihnen – ausgerechnet – darüber reden? Gerade mit Ihnen? Wiederum eine reine „Ente“. Was Sie damit eigentlich bezwecken, ist mir vollkommen schleierhaft. Dass ausgerechnet ein Mitglied der FDP Geldspenden zu thematisieren versucht, läßt m.E. schon einige Rückschlüsse zu.

Über die Unterstützung der Partei DIE GRÜNEN konnten Sie und die Öffentlichkeit bereits vor unserer – öffentlichen – Gründungsversammlung in der Presse lesen. In der öffentlichen Versammlung am 18.09.2010 hatte Herr Freitag eine finanzielle, zweckgebundene, Unterstützung zugesagt. Auch dies ist öffentlich geschehen und von den anwesenden BIM-Mitgliedern sehr positiv aufgenommen. Ich habe mich für diese Zusage bedankt und gleichzeitig – ausweislich des mir mittlerweile vorliegenden Protokolls – ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die BIM überparteilich ist, aber die Hilfe von Parteien annimmt.

4.       Ich erkenne aus Ihrer Email eine gewisse Art der Verunsicherung, gerade auch vor dem Hintergrund Ihrer Frage, ob wir (ich) uns (mich) politisch betätigen werde(n).

5.       Ich bin auf  Ihr Angebot nicht eingegangen, weil ich – auf Ihren Vorschlag übrigens – mich erst intern mit Mitgliedern der BI beraten wollte. Von einer Deutschen Stiftung Umwelt wurde in dem Telefonat, das ich mit Ihnen geführt habe, überhaupt nicht gesprochen.

6.       Ihr Wissen bezüglich Ihres Ratskollegen Schroth ist schlicht falsch. Ich kann niemanden ausgeladen haben, der überhaupt nicht eingeladen war. Unsere Mitgliederversammlung war  – wie schon der Name klar ausdrückt, für Mitglieder und Herr Schroth ist nicht Mitglied der BIM . Zudem hat er sich in der Art, wie er meint vorgehen zu müssen, eine Art Mediation ungefragt und ungebeten (übrigens interssant die Paralellen zu Ihrer Art der Vorgehensweise, nicht wahr? ) durchführen zu können, von selbst dafür ausgeschlossen. Ich füge zu Ihrer Kenntnisnahme unsere Pressemitteilung 07-10 dieser Email in der Anlage bei. Sie mögen daraus Ihre Schlüsse ziehen, gerade dann, wenn Sie die beiden Anlagen zu der Pressemitteilung miteiander vergleichen.

7.       Schneidigkeit und Dreistigkeit ersetzen nun einmal Redlichkeit und eigene intellektuelle Reflexion nicht.

8.       Wenn Sie meinen, mir Igoranz vorwerfen zu können, lässt dies deutliche Rückschlüsse auf Ihre politische wie auch persönliche Vorgehensweise zu. Ich überlasse da anderen, sich darüber ihr Urteil zu bilden.

9.       Es mag Ihnen ja unglaublich wichtig sein, dass Sie auf EU-Ebene mal aktiv wirken konnten. Jetzt haben Sie es aber mit regionalen Themen zu tun. Wenn Ihnen dies nicht passend erscheint und Sie den Anschein vermitteln, dass Ihnen die Sorgen der Bürgerinnen und Bürger der Orte Groß Munzel, Holtensen, Ostermunzel, Kolenfeld (Sie sind ja auch Mitglied der Regionsversammlung), Barrigsen und Landringhausen egal sind, erlaube ich mir den Hinweis, Ihre politische Arbeit einer grundsätzlichen Prüfung zu unterziehen.

10.   Ist Ihr Hinweis auf ihre 30-jährige Erfahrung mit Nachbarschaftskonflikten so zu verstehen, dass Sie sich 30 Jahre mit Ihrer Nachbarschaft in Konflikten befinden?

11.   Dass Sie glauben, in dieser Art und Weise reagieren zu müssen, ist für mich völlig unerwartet und absolut unverständlich. Ich habe Ihnen doch lediglich klar verständliche Fragen gestellt und Sie höflich gebeten, unserer BIM Antworten zu geben. Es hätte gereicht zu antworten, dass Sie nicht antworten wollen oder können. Wenn Sie glauben, dass Sie mit falschen Behauptungen und schon mit Angriffen, die sehr grenzwertig sind, gegen rechtschaffende Menschen Politik machen zu können, werden Sie in einigen Monaten die Ihnen gebührende Antwort bekommen.

12.   Glauben Sie wirklich, Sie könnten einen Keil zwischen die Mitglieder der BIM und mir treiben? Versuchen Sie es doch. Nehmen sie doch die Sorgen der Menschen ernst, anstatt den untauglichen Versuch zu unternehmen, engagierte Menschen ungerechtfertigt anzugreifen und Unwahrheiten zu behaupten.

