Niedersächsische Landesvorsitzende des Deutschen Tierschutzbundes verlässt CDU / Ein Kommentar von Michael Hettwer

Aus Protest gegen die Agrarpolitik der gegenwärtigen Landesregierung hat die Vorsitzende des Landesverband des Deutschen Tierschutzbundes, Vera Steder aus Leiferde-Dalldorf (Kreis Gifhorn), ihre Mitgliedschaft in der CDU beendet und ihr Parteibuch zurückgegeben.

Natürlich passiert es immer wieder, dass Mitglieder politische Parteien verlassen. Wenn aber eine allseits anerkannte und verdiente Tierschützerin, wie Vera Steder, mit ihrem Austritt aus der CDU ein Zeichen des Protests gegen die derzeitige Agrarpolitik der von CDU und FDP geführten Landes-regierung setzen will, ist dies ein sehr bemerkenswerter Vorgang.

Das Kastrieren von Schweinen, das Schnabelkürzen von Geflügel, das Töten von männlichen Küken – alles ohne Betäubung – und die unsäglichen qualzüchterischen  Haltungsformen in der Massentierhaltung sind gesellschaftlich nicht nur nicht länger akzeptiert; sie sind geächtet und verstoßen gegen Paragrafen des Tierschutzgesetzes.

Dass Vera Steder, der man das Fachwissen um all diese Dinge wahrlich nicht absprechen kann, eine Politik, die diese Verhältnisse nicht ehrlich beenden will, nicht länger mittragen will, nötigt höchsten Respekt ab.

Nachdrücklich wird dokumentiert, dass die CDU in Niedersachsen augen-scheinlich immer noch nicht zur Kenntnis genommen hat (oder nehmen konnte oder will?), dass immer mehr Menschen aus allen Teilen unserer Gesellschaft nicht mehr bereit sind, die verfehlte Agrarpolitik wider-spruchslos hinzunehmen. Vielmehr sind immer mehr Menschen bereit, sich in ihrer Freizeit und mit eigenen finanziellen Mitteln für eine Veränderung hin zu einer nachhaltigen, fairen und bäuerlichen Landwirtschaft einzusetzen.

CDU und FDP sollen die Signale erkennen und schnellstens ihre Agrarpolitik umsteuern wenn sie nicht Gefahr laufen wollen, von den Wählern am 20. Januar des nächsten Jahres abgestraft zu werden.

Zum Austritt von Vera Steder aus der CDU nachfolgend die Pressemitteilung von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Niedersächsischen Landtag:

BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN im Landtag Niedersachsen

Pressemeldung Nr. 431 vom 02.12.2012

 

CDU-Austritt konsequenter Schritt gegen Agrarindustrie-Lobby

Tierschutz ist auch eine Frage der Haltung

Zum CDU-Austritt der Vorsitzenden des Deutschen Tierschutzbundes Niedersachsen erklärte der Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen im Niedersächsischen Landtag Stefan Wenzel am Sonntag (heute) in Hannover:

„Der Austritt der niedersächsischen Vorsitzenden des Deutschen Tierschutzbundes aus der CDU ist ein konsequenter Schritt und verdient Respekt. Für die Niedersächsische Landesregierung sind Tiere in erster Linie als industrielle Ware interessant. Deshalb stehen bei Schwarz-Gelb weiterhin die Privilegien der Massentierhalter und Großschlachtereien ganz oben auf der Lobby-Liste. Der Tierschutzplan von Minister Lindemann ist nur ein Placebo. In der grausamen Realität in den Tierfabriken hat sich nichts geändert. Lindemann verteilt weiße Salbe und beim Tierschutzgesetz des Bundes setzt sich Niedersachsens CDU für gravierende Verschlechterungen etwa bei Brandzeichen und der Ferkelkastration ein. Bezeichnend für diese fehlende Akzeptanz des Tierschutzes in der CDU ist, dass die frühere Agrarministerin Astrid Grotelüschen knapp 24 Monate nach ihrem Rausschmiss schon wieder auf der CDU-Liste für die Bundestagswahl platziert wurde. Tierschutz ist auch eine Frage der Haltung. Dass Frau Steder als langjährige Aktivistin ihrer ehemaligen Partei bescheinigt, den Tierschutz mit Füßen zu treten, wird sicher vielen BürgerInnen in Niedersachsen zu denken geben. Die Niedersächsische Landesregierung hat trotz der überlangen Liste von tierquälerischen Vorkommnissen nicht die Kurve gekriegt. Tierschutz ist bei der CDU in schlechten Händen. Das werden wir auch diese Woche im Landtag thematisieren.“

 


 

BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN
im Landtag Niedersachsen
Rudi Zimmeck, Pressesprecher

Hinrich-Wilhelm-Kopf-Platz 1
30159 Hannover
Tel. 0511/3030-4205, Fax 0511 / 0511/3030-99-4205
E-Mail: rudi.zimmeck@lt.niedersachsen.de
www.fraktion.gruene-niedersachsen.de
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