NDR Fernsehen „Hallo Niedersachsen“: Tierfabrik Niedersachsen

Unter dem Titel „Tierfabrik Niedersachsen“ hat das Regionalmagazin des NDR Fernsehsen, „Hallo Niedersachsen“, in der Woche vom 28.02.2011 bis 06.03.2011 über Massentierhaltung und Tierhaltungsformen berichtet.

Der Beitrag der Internetseite des NDR inklusive diverser Filmbeiträge kann nachfolgend angesehen und gelesen werden (dazu bitte Link unten anklicken):

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2 Antworten auf NDR Fernsehen „Hallo Niedersachsen“: Tierfabrik Niedersachsen

  1. Georg Maier sagt:

    Was genau ist eigentlich „Massentierhaltung“?
    Dieser Begriff ist nirgendwo wirklich definiert und ich finde man kann gegen nichts sein, von dem man nicht einmal genau weiß, was es überhaupt ist.
    Darüber hinaus hat Tierschutz und artgerechte Tierhaltung nichts mit der Bestandsgröße zu tun. Die Stalleinrichtung ist immer die gleiche, egal ob für 200 oder für 20000Hühner. Diese Stalleinrichtungen wurden von wissenschaftlern, Landwirten und Tierschützern gemeinsam entwickelt. Zudem ist es so, dass der Landwirt das größte Interesse am Wohlergehen seiner Tiere hat, denn nur Tiere, die sich wohl fühlen, bringen gute Leistungen und damit auch Gewinn.
    Man muss den Bauern jetzt und auch in Zukunft die Möglichkeit geben, ihren Familienbetrieb weiter zu entwickeln und auszubauen. Verschiedene Gutachten stellen dabei im Vorfeld sicher, dass niemand dadurch beeinträchtigt wird.
    Zu guter Letzt möchte ich darauf hinweisen, dass meherer Studien belegt haben, dass Verbraucher bei Lebensmitteln ihre Kaufentscheidung sehr stark nach dem Preis ausrichten-unabhängig vom Einkommen. Bio-Produktion erhöht die Kosten, welche der Verbraucher nicht bereit ist zu zahlen. Fordern kann man vieles. Schon jetzt hätte der mündige Bürger über den simplen Weg der Konsumgestaltung die Möglichkeit, ganz friedlich die Bauern zum Umstellen auf Biohaltung zu zwingen. Durch höhere Nachfrage an Bioprodukten würden die Erzeugerpreise steigen und diese Form der Landwirtschaft würde von allein von den Bauen fokussiert werden.
    Es ist jedoch anzumerken, dass überhaupt kein Grund besteht, die heutige Produktion umstellen zu müssen. Noch nie zuvor in der Geschichte konnte das Volk mit so sauberen, hygienisch einwandtfreien und gesunden Lebensmitteln zu absoluten Niedrigpreisen in mehr als ausreichender Menge versorgt werden. Und wie weiter oben schon erwähnt, bleibt hier nichts auf der Strecke, weder Tier, noch Mensch, noch Umwelt.
    Bitte suchen Sie das Gespräch mit den Bauern anstatt „von hinten rum“ mit ihrer BI den Stall zu verhindern. In einer sachlichen Diskussion können alle Argumente vorgetragen und vor allen Dingen BEIDE Seiten angehört werden. Der Landwirt baut ja keinen Stall um jemanden zu ärgern oder zu schaden.
    In diesem Sinne
    Munter bleiben!

    • BIM-Mike sagt:

      Sehr geehrter Herr Maier,
      vielen Dank für Ihr Interesse an unserer Internetseite.
      Ihre Frage, was Massentierhaltung eigentlich ist, will ich Ihnen gern beantworten. Massentierhaltung ist die Haltung und das Mästen von Tieren in großen Stückzahlen in nicht art- und tiergerechter Haltung. Hühner zum Beispiel sind Tiere die ursprünglich im/am Wald leben. Tierschutz und artgerechte Tierhaltung haben sehr wohl – und damit muss ich Ihnen energisch widersprechen –etwas mit der Bestandsgröße zu tun. Auch deshalb, weil allein die Profitinteressen den Tierschutz hinten anstellen (siehe Lohmann/Cuxhaven). Die Hühner haben in Massenmastställen im Endstadium keinerlei Bewegungsfreiheit mehr (bitte schauen Sie sich die Bilder auf http://www.tierschutz-landwirtschaft.de/html/huhnermast.html an und urteilen Sie dann bitte doch noch einmal neu). Dass Stalleinrichtungen unter anderem von Tierschützern mit entwickelt wurde halte ich – pardon – für eine Mär. Bitte belegen Sie dieses.

