Finanzielle Förderung im Agrarbereich – grundsätzliche Prüfung unabdingbar

Wie die Wochenzeitschrift DIE ZEIT in einem Beitrag vom 08.05.2014 berichtet, erhalten die Landwirte europaweit ganz erhebliche Teile ihrer Einkommen aus Geldern der Steuerzahler.

In Deutschland finanzieren die Steuerzahler durchschnittlich 42% des gesamten Einkommens der deutschen Landwirte!

Allein die EU subventioniert die Landwirtschaft mit 58.000.000.000 €         (58 Milliarden €) pro Jahr. Seit Jahrzehnten wird die Landwirtschaft – und insbesondere die Agrarindustrie (sicherlich auch dank der ganz erheblichen Verflechtungen und dem Einfluß der Lobbyisten) – mit immens hohen Summen gefördert. Dass dabei auch noch die größten Betriebe die höchsten Fördermittel einstreichen ist nicht nachvollziehbar.

Und  trotz der verschiedenen Reformen und Strukturänderungen ist es nicht gelungen, die Agrarsektor auch nur halbwegs wettbewerbsfähig zu machen und vom Subventionstropf zu nehmen bzw. die Fördermittel signifikant zu reduzieren – ganz im Gegenteil.

Oder hat man sich so sehr an die staatlichen und stattlichen Zahlungen gewöhnt?

Es stellt sich die Frage, ob ohne gesellschaftliche Gegenleistungen diese erheblichen Fördermittel in Zukunft weiter gezahlt werden sollten.

Andere Wirtschaftszweige erhalten keinesfalls eine derart hohe finanzielle Hilfe. Und das Arbeitsplatzargument kann ja auch nicht wirklich standhalten, wenn man die immer niedrigeren Zahlen an Mitarbeitern in der Landwirt-schaft betrachtet. Auch in der nachgelagerten Lebensmittelindustrie sind doch Billigarbeitsplätze (vorrangig besetzt mit ausländischen Arbeitskräften) an der Tagesordnung.

Es wird Zeit und ist unabfingbar, die Förderpolitik im Agrarbereich einer grundsätzlichen Prüfung zu unterziehen.

Jedem rechtschffenden Handwerksmeister in Deutschland würde es die Schamesröte ins Gesicht treiben, wenn er so viel öffentliches Geld erhalten würde. Und er würde Krebsrot vor Zorn, wenn er daran denkt, wie schwer er es hat, auch nur geringste finanzielle staatliche Unterstützung zu erhalten.

Die Politik auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene ist hier gefordert, für mehr Transparenz und Gerechtigkeit zu sorgen und vor allem aber  eine nachprüfbare Notwendigkeit des jetzigen Fördersystems zu belegen!

Nachfolgend ein interessanter TV-Beitrag von arte mit zusätzlichen sehr informativen Details:

 


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