Großenkneten: mutiert ein Politiker vom Agrarindustriegegner zum Protagonisten der Agrarindustrie?

Bekanntlich hatte eine überdeutliche Mehrheit der Bevölkerung von Großenkneten sich in einer Bürgerbefragung gegen die Errichtung eines sehr großen Geflügelschlachthofs ausgesprochen.

Und bei der Bürgermeisterwahl im traditionell sehr konservativ geprägten Ort im Oldenburgischen wurde der erklärte Gegener des Schlachthofs, ein SPD-Mann, mit einem Sensationsergebnis direkt gewählter Bürgermeister.

Dass gerade die erklärten Gegner der industriellen Landwirtschaft ihn in das Amt gewählt haben, scheint der Bürgermeister jetzt aber vergessen zu haben.

Oder ist er von der früheren Agrarministerin Astrid Grotelüschen (CDU), die im Rat von Großenkneten CDU-Fraktionsvorsitzende ist und selbst bzw. familiär direkte wirtschaftliche Eigeninteressen in Sachen Mastställen zu besitzen scheint „ferngesteuert“?

Wie schnell sich aber der Bürgermeister von Großenkenten vom Agrar-industriegegner nun zum Wegbereiter ebendieser industriellen Agrar-wirtschaft gewandelt hat, geben die nachfolgenden Dokumente wieder:

Aufklärungsbedarf besteht zu den möglichen Verbindungen von Grote-lüschen zum wegen Korruption angeklagten Landrat von Oldenburg, Eger (SPD) (denn Grotelüschen ist Kommanditistin der WI 4. Beteiligungs-GmbH & Co. KG und da liegt es an nahe direkte und indirekte Verbindungen zu Einsiedel und Partner sowie zu Eger zu glauben. Denn Einsiedel ist der bisher ebenfalls angeklagte mutmaßliche Geldgeber von Eger, dessen Verfahren wegen einer hohen Zahlung eingestellt worden ist).

Und genau die von Eger kontrollierte Verwaltung des Landkreises Oldenburg hat zig Genehmigungen von indsutriellen Mastställen genehmigt, die von vielen Beobachtern als dubiös ja sogar eindeutig rechtswidrig angesehen werden (ein erstes Klageverfahren gegen ein genehmigten Stall ist angestrengt).

Und jetzt propagiert der bisherige Agrarindustriegegner und Bürgermeister auf Vorschlag von Grotelüschens CDU so genannte Baufenster – die ohne eine Veränderungssperre die Möglichkeit zur Errichtung von bis zu 100 Groß- mastställen nur in der kleinen Gemeinde Großenkneten ermöglicht.

Zufall? Absicht? Vetternwirtschaft? Korruption? Zumindest gibt es hier eine unübersichtliche und unappettilich anmutende Gemengelage die unbedingt der Aufklärung bedarf!


 

 

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2 Antworten auf Großenkneten: mutiert ein Politiker vom Agrarindustriegegner zum Protagonisten der Agrarindustrie?

  1. Pingback: proM.U.T. – Ausgewählte Nachrichten 20.10. – 26.10.2014 | proM.U.T. Verein für Menschen, Umwelt, Tiere e.V.

  2. Leider ist diese „unübersichtliche und unappettilich anmutende Gemengelage“ kein typisch oldenburgisches Problem. Dieses Phänomen scheint mit zunehmender Ausbreitung inzwischen ein Kennzeichen des postdemokratischen Systems zu sein. Die regionale Konzentration bestimmter Industrien/Wirtschaftsbereiche fördert die Demokratie zerstörende Abhängigkeit der Politik von bestimmten Wirtschaftsinteressen natürlich besonders intensiv in den betreffenden Regionen. Generell ist dieser Trend aber auf allen politischen Ebenen festzustellen. Die wahren Machtverhä#ltnisse treten halt immer deutlicher zu Tage und viele Bürger scheint dies leider nicht zu interessieren.

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