Hat Landvolk-Chef Hilse Probleme mit der Wahrnehmung? – Ein Kommentar von Michael Hettwer

Wenn Landvolk (der niedersächsiche Teil des Bauernverbands) -Präsident Hilse – der ja auch stellvertretender Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV) ist – von „Dialog“ spricht, hat man den Eindruck als wenn der Blinde von der Farbe spricht.

Ist es doch sein Lobby-Verband der sich beharrlich weigert, mit seinen Kritikern über deren berechtigte Sorgen um Gesundheit, Umwelt und Tier-wohl zu sprechen. Ob dies wohl daher rührt, dass man auf die Vorwürfe auch in Richtung Landvolkspitze und deren (zu?) enger Verflechtung mit der Agrarindustrie keine Antworten mehr hat?

Dass jetzt Hilse – der übrigens in etwa 20 Aufsichtsrats- und Vorstands-positionen speziell auch im agroindustriellen Umwelt sein Einkommen aufbessert – dem Landwirtschaftsminister Christian Meyer (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) aus Niedersachsen vorwirft, dass dieser den Tierschutzplan seines vom Landvolk hoch geschätzten Vorgängers Gert Lindemann (CDU) exakt umsetzt und dazu noch dessen Zitat im Originalwortlaut kritisiert, ist unverständlich und lässt auf ein Wahrnehmungsproblem beim Landvolk-Vormann Hilse schliessen.

Oder hat hier nur die personell bestens ausgestattete hauptamtliche Presseabteilung des Landvolkverbandes ihrem Chef nur einen Bärendienst erwiesen? 

Peinlich ist es so oder so…

Hier die Kritik von Hilse und hier der sehr umfangreiche Artikel aus der WELT vom 4.12.2011 mit dem veröffentlichten Originalzitat “Ich bin der Ansicht, dass man die Haltungsbedingungen den Nutztieren anpassen muss und nicht umgekehrt” von Lindemann.

Ob die Agrarindustrielobby mit ihrem Helfershelfer Hilse und die Landvolk-spitze die damaligen Aussagen „ihres Ministers“ Lindemann nicht ernst genommen haben? Oder hat man gedacht, dass man den Tierschutzplan  schon irgendwie verwässert bekommt?

Das Wahlergebnis der Landtagswahlen in Niedersachsen – auch entstanden durch die vielen Menschen in Niedersachsen die sich in Bürgerinitiativen gegen die Agrarindustrie engagieren – aus 2013 hat hier den Protagonisten der agroindustriellen Mäster und der Weiterverarbeitung in der Lebens-mitteldindustrie (mit ihren teilweisen extrem skandalösen Arbeitslohn-systemen) einen deutlichen Strich durch die Rechnung gemacht.

Wäre es da nicht besser, die eigene Anhängerschar nicht auf das vorzu-bereiten, was in kurzer Zeit auf die Mäster zukommt? Das ständige Weh-klagen über zu viel Verordnungen, Bürokratie und Wettbewerb wird in der Öffentlichkeit eh kaum noch ernst genommen, angesichts der manigfaltigen Förderungen, Subventionen und Unterstützungen, für die alle Steuerzahler aufzukommen haben.

 

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