Presseartikel 29.09.2012

HAZ AB 29.09.2012 POLITIKER SCHAUEN IN DEN SCHWEINESTALL

Neue Deister Zeitung 29.09.2012:

BAD MÜNDER

SPD will über Massentierhaltung diskutieren

Die SPD macht Massentierhaltung zum Diskussionsthema.

Bad Münder (jhr). Der Strukturwandel in der Landwirtschaft schlägt sich auch in größeren Einheiten für die Produktion nieder – diese Erkenntnis ist spätestens seit der Diskussion um den Bau von Mastställen auch in Bad Münder angekommen. In diesem Zusammenhang hat eine Arbeitsgruppe der SPD allerdings viele offene Fragen beim Thema Massentierhaltung entdeckt, die bei einer Veranstaltung am Donnerstag, 4. Oktober, im Gasthaus Ziegenbuche diskutiert werden sollen. Beginn ist um 18.30 Uhr.

„Es geht nicht darum, ob Herr Wente einen Schweinestall am Eilenberg bauen will. Bei 1440 Tieren ist das keine Massentierhaltung, das ist für mich noch bäuerliche Landwirtschaft“, macht Stadtverbandschef Heinrich Söfjer die Ausrichtung deutlich. Durch das Schlachthof-Projekt in Wietze und wachsende Proteste im Oldenburger Land könnte das Problem der Massentierhaltung aber auch schon bald das mündersche Stadtgebiet erreichen, warnt Söfjer.

Als einer der Initiatoren der Veranstaltung tritt SPD-Ratsherr Uwe Nötzel auf. „Wir wollen möglichst viele Partner und Interessengruppen an einen Tisch holen, um das Thema zu erörtern“, erklärt er. Themen der Diskussion könnten beispielsweise gesundheitliche Auswirkungen, Belastungen der Umwelt und gesetzliche Grundlagen wie etwa eine Änderung des Paragrafen 35 des Baugesetzbuches, der die Privilegierung von landwirtschaftlichen Vorhaben regelt, sein.

Nötzel, selbst bei der Evangelischen Landeskirche beschäftigt, hat sich aufgrund einer Positionierung der Synode zur Massentierhaltung intensiv mit dem Thema befasst und mit Götz Schumacher einen Vertreter des kirchlichen Dienstes auf dem Lande für die Moderation gewinnen können. Podiumsteilnehmer sind Dr. Matthias Mirsch, umweltpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, der Facharzt Dr. Ludger Frieler, Michael Hetter vom BUND und Eckehard Niemann von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft. Ein Vertreter des Landvolks ist angefragt, der Landtagsabgeordnete Ulrich Watermann wird das Schlusswort sprechen.