13.   Tun Sie mir einfach einen letzten Gefallen: Verschonen Sie mich zukünftig mit Ihren Anrufen.

14.   Nehmen Sie zur Kenntnis: Die BIM wird konsequent ihre Rechte wahrnehmen. Auch wenn es Ihnen nicht gefallen mag. Von einem FDP-Mitglied hätte ich da schon mehr Liberalität und Gelassenheit erwartet. Bei Ihnen könnte man dass noch durch die Tatsache erklären, dass Sie dort noch nicht so lange zu Hause sind.

Herrn Lüddecke und unsere Mitglieder erhalten diese Email in Kopie.

Meine an sie gerichtete Email vom 18.09.2010 füge ich nochmals zur Information als Anlage bei. Hierzu – nicht mehr aber auch nicht weniger – habe ich um Ihre Antwort gebeten.

Mit freundlichen Grüßen

Ihre

BIM – [BürgerInitiative Munzel]

Michael Hettwer

von/from:

BIM – [BürgerInitiative Munzel]

Westerhagen 34

D-30890 Barsinghausen

Mobil (e): +49 171 5255645

Internet: www.buerger-massen.de

Email: michael.hettwer@t-online.de

Von: Bernhard Klockow [mailto:Bernhard.Klockow@gmx.de]
Gesendet: Samstag, 9. Oktober 2010 21:04
An: MICHAEL HETTWER PRIVAT (E) 1
Cc: alicegaertner@t-online.de; schasse-architekt@t-online.de
Betreff: Re: Unsere Fragen mit Email vom 18.09.2010

Sehr geehrter Herr Hettwer,

mit Bestürzung nehme ich zur Kenntnis, dass Sie mir mitteilen, die BI-Mitglieder lehnen den angebotenen Nachbarschaftsdialog ab. Herr v. Hugo hatte ja sogar seine Bereitschaft bekundet, einen von beiden Seiten akzeptierten Mediator zu bezahlen.
Wenn ich meine Gesprächsnotiz unseres Telefonates richtig lese, gehen Sie davon aus, dass 1. die Mastanlage auf jeden Fall genehmigt werden wird (da keiner sie verhindern kann) und 2. Sie auch kein gesteigertes Interesse haben, über weitere Anlagen zur Emissionsminderung zu streiten. Sie haben mir gegenüber bekundet, Sie möchten mit allen Mitteln dem Investor -Ihrem Nachbarn- nur wirtschaftlich schaden. Darüber hinaus ist es ein weiteres Ziel, über eine breite Vernetzung möglichst vieler Bürgerinitiativen sowie politischer Unterstützung, Gesetzesänderungen zur Aufzucht und Mast von Geflügel anzuschieben. Von Bündnis 90/Die Grünen hätten Sie Unterstützung und  auch schon Geld erhalten. Darüber hinaus haben Sie von weiteren angekündigten Sponsoren gesprochen.
Ich hatte Ihnen angeboten, vor dem Vorstand aber auch vor der Mitgliederversammlung die Vorteile und Chancen des Nachbarschaftsdialoges  zu erläutern. Ihnen selbst ist das mit der Deutschen Stiftung Umwelt sowie von der EU geförderte Konzept  bekannt. Sie haben dieses Angebot nicht wahrgenommen.
M.W. haben Sie als Sprecher auch den Sprecher der Barsinghäuser Mehrheitsfraktion und Bürger aus dem Nachbarortsteil Holtensen, Herrn Schroth, ausgeladen.
Aufgrund meiner 30-jährigen beruflichen Erfahrung mit Nachbarschaftskonflikten kann ich nur mit Unverständnis auf Ihre Ignoranz als Sprecher der BI reagieren.
Die Fraktion der FDP im Rat der Stadt Barsinghausen wird deshalb auch nicht auf Ihre Fragen antworten. Ich gehe darüber hinaus davon aus, dass auch die Fraktion der FDP er Regionsversammlung Ihnen keine Antworten auf die Fragen zukommen lassen wird.

Ich hoffe, dass die Mitglieder der BI Ihre mir gegenüber vorgetragene unversöhnliche Haltung nicht mittragen.

MfG

Klockow

At 05:37 09.10.2010 +0200, you wrote:

BIM [BürgerInitiative Munzel]

Die Bürgerinitiative für Barrigsen, Groß Munzel, Holtensen, Kolenfeld, Landringhausen und Ostermunzel

Sehr geehrter Herr Klockow,

ich komme zurück auf unser Telefonat vom 25.09.2010.

Nach Beratung mit unseren Mitgliedern bezüglich einer Art Mediation durch Sie oder eine andere Person sind wir zu dem Entschluss gekommen dieses nicht wahrzunehmen.

Sollten sich eine direkter Kontakt zu Herrn von Hugo als notwendig oder zielführend erweisen, werden wir diesen direkt ohne Einbeziehung Dritter aufnehmen.

Insofern darf ich Sie fragen, ob wir seitens der FDP-Fraktion im Rat der Stadt Barsinghausen noch mit einer Antwort auf unsere konkret gestellten Fragen , die wir in unserer

Email vom 18.09.2010 gestellt haben, rechnen dürfen.

Mit Interesse sehe ich Ihrer Antwort entgegen und verbleibe für heute

mit freundlichen Grüßen
Ihre
BIM [BürgerInitiative Munzel]

Michael Hettwer

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