23.09.2010 – Stiftung Warentest: Test Hähnchenbrustfilets

Hähnchenbrustfilets Unternehmensverantwortung: Ware Huhn

23.09.2010

Frisches Hähnchenfleisch ist billig wie nie. Den Preis zahlen die Tiere: 99 Prozent leben in Massen­tier­haltung. Zehntausende Masthähnchen in einem Stall, ohne Tageslicht, nach 28 Tagen reif für die Schlachtbank. Nur Anbieter, die nach Ökokriterien produzieren, engagieren sich für das Wohl der Tiere. test hat 17 Anbieter untersucht.

Hähnchenbrustfilets Unternehmensverantwortung

Degradiert zum reinen Fleischlieferanten

Wer wissen will, wo sein Hähnchenbrustfilet herkommt, braucht starke Nerven. Viele Mast-, Schlacht- und Verarbeitungsbetriebe sind Teil einer Industrie, die den Blick für die Würde des Tiers verloren hat. Degradiert zum reinen Fleischlieferanten, leiden viele Hühner. Sie zahlen den Preis für maximale Rendite und Billigkonsum: Nur rund 1 Euro kostet eine 200-Gramm-Portion Hähnchenbrust beim Discounter. Die Stiftung Warentest hat – zusätzlich zum Test Frische Hähnchenbrustfilets – untersucht, wie die Anbieter ihre Verantwortung für Tierschutz, Umweltschutz und die sozialen Belange ihrer Mitarbeiter wahrnehmen.

Maître CoQ verweigerte die Auskunft

17 Unternehmen, die für den deutschen Markt Hähnchenbrust erzeugen, beantworteten den ausführlichen Fragebogen der Tester. Nur Maître CoQ verweigerte die Auskunft. Außerdem gewährte der französische Anbieter weder Einlass in die Firmenzentrale noch in Mastbetrieb oder Schlachthof. Diese Besuche verweigerte auch Karstadt. In zwei weiteren Fällen war ebenfalls keine Überprüfung möglich: Die Anbieter arbeiten inzwischen mit anderen Mastbetrieben zusammen. Das betrifft die Biohähnchenbrust von Wiesenhof und das Filet von Netto Marken-Discount/Gut Ponholz. Alle anderen Anbieter öffneten die Türen zu ihren Produktionsstätten, die vor allem in Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern liegen.

Quelle: Internetseite „Stiftung Warentest“ vom 23.09.2010 (www.test.de)