Presseartikel 17.12.2011

DLZ 17.12.2011 BÜRGERINITIATIVE MUNZEL SCHLIEßT DEN RECHTSWEG NICHT AUS

DLZ 17.12.2011 LESERBRIEF ILSE SAILE BARSINGHAUSEN

 

 

 

 

 

 

 

 

 

DLZ 17.12.2011 LESERBRIEF CHRISTIAN KATTERLE WICHTRINGHAUSEN

DLZ 17.12.2011 LESERBRIEF FRANK MUES BARSINGHAUSEN

HAZ CZ 17.12.2011 REAKTIONEN DER POLITIK FALLEN ZWIESPÄLTIG AUS

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Deister Aktuell vom 17.12.2011:

Grünes Licht für Hähnchenmastanlage

Unter strengen Brandschutzauflagen darf die umstrittene Anlage mit über 84.800 Tieren gebaut werden

 

 

RE­GION HAN­NO­VER­/­GROSS MUN­ZEL (m­h). Die Ent­schei­dung ist ge­fal­len: Die nicht un­um­strit­te­nen Hähn­chen­mast­ställe in Groß Mun­zel dür­fen ge­baut wer­den. Das hat die Re­gion Han­no­ver am Don­ners­tag be­kannt ge­ge­ben. Ins­ge­samt 84.800 Tiere sol­len in der An­lage des Land­wir­tes Arnd von Hugo un­ter­ge­bracht wer­den. Die Re­gion hat die er­teilte Ge­neh­mi­gung mit stren­gen Auf­la­gen an den Brand­schutz ver­bun­den. „Wir den­ken, dass es die rich­tige Ent­schei­dung ist“, sagte Um­welt­de­zer­nent Axel Priebs, der mit wei­te­ren Ex­per­ten den An­trag ge­prüft hat­te. Ge­gen das Vor­ha­ben hatte es ü­ber 460 Ein­wen­dun­gen von Bür­gern ge­ge­ben. Diese be­fürch­te­ten un­ter an­de­rem Luft­ver­schmut­zun­gen und da­mit ein­her­ge­hend Ge­sund­heits­ge­fähr­dun­gen durch Keime aus der Ab­luft des Mast­be­trie­bes. Für die In­stal­la­tion ei­ner Fil­ter­an­lage gebe es keine recht­li­che Hand­ha­be, er­klärte Priebs. Er ver­wies dar­auf, dass es der­zeit kei­nen ein­deu­tig nach­ge­wie­se­nen Be­zug zwi­schen Kei­men und ei­ner Ge­fähr­dung der Be­völ­ke­rung ge­be. Wei­ter auf Seite 6

vom 17.12.2011 | Ausgabe-Nr. 50B

 

Region erteilt Hähnchenmastanlage grünes Licht

Bau der geplanten Ställe in Groß Munzel für über 84.000 Hähnchen wird unter einigen Auflagen genehmigt

 

RE­GION HAN­NO­VER / GROSS MUN­ZEL (m­h). Die Re­gion Han­no­ver hat ent­schie­den: Für die ge­plan­ten Hähn­chen­mast­ställe in Groß Mun­zel gibt sie grü­nes Licht. Das gab Axel Priebs, Um­welt­de­zer­nent der Re­gion, am Don­ners­tag in Han­no­ver öf­fent­lich be­kannt. Der Weg ist da­mit of­fi­zi­ell frei für den Bau von zwei Stallan­la­gen mit rund 2500 Qua­drat­me­tern Ge­samt­fläche. In bei­den Stäl­len wer­den dann zu­sam­men 84.800 Tiere un­ter­ge­bracht.

„Wir ha­ben die Ent­schei­dung nach Recht und Ge­setz ge­trof­fen und den­ken, dass es die rich­tige Ent­schei­dung ist“, sagte Priebs. Für den Bau der An­lage legte die Re­gion strenge Auf­la­gen hin­sicht­lich des Brand­schut­zes fest: Un­ter an­de­rem sind eine Brand­mel­de­an­lage so­wie ein Rauch­ab­zug vor­ge­schrei­ben. Da­ne­ben soll die Stahl­kon­struk­tion aus brand­fes­te­rem Ma­te­rial als üb­lich be­ste­hen. „Viele der Auf­la­gen sind ein ab­so­lu­tes No­vum in die­sem Be­reich“, er­klärte Pe­ter Han­sen von der Bau­auf­sicht der Re­gion. Ge­gen das Vor­ha­ben vor Ort gab es ü­ber 460 Ein­wen­dun­gen von Bür­gern aus der Re­gion und auch darü­ber hin­aus. Sie be­fürch­ten un­ter an­de­rem Lärm­beläs­ti­gun­gen und Luft­ver­schmut­zun­gen, und dar­aus re­sul­tie­rend auch Ge­sund­heits­ge­fähr­dun­gen durch Keime in der Ab­luft aus dem Mast­be­trieb.