      Mehr zum Thema Massentierhaltung finden Sie auf http://www.tierschutz-landwirtschaft.de/Massentierhaltung.pdf. Von Gewinn kann bei der Hähnchenmast nicht die Rede sein. Bei einer Investitionssumme von über 1.000.000,– € und (wirklich gut gerechnet) einem Gewinn vor Steuern von 50.000,– € pro Jahr ist erst nach weit über 20 Jahren ein Rückfluss des eingesetzten Kapitals rechnerisch gegeben. Kein ordentlicher Kaufmann und logisch denkender Mensch wird ein so ein unsicheres Geschäft investieren. Dass dazu noch von so unsicheren Variablen wie die nur kurzfristige (max. 3 Jahren) Preisbindung der Schlachthofbetreiber und Vermarkter (wie Wiesenhof, Rothkötter usw.), dem Risiko das die bisherigen EU-Exportsubventionen für Geflügel für Lieferungen in Nicht-EU-Ländern in Zukunft wegfallen (und die Geflügelkonzerne ihr Engagement in Ländern wie Ukraine, Russland und China weiter ausbauen – auch mit der Errichtung von Riesenmastanlagen) und auch die gesetzlichen Anforderungen an den Schutz der Umwelt und Anwohner durch sehr teure Filtertechnik verändert werden. Herr Meier, es gibt eindeutig Gutachten, die belegen, dass Massentierhaltung die Gesundheit der Menschen, aber auch die Umwelt schädigt. Das von Ihnen erwähnte Vorfeld ist schlicht nicht vorhanden und die Gutachten ebenso, oder mittlerweile veraltet und überholt. Das mit dem Preis als Kaufentscheidung ist richtig. Hier ist Aufklärungsarbeit zu leisten (was wir auf unserer Internetseite auch machen) und eine Veränderung der Konsumverhaltens notwendig (was mittlerweile deutlich festzustellen ist) Und, in Deutschland produzieren wir heute schon mehr Geflügelfleisch als hier verbraucht (konsumiert) wird. Durch den geplanten Schlachthof (Fa. Rothkötter) in Wietze bei Celle allein wird weitere mehr als 400 Mastställe mit 40.000 Tieren notwendig sein, um die geplante Schlachthofkapazität von fast 135.000.000 Tieren mit „Material“ zu versorgen. Und die Fa. Wiesenhof will einen ihrer existierenden Schlachthöfe kapazitätsmäßig knapp verdoppeln. Das bedeutet, noch mehr Mastställe und Geflügelfleisch – aber nicht für Deutschland oder EU-Länder. Nein, nur für Exportmärkte, in denen jetzt schon erste Megamastanlagen am Entstehen sind. Der Dumme wird – leider wieder einmal – der Landwirt sein. Ich bestreite übrigens, dass die Geflügelfleischprodukte allesamt gesund sind: denken Sie bitte nur an die massive Verabreichung von Antibiotika. Und zum Thema billige Preise: beim Weinpanschskandal vor etlichen Jahren hat man gelernt dass billiger Wein einfach nicht gut sein kann. Ähnlich verhält es sich mit dem billigen Geflügelfleisch (das zudem – wie auch die Errichtung der Mastställe – aus Steuergeldern subventioniert wird). Und, muss man täglich Fleisch essen? Ist es nicht gesunder, mal den einen oder anderen Tag „ohne“ auszukommen? Ich (und meine Mitstreiter ebenso) haben nichts gegen Landwirte (im Gegenteil). „Unser“ Landwirt, der einen Hähnchenmaststall mit knapp 85.000 Hähnchen plant, hat mit uns auf einer Podiumsdiskussion im Podium gesessen und diskutiert. Wir gehen da nicht „von hinten herum“ an das Thema heran, sondern haben mit mittlerweile über 150 Mitgliedern in der BIM – [BürgerInitiative Munzel] e.V. sehr deutlich gemacht, dass wir mit sehr guten Gründen gegen Massentierhaltung und den in unserem Ort geplanten Maststall sind. Der geplante Maststall wird – wenn er denn errichtet wird – wird die Umwelt (Luft, Grundwasser, Boden) und die Gesundheit der Anwohner schädigen. Insofern stört der planende Landwirt den nachbarschaftlichen Frieden. Vielen Dank für Ihre aufmunternden Worte – ich bleibe gern mit Ihnen im Dialog Ihr Michael Hettwer

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