Gedichte

Gedicht unseres Mitglieds Rolf Baumgarten aus Holtensen:

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An den B I M -Vorstand.

Das Mastküken

Als Mastküken klein und zart,

goldig in den Maststall kam,

konnt es toben, rennen, flattern,

und auch ander´s noch gut rennen .


Von Tag zu Tag wurd es nun schwerer,

geplagt von Hunger, Durst und Ärger .

Es fiel vornüber, konnt´nicht mehr steh`n ,

lag nun im Streu und ward verdreht.

Gewicht und Keime gab´s dazu,

auch Salmonellen und Antibiotika waren der Clou.


Campylobacter, ein neuer Begleiter,

er macht das Fleisch so lebensheiter.

Bekömmlich, leicht und außen fettig,

so will´s der Markt, es ward nun fertig.


Hauptsache billig und reichlich garniert,

kommt es so in den großen Nahrungsverkehr.

Immunität sie nimmt zwar ab, macht aber den Verbraucher sehr, sehr satt.

Dann guten Appetit du böse Welt,

es zählt nicht der Verbraucher,

sondern nur das große dicke Geld.

GEDICHT VON HERBERT LINDNER -„GEFLÜGELWIRTSCHAFT / GEGENWART“

Beitrag zur Geflügelwirtschaft, so gesehen vom BIM-Mitglied Herbert Lindner.

 

An den B I M – Vorstand

 

 

 

Die Qual der Wahl

Wenn ich als Kunde in den Laden schreite, ist meine Begierde ohne Gnade.

In großen Lettern prangt die Schrift, ich glaub, hier hat`s mich voll erwischt.

So vieles steht in den Regalen, und alles ist hier so zu haben.

Schau aufs Gewicht, und denke mir, nimm ein Paket, und wiegst es hier.

Dann stell ich mit Erstaunen fest, es ist nicht so, wie man´s verspricht.

Die Waage sagte mir mit beklagend, es fehlen 8 Gramm an dieser Charge.

Auch die Verpackung, glaube mir, hat sehr viel Luft und ist nicht schier.

So geh ich weiter, mit Verdruss, Verärgerung im Überfluss.

Was soll ich nehmen, weiß nicht mehr, denn die Verpackungen sind fast leer.

Da fiel mein Blick in eine Truhe, in dieser lag ein großer Puter.

Die nächste Truhe sagte mir, kauf doch ein Hähnchen, nicht so schwer.

Schön eingepackt, das muss ich sagen, sah lecker aus, und war zu haben.

So sah ich mir die Truhe an, und fand den Namen auch so dann.

Sein Name traf mich wie ein Schlag, stand Wiesenhof doch oben dran.

So sagte ich mir, halt ein, halt ein, da gab`s doch so ne Schweinerei.

Diese Produkte sind nicht rein, sollen voll mit Rückständen sein.

So tönt es doch durchs ganze Land, iss´ nicht so viel, von diesem Stamm.

Die Keime sind zwar nicht zu sehen, doch aufgestaut, nimmt es das Leben.

So stand ich da, als armer Tropf, endscheidungslos und leer im Kopf.

Nun war ja wohl die große Frage, geht`s um die Gesundheit, oder leeren Magen.

Ein Schild noch an der Decke hing, auf dem dann groß geschrieben stand,

bei uns im Hause sind Sie richtig, als Kunde sind Sie uns sehr wichtig.

Als Konsument wollt ich`s nicht glauben, war auch der  Widerspruch in diesem Hause.

So ging ich leer und ausgebrannt, mit leerem Körbchen durch das Land.

Kam abgekämpft zu Hause an, gesenkten Blickes auf die Hand.

Sah auf den Daumen dieser Hand, und fing sogleich zu lutschen an.

 

 

So gesehen von B I M – Mitglied   Herbert Lindner