„Die Angst der Mäster“ – ein Kommentar von Michael Hettwer

Einen sehr interessanten Artikel über die Zusammenhänge zwischen Massen-tierhaltung und dem Problem der Gülle hat heute (20.05.2014) die taz unter dem Titel „Kampf um die Gülle – Die Angst der Mäster“ veröffentlicht.

Der Journalist Andreas Wyputta schildert sehr verständlich den Spagat der Mäster zwischen minmalsten Gewinnmargen bei der industriellen Tiermast und der Problematik bei der Entsorgung der Gülle.

Das dem Bauernverband das Wort „Massentierhaltung“ missfällt,  ja, dass es Massentierhaltung laut Bauernverbandsboss Rukwied gar nicht gibt, zeugt davon, dass die Standesvertretung der Landwirte die gesellschaftliche Dis- kussion um die agroindustrielle Landwirtschaft und der von ihr propa-gierten Massentierhaltung nicht wahrnimmt – oder nicht wahrnehmen will bzw. kann.

Und dass jetzt auch Gülle auf dem Index der Tabuwörter des DBV (Deutscher Bauernverband) steht und durch „Wirtschaftsdünger“ schöngeredet werden soll, zeugt einfach von Dreistigkeit und Primitivität.

Denn das Negieren oder sogar Verbieten von Worten und die nicht vor- handene Bereitschaft zu einem offenen, vorbehaltlosem Dialog  auch mit den entschiedenen Gegnern der Mssentierhaltung und Agroindustrie dokumen-tiert, dass die Betonkopffraktion innerhalb der DBV immer noch mächtig ist.

Fakt ist, dass die Mäster von einer Agrarindustrie hörigen Verbandsspitze zu immer größeren Ställen gedrängt wurden (Stichwort: „Wachsen oder Weichen“) und sich häufig verschuldet haben.

Jetzt sinken die Preise, steigen die Kosten und der Schmu mit der Entsorgung der Gülle wird zukünftig kaum noch möglich sein. Da müssen andere nun Konzepte her – und der Ansatz von Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer geht in die richtige Richtung: Flächenbezug bei der Tier- haltung.

Wenn Landvolk-Chef Hilse nur der Datenschutz der Mäster wichtig ist, muss er sich fragen lassen, wie er denn den Gesundheitsschutz der Menschen (Stichwort Nitrat im Grundwasser) und dem Schutz der Umwelt gewähr-leisten will?

Das Festhalten an falschen und veralteten Dogmen – die von der Agrar-industrie zu nahe stehenden Bauernvertretern gebetsmühlenartig wiederholt werden – helfen weder den Landwirten noch unserem gesamten Gemein-wesen. Schade.

 

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Gesundheit, Keime / Bioaerosole / Antibiotika, Lebensqualität, Medien, Naturschutz, Politik, Tierschutz abgelegt und mit , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort auf „Die Angst der Mäster“ – ein Kommentar von Michael Hettwer

  1. Pingback: proM.U.T. – Ausgewählte Nachrichten 19.05. -25.05.2014 | proM.U.T. Verein für Menschen, Umwelt, Tiere e.V.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.