Der­zeit gebe es keine recht­li­chen Grund­la­gen, die eine In­stal­la­tion ei­ner Fil­ter­an­lage für ein sol­ches Pro­jekt vor­schrei­ben, er­klärte Axel Priebs, auch nach Rück­spra­che mit dem Lan­des­ge­sund­heits­amt. Zu­dem wurde in die­sem Punkt bei der Lan­des­re­gie­rung an­ge­fragt, die Ant­wort ist bis­her al­ler­dings aus­ge­blie­ben, sagte Priebs. Sollte sich das Ge­setz än­dern oder es neue wis­sen­schaft­li­che Er­kennt­nisse ge­ben, müsste dann eine ent­spre­chende Nachrüs­tung mit Fil­tern er­fol­gen. Die ge­plante Hähn­chen­ma­st­an­lage liegt in 700 Me­ter Ent­fer­nung zu Wunstorf-Ko­len­feld und 1100 Me­ter von Groß Mun­zel ent­fernt. „Es ist schwer ver­mit­tel­bar, aber wir sind der Sa­che gründ­lich nach­ge­gan­gen“, er­klärte Axel Priebs, der in die­sem Punkt auch auf die DIN-Norm 4250 ver­weist, die zu dem Er­geb­nis kom­me, dass es kei­nen ein­deu­tig nach­ge­wie­se­nen Be­zug zwi­schen Kei­men und ei­ner Ge­fähr­dung der Be­völ­ke­rung ge­be. An­trag­stel­ler, der Land­wirt Arnd von Hugo be­grüßte die Ent­schei­dung der Re­gion. Auf Sei­ten der Geg­ner ge­gen den ge­plan­ten Bau zeigte sich der Spre­cher der Bür­ger­in­itia­tive „­Ca­len­ber­ger In­itia­ti­ven“, Mi­chael Hett­wer, nicht ü­ber­rascht ü­ber die er­teilte Ge­neh­mi­gung: „Ich be­dau­e­re, dass die Re­gion nicht den Mut ge­habt hat, ihre Er­mes­sens­spiel­räume zu nut­zen“, sagte er. In der Re­gion Han­no­ver sind der­zeit wei­tere Groß­an­la­gen in Pla­nung: In Wen­nig­sen, Seelze und Springe lau­fen der­zeit noch die Ge­neh­mi­gungs­ver­fah­ren. Einen so­for­ti­gen Be­ginn der Bau­maß­nah­men in Groß Mun­zel hat die Re­gion al­ler­dings ab­ge­lehnt. Die er­teilte Ge­neh­mi­gung wird nun vor­aus­sicht­lich am kom­men­den Don­ners­tag, dem 22. De­zem­ber, öf­fent­lich für zwei Wo­chen aus­ge­legt. Da­nach be­steht einen Mo­nat lang die Mög­lich­keit des Wi­der­spruchs. Auch die Bür­ger­in­itia­tive wird die Un­ter­la­gen prü­fen, er­klärte Mi­chael Hett­wer. Die Wi­der­sprüche ha­ben auf­schie­bende Wir­kung, das heißt mit ei­nem Bau­be­ginn ist frühe­s­tens im April zu rech­nen. Hin­zu­kommt noch die Mög­lich­keit des Kla­ge­we­ges bei Ab­leh­nung der Wi­der­sprüche. Da­mit würde sich dann der Bau­be­ginn und der da­mit ein­her­ge­hende Ein­zug der ü­ber 84.000 Hähn­chen noch wei­ter nach hin­ten ver­schie­ben. Fo­to: mh / Ar­chiv

vom 17.12.2011 | Ausgabe-Nr. 50B